Ein Angebot der NOZ

2. Frauen-Bundesliga TV Jahn Delmenhorst will unbequem bleiben

Von Klaus Erdmann | 23.09.2017, 14:12 Uhr

Nach dem spielfreien Wochenende laufen die Frauen des TV Jahn Delmenhorst in der 2. Bundesliga am Sonntag bei Blau-Weiß Hohen Neuendorf auf.

Nach dem zweiten Spieltag hat die 2. Fußball-Bundesliga der Frauen am letzten Wochenende eine von mehreren Pausen eingelegt. Für Claus-Dieter Meier, Cheftrainer des Aufsteigers TV Jahn, gab es keinen Grund, einen Gang zurückzuschalten. „Verstärktes Training“ stand vielmehr auf dem Plan des Teams. „Schließlich fehlte ja die Belastung des Wochenendes“, lautet die Begründung des Coaches. Am Sonntag, 11 Uhr, gastiert seine Mannschaft bei BW Hohen Neuendorf.

Rund 390 Kilometer liegen vor der Delmenhorster Delegation, die die Fahrt am Samstagmittag antritt. Hohen Neuendorf liegt brandenburgischen Landkreis Oberhavel und grenzt unmittelbar an die Berliner Ortsteile Frohnau und Heiligensee.

Ex-Profi trainiert Hohen Neuendorf

Diese Infos dürften die Spielerinnen des TV Jahn, Nr. 3 der 2. Liga, jedoch höchstens am Rande interessieren, denn sie nehmen die lange Reise auf sich, um auch beim Vorletzten der Tabelle ein Ausrufezeichen zu setzen. Nach dem 0:0 beim FF USV Jena II und dem beeindruckenden 4:3 über den Herforder SV Borussia Friedenstal sagt Meier: „Die anderen Mannschaften haben uns kennengelernt. Wir wollen weiter eine Überraschung bleiben und Nadelstiche setzen.“ Keine Frage: Der Neuling erarbeitete sich bei den beiden bisherigen Auftritten das Etikett „unbequem“ und möchte an diesem Zustand auch nichts ändern. „Wir haben uns über den TV Jahn informiert“, erklärt Hohen Neuendorfs Co-Trainer Christian Pohl. Der Neuling habe überrascht, fügt er hinzu, und man rechne mit einem „lauf- und zweikampfstarken Gegner“. Jahn werde mit Leidenschaft zur Sache gehen, sagt Pohl. Infos hat der Gastgeber unter anderem bei Herfords Trainer Ralf Lietz eingeholt.

Apropos: Hohen Neuendorf startete mit einem 0:0 in Herford und beklagte anschließend ein 0:5 gegen den FSV Gütersloh. „Natürlich sind wir nicht zufrieden. Gerade gegen Gütersloh hat man gravierende Unterschiede gesehen“, erklärt Pohl, dessen Mannschaft als Saisonziel Platz sechs oder sieben anstrebt, um in der nächsten Saison der dann eingleisigen 2. Bundesliga anzugehören.

Nadine Poppen wieder dabei

Nicht zufrieden sind sie beim Achten der letzten Spielzeit auch mit der personellen Situation, denn gleich vier Leistungsträgerinnen werden als verletzt gemeldet. Zu ihnen gehören Torjägerin und Mannschaftsführerin Sarah Kollek und Lavinia Timme, Tochter von Cheftrainer Dieter Timme. Letzterer, der 200 Bundesliga-Spiele für Hertha BSC Berlin bestritten hat (1979 bis 1988), feiert heute seinen 61. Geburtstag. „Es wäre natürlich schön, wenn wir ihm neben einem Kuchen auch drei Punkte schenken können“, sagt Pohl lachend. Es gehe darum, ergänzt er mit Blick auf den misslungenen Start, dass Ruhe einkehre.

Claus-Dieter Meier („Hohen Neuendorf hat Spielerinnen aus sieben verschiedenen Nationalitäten“) und seine Mannschaft wollen das verhindern. „Wichtig ist, dass wir keine Angst haben“, unterstreicht der Coach, der am Sonntag über eine weitere personelle Alternative verfügt: Defensivspielerin Nadine Poppen kehrt nach längerer Verletzungspause in den Kader des Neulings zurück.