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2. Fussball-Bundesliga Frauen TV Jahn Delmenhorst verliert gegen Arminia Bielefeld

Von Klaus Erdmann | 29.10.2017, 22:51 Uhr

Der TV Jahn Delmenhorst hat sein Heimspiel in der 2. Fußball-Bundesliga der Frauen gegen Arminia Bielefeld mit 1:5 verloren. Die Gäste übernahmen die Tabellenführung.

Die „Wochen der Wahrheit“ (Cheftrainer Claus-Dieter Meier) haben für die Fußballerinnen des TV Jahn Delmenhorst, Aufsteiger in die 2. Bundesliga, mit einem 1:5 (1:3) gegen Arminia Bielefeld begonnen. Der neue Spitzenreiter zeigte am Sonntag im Stadion zwar nicht seine wahre Leistungsstärke, präsentierte sich jedoch als spielstarke Mannschaft, die insbesondere im Offensivbereich über herausragende Kräfte verfügt. Gleichwohl enttäuschte der Neuling, der seine dritte Niederlage bezog, jedoch erstmals deutlich verlor, nicht. Der Gastgeber, bei dem Tomke Hege aufgrund einer Fußverletzung fehlte, trat, wie von Meier angekündigt, mutig auf. Er ging sogar in Führung und kam zu weiteren Gelegenheiten.

Nathalie Heeren bringt Jahn in Führung

Die erste vergab Stefanie Herzberg bereits in der 3. Minute, als sie nach einem sehenswerten Spielzug, der über Anna Mirbach und Neele Detken lief, das Ziel verfehlte. In der 6. Minute gelang Nathalie Heeren, die Bielefelds Torhüterin Vivien Brandt sichtlich überraschte, mit einem Schuss ins lange Eck das 1:0. Der Favorit benötigte jedoch nicht lange, um sich von dem Schrecken zu erholen. Die polnische Nationalspielerin Oliwia Wos köpfte den Ball neben das Gehäuse (8.). Zwei Minuten später parierte TVJ-Schlussfrau Magdalena Flug einen Schuss von Maxine Birkner glänzend. Dann jedoch war es soweit: In der 14. Minute vermochte die Jahn-Abwehr den Ball nicht aus der Gefahrenzone zu befördern und Sarah Grünheid gelang erstens das 1:1 und zweitens der achte Saisontreffer.

Bielefeld liegt zur Pause mit 3:1 vorn

In der 20. Minute musste sich Flug, die kurz zuvor einen Querschläger ihrer Teamkollegin Lena Funke meisterte, erneut geschlagen geben: Nach Vorarbeit von Annabel Jäger und der deutschen U20-Nationalspielerin Nina Lange setzte Lena Schulte das Spielgerät zum 2:1 ins Netz. Für den 3:1-Pausenstand war Grünheid verantwortlich, die nach Vergehen von Funke an Laura Liedmeier den Elfmeter verwandelte (36.).

Bielefeld wurde von einem zeitweise lautstarken, fünfköpfigen Fanclub unterstützt. Das Team, das Erstligist MSV Duisburg mit 2:1 aus dem Pokal geworfen hat, ließ in Hälfte eins wiederholt seine Klasse aufblitzen. Die Kombinationen liefen phasenweise wie am Schnürchen. Grünheid, Liedmeier und Birkner setzten in der Offensive Akzente. Letztere, Leistungsträgerin, Mannschaftsführerin und Co-Trainerin, wirkte etwas zurückhaltend. Ihr Trainer Markus Wuckel sorgte für Aufklärung. „Maxine war während der letzten Tage krank und konnte nicht trainieren“, erklärte der vierfache DDR-Nationalspieler.

Beide Teams vergeben Torchancen

In der 54. Minute stand der frischgebackene Tabellenführer der zweithöchsten deutschen Spielklasse vor einem weiteren Treffer, doch Grünheid scheiterte am Außenpfosten. Nach einem Freistoß von Birker gelang Liedmeier per Kopf das 1:4 (62.). Dann kam Jahn zu Möglichkeiten, doch Detken schoss vorbei (63.) und Julia Hechtenberg setzte den Ball nach einem hervorragenden Zuspiel von Mirbach neben das Tor (73.). Eine Minute später rettete Flug vor Grünheid und in der 76. Minute landete ein Distanzschuss von Jäger am Pfosten. Lange machte es besser. Ihr langer Ball fand über Flug hinweg den Weg ins Torl (81.).

Coach Meier betonte, dass es das Ziel gewesen sei, sich nicht abschießen zu lassen. „In der zweiten Halbzeit haben wir gezeigt, dass wir Fußball spielen können“, fügte er hinzu. Die Mannschaft habe alles gegeben. Er könne ihr keinen Vorwurf machen. Meiers Kollege Wuckel beklagte „zu viele Fehlpässe“. Sein Team habe zunächst zu pomadig gespielt. Jahn sei mit dem 1:5 noch gut bedient. Wuckel: „Wir haben uns dem Niveau angepasst.“

Jahns „Wochen der Wahrheit“ erfahren mit dem Auftritt bei Turbine Potsdam II (Sonntag, 11 Uhr) und dem Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach (12. November, 14 Uhr) ihre Fortsetzung.