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2. Bundesliga der Frauen TV Jahn besteht Reifeprüfung trotz Niederlage

Von Klaus Erdmann | 15.10.2017, 22:38 Uhr

Die Zweitliga-Fußballerinnen des TV Jahn Delmenhorst verlieren gegen Tabellenführer FSV Gütersloh mit 2:3, verkaufen sich aber teuer.

Mit dem 2:3 (1:2) gegen den FSV Gütersloh haben die Fußballerinnen des TV Jahn in der 2. Bundesliga ihre Reifeprüfung bestanden. Nachdem der Aufsteiger gegen Gegner, die unter ihm rangieren, gepunktet (0:0 beim FF USV Jena II, 4:3 gegen den Herforder SV Borussia Friedenstal) bzw. sich gut aus der Affäre gezogen hat (0:2 bei BW Hohen Neundorf), verkaufte er sich trotz der Niederlage auch gegen den Spitzenreiter teuer. FSV-Jubelszenen nach dem Abpfiff machten deutlich, dass der Favorit nach dem knappen, aber verdienten Sieg beim unbequemen Neuling erleichtert war.

Güterslohs starker Sturm hat es schwer

Nach den Gütersloher Erfolgen über den BV Cloppenburg (4:3). in Hohen Neuendorf (5:0) und gegen den SV Henstedt-Ulzburg (9:2) rechneten nicht wenige Fußballfreunde mir einer deutlichen TVJ-Schlappe. Jahn belehrte sie eines Besseren.

Bereits in der zweiten Minute ging der kampfstarke Neuling überraschend in Führung. FSV-Torhüterin Kira Klemmer erlaubte sich einen groben Schnitzer und verlor den Ball an Anna Mirbach. Die routinierte Delmenhorsterin markierte das 1:0 und erzielte damit ihren fünften Saisontreffer. Die Folge waren wütende Angriffe des Tabellenführers, der in spielerischer Hinsicht mehr zu bieten hatte als Jahn. In der 11. Minute vergab Josephine Giard die erste Gelegenheit der Gäste. Lediglich eine Minute später gelang Mannschaftsführerin Marie Pollmann mit einem Distanzschuss der Ausgleich.

Gütersloh mit dem reiferen Spiel

Im Anschluss daran erarbeiteten sich die Gütersloherinnen einige gute Chancen. In der 14. Minute scheiterte Pollmann an Jahns Keeperin Magdalena Flug und drei Minuten später verfehlte Melanie Ott das Ziel nur knapp. Shpresa Aradini hatte mit einem Lattentreffer Pech (19.). Flug entschied eine 1:1-Situation gegen Giard mit einer glänzenden Fußabwehr zu ihren Gunsten (27.). In der 35. Minute setzte sich Giard entschlossen durch und markierte mit ihrem neunten Saisontor das 2:1. Danach standen die Delmenhorsterinnen vor dem Ausgleich, doch Neele Detken scheiterte an Klemmer (36.), ehe Julia Hechtenberg das Ziel verfehlte (37.).

Ein Unentschieden zur Pause wäre für Jahn schmeichelhaft gewesen, denn Gütersloh zeigte die reifere Spielanlage und besaß in der Offensive mit Pollmann, Giard (Jahns Cheftrainer Meier: „Sie kann man nie ganz ausschalten“) und Aradini herausragende Spielerinnen.

„Wollten nicht abgeschossen werden“

Nach Wiederanpfiff verflachte die Begegnung. Die Gastgeberinnen sicherten sich mehr Anteile und erlaubten Gütersloh nicht mehr viel (Meier: „In der zweiten Halbzeit haben wir gezeigt, dass wir gut drauf sind“). Der FSV kam in der 56. Minute zu einer Möglichkeit durch die ehemalige polnische U19-Nationalspielerin Kamila Kmiecik, hinterließ ansonsten jedoch den Eindruck, den knappen Vorsprung verteidigen zu wollen. In der 65. Minute beendete Jahn einen der wenigen Angriffe mit dem 2:2. Nathalie Heeren spielte Neele Detken mustergültig an. Diese umkurvte Schlussfrau Klemmer und schob den Ball zum Ausgleich ins Netz. Jahns Freude währte aber nur kurz, denn nur zwei Minuten später sorgte die unbedrängte Ott mit einem platzierten Flachschuss für den Endstand.

Trotz des 2:3 konnte der TV Jahn nach dem Abpfiff zufrieden sein. „Unser Ziel war es, nicht abgeschossen zu werden“, verriet Meier. Ein Sonderlob richtete er an die Adresse von Sandra Göbel: „Sie hat Kmiecik aus dem Spiel genommen.“ Lena Funke habe gegen Torjägerin Giard gut gespielt und Mirbach „viel geackert“. Alle Spielerinnen seien an ihre Grenzen gegangen.