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2:1 gegen VfR Voxtrup Tom Schmidt schießt VfL Wildeshausen zum Last-Minute-Sieg

Von Frederik Böckmann | 23.04.2017, 21:29 Uhr

Das war ganz wichtig: Der VfL Wildeshausen hat das Kellerduell in der Fußball-Landesliga gegen den VfR Voxtrup mit 2:1 gewonnen – dank eines Treffers in der vierten Minute der Nachspielzeit.

Als der erlösende Siegtreffer in der vierten Minute der Nachspielzeit gefallen war, hielt es dann auch Marcel Bragula nicht mehr in seiner Coachingzone. Der Trainer der VfL Wildeshausen sprinte 80 Meter auf die gegenüberliegende Seitenauslinie, ließ seinen Emotionen freien Lauf und warf sich auf die Jubeltraube seiner Spieler, die gerade Tom Schmidt unter sich begraben hatte. Der 18-jährige Antreiber hatte nach einer Vorabeit von Thorben Schütte gegen den VfR Voxtrup gerade das 2:1 für Wittekind erzielt, welches das Krandelstadion für einen kurzen Moment zum Beben brachte. Zwei Minuten später war der 2:1 (0:1)-Erfolg im Kellerduell der Fußball-Landesliga perfekt – und im Wildeshauser Lager machte sich nach den enorm wichtigen drei Punkten im Kampf um den Klassenerhalt mehr Erleichterung denn kollektive Glückseligkeit breit.

„Die Mannschaft hat sich für einen am Ende aufopferungsvollen Kampf belohnt“, meinte Bragula. Er räumte aber auch ein, dass seine Freude „gedämpft“ sei. Dies hatte vor allem mit der lange Zeit schwachen Vorstellung seiner Akteure zu tun. „Unerklärlich“ sei für ihn das „lethargische und taktisch katastrophale“ Auftreten seiner Mannschaft in der ersten Halbzeit gewesen. „Das war das bislang wichtigste Spiel der Saison. Und dann so eine Leistung. Das war Angsthasen-Fußball“, schüttelte Bragula den Kopf und wunderte sich auch über die Stille im Stadion. „Ich gebe alles, damit wir in der nächsten Saison hier weiter Landesliga-Fußball zeigen können.“ Diese Leidenschaft und Emotionen habe er mit Ausnahme des kampfstarken Schmidt bei seiner Elf und den Fans lange Zeit nicht gesehen.

Voxtrups Trainer Thomas Lüken zerknirscht

Während die VfL-Spieler nach Schlusspfiff zumindest zufrieden den Platz verlassen konnten, hockten die Gäste nach dem Rückschlag im Abstiegskampf zerknirscht auf dem Boden. Voxtrups Trainer Thomas Lüken ärgerte sich über den späten Gegentreffer. „Da haben wir keinen Zugriff. Und vorher müssen wir das 2:1 machen. Wir haben über 90 Minuten taktisch einwandfrei agiert, und dann fällt der Lucky Punch eben nicht für uns, sondern gegen uns“, haderte Lüken. „Das sind die Kleinigkeiten, die im Abstiegskampf am Ende wohl entscheidend sind“, so der VfR-Coach.

Lükens Ärger war verständlich. Denn die Gäste hatten zwar nicht mehr Ballbesitz, dafür aber ein leichtes Chancenplus (7:6). Nach einer ordentlichen Anfangsphase verlor Wildeshausen den Faden. Es fehlten Tempo und Ideen, Zweikampfstärke und Einsatz. Das 0:1 durch Marcel Mentrup, der nach einer Linksflanke aus dem Halbfeld völlig frei stand (25.), kam zwar ein Stück weit überraschend, war für die fehlende Entschlossenheit des VfL aber bezeichnend.

Maxi Seidel als belebendes Element

Nach der Pause brachte dann die Einwechslung von Maxi Seidel Schwung in die Offensivbemühungen der Gastgeber. Die Folge: Seidel provozierte mit einem Schuss einen Handelfmeter für Wildeshausen, den Jan Lehmkuhl sicher zum 1:1 verwandelte (66.). In der Folge besaß der VfL Wittekind zwar weiter mehr Spielanteile, musste aber bei Chancen für Voxtrup immer auf der Hut sein.

Jan Lehmkuhl fliegt mit Gelb-Rot

Die Schlussphase hatte es dann in sich. Die Gäste hatten drei gute Möglichkeiten (85./90.+1/90.+2., Pundsack pariert gut), auf der Gegenseite scheiterte der in den Sturm beorderte Innenverteidiger Schütte knapp (88.). Außerdem sah Jan Lehmkuhl nach seinem zweiten unnötigen Foul Gelb-Rot (90.).

Als es dann nach einem Unentschieden aussah, traf Schmidt doch noch für Wildeshausen – und Bragula setzte zu einem seiner bekannten Jubelläufe an. „Dieses Mal zum Glück ohne Verletzung“, schmunzelte der Coach, der sich bei einer ähnlichen Aktion in der Vorsaison schon einen Muskelfaserriss zugezogen hatte.