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2. Frauenfußball-Bundesliga Jahn-Gegner kommt mit Ex-HSV-Profi Tobias Homp

Von Klaus Erdmann | 02.12.2017, 09:33 Uhr

Fußball-Zweitligist TV Jahn Delmenhorst strebt am Sonntag im Stadion gegen den SV Henstedt-Ulzburg das dritte Erfolgserlebnis an. Der von dem ehemaligen HSV-Spieler Tobias Homp trainierte Gast holte seine vier Punkte in den letzten beiden Spielen.

Wenn von einem „Spiel auf Augenhöhe“ die Rede ist, trifft das nicht immer zu. Zuweilen wird dieser Begriff verwendet, um den Gegner zu erhöhen und von der eigenen Favoritenrolle abzulenken. Im Falle der Fußball-Zweitligapartie der Frauen zwischen dem TV Jahn und dem SV Henstedt-Ulzburg handelt es sich um eine echte Begegnung auf Augenhöhe. Die Delmenhorsterinnen, die am Sonntag ab 14 Uhr im Stadion als Gastgeberinnen fungieren, belegen mit vier Punkten und 9:32 Toren (minus 23) Platz zehn. Der Gast, der vier Zähler und 11:34 Treffer (minus 23) meldet, nimmt Rang neun ein. Bei beiden Teams stehen ein Sieg, ein Unentschieden und sechs Niederlagen zu Buche – viel mehr Augenhöhe geht kaum.

„Wir bestreiten ein Heimspiel und werden wieder mutig auftreten“, verspricht Claus-Dieter Meier. Seine Mannschaft, so der Cheftrainer des TVJ, sollte gut aufspielen können. Der Coach: „Wir werden mehr Chancen als sonst bekommen.“ Damit ist in der Tat zu rechnen, denn in den letzten fünf Spielen traf Jahn auf Konkurrenten, die alle auf den ersten sechs Positionen der zweithöchsten deutschen Spielklasse zu finden sind und die die eingleisige 2. Liga (ab der Saison 2018/19) oder sogar den Erstliga-Aufstieg ins Visier genommen haben. Fünf Niederlagen und 5:27 Tore kamen dabei heraus.

Die Witterungsverhältnisse machten eine Platzbesichtigung erforderlich. Seit Donnerstagvormittag steht fest, dass der TV Jahn sein neunten Punktspiel am Sonntag im Stadion bestreiten kann. Apropos Witterung: Meier betont, dass sein Team zu Beginn dieser Woche in Adelheide trainiert hat – hinter einem Tor. „Letzmals“, ergänzt er, denn die Anlage sei nun gesperrt. „Draußen gibt es für uns keine Trainingsmöglichkeiten. Das ist sehr unbefriedigend“, sagt Meier, der mit seinen Spielerinnen Laufeinheiten absolviert oder dem Soccerpark einen Besuch abstattet.

Der psychologische Vorteil, so hat es den Anschein, liegt aufseiten des SV Henstedt-Ulzburg. Der TV Jahn, der im Stadion das dritte Erfolgserlebnis anstrebt, holte seine Punkte zu Beginn der Saison beim FF USV Jena II (0:0) und gegen Schlusslicht Herforder SV Borussia Friedenstal (4:3). Der Gast aus dem schleswig-holsteinischen Kreis Segeberg startete mit sechs Niederlagen (und 6:31 Toren). Am 12. November errang er mit dem 2:2 in Herford den ersten Punkt. Eine Woche später folgte der erste Sieg (3:1 über Hohen Neuendorf). Jahns Trainer Meier bewertet diese Tatsachen nicht über: „Henstedt-Ulzburg hat die Punkte gegen Gegner geholt, die unten stehen.“

Tobias Homp gewann mit dem HSV den DFB-Pokal

Bei einem DFB-Lehrgang in Kaiserau hat Meier seinen Henstedt-Ulzburger Kollegen bereits kennengelernt. Es handelt sich um Ex-Profi Tobias Homp, der von 1985 bis 1997 für den Hamburger SV und FC Homburg insgesamt 270 Spiele, davon 114 in der 1. und 156 in der 2. Bundesliga, bestritten hat. Der in Kiel geborene Defensivmann erzielte zehn Tore (drei in Liga eins).

In der Saison 1986/87 wurden Homp und der HSV hinter Bayern München Vizemeister. Am 20. Juni 1987 gewann Hamburg vor 76000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion mit einem 3:1 (1:1) gegen den Zweitliga-Siebten Stuttgarter Kickers den DFB-Pokal. Homp wirkte im Finale 90 Minuten mit – an der Seite von Uli Stein, Ditmar Jakobs, Dietmar Beiersdorfer, Manfred Kaltz und Thomas von Heesen. Homps Trainer war der am 14. November 1992 in Innsbruck verstorbene Wiener Ernst Happel. Tobias Homp gastiert mit den Henstedt-Ulzburgerinnen zum ersten und letzten Mal beim TV Jahn. Der Trainer hat zum Saisonende nach dann drei Jahren seinen Abschied angekündigt.