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2016 auch Deutsche Meisterin Als Olympia-Silber für Sandra Auffarth unmöglich schien

Von Frederik Böckmann, Frederik Böckmann | 31.12.2016, 16:10 Uhr

Silber bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro war aber nicht die einzige Medaille für die Vielseitigkeitsreiterin Sandra Auffarth in diesem Jahr: Zuvor wurde sie bereits Deutsche Meisterin. Auch Dressurreiterin Rebecca Horstmann und Voltigierer Torben Jacobs räumten in diesem Jahr kräftig ab – und holten DM-Gold.

Das Sportjahr war noch lange nicht vorbei, genauer gesagt lief mit den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro gerade das sportliche Großereignis in 2016, da lieferte Sandra Auffarth schon einen der Sportsprüche des Jahres 2016: „Es ist besser, Silber zu gewinnen, als Gold zu verlieren“, jubelte die Vielseitigkeitsreiterin aus Bergedorf über die Aufholjagd des deutschen Teams, die mit Olympia-Silber belohnt wurde. Manch ein Athlet hatte in Brasilien neben sportlichen Höchstleistungen auch seine Wortgewandtheit bewiesen – Sandra Auffarth gehörte definitiv dazu. Denn die Reiterin des RV Ganderkesee sprach wenige Stunden später auch noch diesen Satz, der es in alle Olympia-Zitate-Sammlungen geschafft hatte: „Die Silbermedaille hat einen Hauch von Gold.“

Auffarth hatte bei den Olympischen Spielen allen Grund, ihren Glücksgefühlen freien Lauf zu lassen. Denn zusammen mit Michael Jung, Ingrid Klimke und Julia Krajewski gewann die seit kurzem 30-Jährige mit Wallach Opgun Louvo („Wolle“) die fast nicht mehr für möglich gehaltene Silbermedaille im Team-Wettbewerb der Vielseitigkeitsreiter hinter Frankreich und vor Australien, die nach dem Geländeritt kaum noch erreichbar schien. Dazu trug auch Auffarth mit ihren beiden fehlerlosen Ritten im Springen bei. Damit war die Enttäuschung über den elften Rang im Einzel bei Auffarth schnell verflogen. Denn die Bergedorferin galt im Vorfeld der Spiele als eine der großen Medaillen-Kandidaten, patzte nach einer holprigen Dressur zusammen mit ihrem Wolle aber einige Male im Gelände.

Auffarth wird im Juni in Luhmühlen erstmals Deutsche Meisterin

Als Lohn für die Silbermedaille in Rio erhielt Auffarth Anfang November von Bundespräsident Joachim Gauck das Silberne Lorbeerblatt – die höchste Auszeichnung im Sport. Zudem steht die Buschreiterin auf der Auswahlliste für die Niedersächsischen Sportler des Jahres 2016.

Die Olympischen Spiele am Zuckerhut waren aber nicht das einzige Highlight für Auffarth in 2016. Sie wurde Mitte Juni in Luhmühlen zum ersten Mal Deutsche Meisterin in der Vielseitigkeit (natürlich mit ihrem Wolle) und fügte ihrer mittlerweile umfangreichen Sammlung eine weitere Medaille hinzu. „Wolle ging eine tolle Dressur, war im Gelände hoch motiviert und auch im Springen wieder supergut“, sagte die nervenstarke Auffarth.

Rebecca Horstmann reitet zu EM- und DM-Gold in der Dressur

Die Bergedorferin war aber nicht die einzige Reiterin vom RV Ganderkesee, die Schlagzeilen produzierte. 2016 war nämlich auch das Jahr von Dressurreiterin Rebecca Horstmann, die bei zwei Events über Gold-Medaillen jubeln durfte. Ende Juli gewann Horstmann mit ihrem Wallach Friend of mine, den sie Fridolin nennt, zunächst in der deutschen Junioren-Equipe bei den Europameisterschaften im spanischen Oliva den EM-Titel. „Fridolin hat alles gegeben – und mir sooo viel Spaß bereitet“, lobte sie damals ihren Wallach auf ihrer Facebook-Seite. Im Einzel landeten die beiden auf Rang sieben.

Ende August setzte Horstmann ihrer sowieso schon grandiosen Saison 2016 eine weitere Krone auf: Sie wurde mit Fridolin Deutsche Meisterin der Junioren. Sie gewann in Riesenbeck die finale Dressurprüfung der Klasse M**-Kür und entschied damit einen spannenden Dreikampf um den Titel für sich. Horstmann lieferte mit ihrem achtjährigen Fuchs zur Musik von „Just like fire“ von Pink eine ganz starke, fehlerfreie Leistung ab, die mit der hohen Wertung von 75,325 Prozent belohnt wurde. „Wir hatten beide richtig Spaß. Friend of mine hat eigentlich keine Schwächen. Er ist super lernwillig und will einfach immer alles richtig machen. Allerdings fordert er vor dem Ritt immer eine Extra-Kuscheleinheit ein“, erzählte die strahlende Ganderkeseerin damals.

Voltigierer Torben Jacobs jubelt über DM-Gold

Auffarth und Horstmann waren aber nicht die einzigen Sportler aus der Gemeinde Ganderkesee, die DM-Gold holten. Denn bei den Deutschen Voltigiermeisterschaften in Verden führte in diesem Jahr an Torben Jacobs mal wieder kein Weg vorbei: Im Pas de Deux jubelte der Ganderkeseer mit Theresa-Sophie Bresch über den DM-Titel. Jacobs, der in Düsseldorf lebt und studiert, verteidigte mit seiner neuen Partnerin damit souverän seinen Vorjahres-Titel und gehört seit Jahren zur Weltspitze in seiner Sportart.