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25:28 gegen HSG Wilhelmshaven TV Neerstedt II verspielt Acht-Tore-Führung

Von Heinz Quahs, Heinz Quahs | 07.02.2016, 18:28 Uhr

Das war ganz bitter: Die Landesliga-Handballer des TV Neerstedt II haben das Kellerduell gegen die HSG Wilhelmshaven mit 25:28 verloren.

Sie hatten sich viel vorgenommen, sie erwischten einen glänzenden Start, doch am Ende standen sie mit leeren Händen da: Die Landesliga-Handballer des TV Neerstedt II haben ihr Heimspiel gegen den Abstiegskonkurrenten HSG Wilhelmshaven völlig unnötig mit 25:28 (14:13) verloren – und einen weiteren Befreiungsschlagsschlag im Kampf um den Klassenerhalt verpasst. Die Art und Weise, wie Neerstedt die neunte Saisonniederlage kassierte, machte TVN-II-Trainer Lutz Matthiesen nach Spielende ein wenig sprachlos. Er beschrieb die zweite Halbzeit der Gastgeber als ein „einziges Gegurke“.

Dabei hatten die Hausherren richtig schwungvoll begonnen und schienen nahtlos an das Auricher Spiel anknüpfen zu können, obwohl einige Leistungsträger fehlten. Eine bärenstarke Deckung mit einem sehr gut aufgelegten Keeper Lukas Oltmanns als Rückhalt hatte die schnelle gegnerische Offensive sehr gut im Griff. Druckvolle, schöne Kombinationen mündeten in sehenswerten Toren von Kreisläufer Philipp Hollmann oder durch Rechtsaußen Lennard Bruns. Auch das Umschalten nach Ballgewinnen in den Angriff funktionierter ausgezeichnet. Die Folge: Neerstedt führte nach 19 Minuten bereits mit 12:4. Zudem schien den Neerstedtern die Rote Karte gegen den gegnerischen Coach Jörg König (11.) in die Karten zu spielen, der nach einer Hinausstellung gegen einen seiner Spieler diese Aktion lauthals mit den Worten gegen die Schiedsrichter kommentierte: „Was hast Du denn hier für einen Auftrag?“

TV Neerstedt II verliert nach klarer Führung den Faden

Doch was ab der 20. Minute aus TVN-II-Sicht passierte, beschrieb Matthiesen so: „Wir sind heftig ins Straucheln gekommen. Ich verstehe nicht, wie meine Mannschaft dermaßen den Faden verlieren konnte.“ Neerstedt spielte nun im Angriff zunehmend unkonzentrierter und da die Gastgeber die Angriffe viel zu schnell und überhastet abschlossen, nutzte die HSG jede Chance zum Torerfolg. Nicht zu übersehen war dabei, dass die Abwehr der Hausherren mehr und mehr auseinanderbrach und sowohl gegen die Würfe aus dem Rückraum als auch im Eins-gegen-Eins kaum noch eine Abwehrchance hatte. Besonders den dreizehnfachen HSG-Torschützen Tim Lysk bekam Neerstedt fast überhaupt nicht mehr in den Griff. So erzielte der TVN bis zur Pause nur noch zwei Treffer. Wilhelmshaven dagegen nutzte jede Chance und kam zur Pause (14:13 für Neerstedt) bis auf einen Treffer heran.

Zu Beginn der zweiten Hälfte gab es zunächst einen offenen Schlagabtausch. Nach dem 17:17-Ausgleich (37.) schien Wilhelmshaven Oberwasser zu bekommen. Doch Neerstedt fightete, setzte sich erst auf 20:17 (45.) und dann mit Toren von Torben Schachtschneider und Andre Schröder-Brockshus noch einmal auf 24:21 (51.) ab – und schien neun Minuten vor dem Ende wieder in der Spur zu sein. Einige strittige Schiedsrichter-Entscheidungen nutzten die Gäste dann aber konsequent und mit vier Toren in Folge gingen sie fünf Minuten vor dem Ende erstmals mit 25:24 in Führung. In der verbleibenden Zeit versuchte Neerstedt viel zu überhastet und unvorbereitet wieder zum Erfolg zu kommen, doch wurden sie vom Gegner nun mehrfach ausgekontert und mit drei weiteren Toren in Folge machte die HSG den Sack dann endgültig zu. „Am Ende lief dann nach einigen Holztreffern endgültig alles gegen uns“, trauerte Matthiesen den verlorenen Punkten hinterher.