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25:35 gegen Meister Beckdorf TV Neerstedt verkauft sich teuer

Von Lars Pingel | 08.05.2016, 17:18 Uhr

Die Oberliga-Handballer des TV Neerstedt haben ihr letztes Heimspiel gegen Meister SV Beckdorf mit 25:35 (14:16) verloren.

Jörg Rademacher atmete durch. „Ich bin froh, dass die Saison vorbei ist“, sagte der Trainer der Handballer des TV Neerstedt dann kurz nach dem Heimspiel gegen den SV Beckdorf. Das gelte auch für seine Mannschaft, fügte er hinzu. Die hatte vor rund 100 Zuschauern nicht verhindern können, dass die Gäste ihren Triumphzug durch die Oberliga mit einem 35:25 (16:14) krönten und mit 52:0 Punkten den direkten Wiederaufstieg in die Dritte Liga feierten.

„Aller Ehren wert“ sei der letzte Auftritt 2015/2016 gewesen, lobte Rademacher sein „wirklich letztes Aufgebot“. Diese im Zusammenhang mit ersatzgeschwächten Teams gerne verwendeten Worte passten am Samstag. Dem TVN, der seit Wochen mit einem kleinen Kader antreten musste, fehlten in Andrej Kunz, Björn Wolken, Tim Schulenberg und Malte Kasper vier Spieler, die in der ersten Sieben stehen könnten. Und: Das Team ging nur mit sieben Feldspielern und zwei Torhütern in die Partie gegen den Meister. Wechseln konnte Rademacher nur auf der Kreisposition.

Vier Spieler werden vor dem Anpfiff verabschiedet

„In der ersten Halbzeit haben wir das sehr gut gemacht“, sagte Rademacher. Dazu trugen auch drei Spieler sehr viel bei, die vor dem Anpfiff vom TVN-Vorsitzenden Gerd Bolling verabschiedete worden waren: Linksaußen Thomas Schützmann, Rückraumspieler Matthias Hüsener und Torwart Tristan Depenbrock. Der vierte TVN-Akteur, der den Verein verlassen wird, Kreisläufer Marcel Tytus, war angeschlagen ins Spiel gegangen. Er kämpfte bei seinen Einsätzen wie alle Neerstedter nimmermüde um ein gutes Ergebnis.

Gegen einen Meister, der auch nicht mehr in Bestbesetzung (ein Torwart, neun Feldspieler) auflief, spielte der TVN mutig auf. Die 6:0-Abwehr stand sicher, Depenbrock war ihr ein guter Rückhalt und in der Offensive funktionierten die Kombinationen gegen eine Beckdorfer 6:0-Defensivformation gut. Nach elf Minuten lagen die Neerstedter mit 7:5 in vorn. Dann kam die Beckdorfer Offensive um den überragenden Spielmacher, den lettauischen Nationalspieler Maris Versakovs (12/5 Tore), in Schwung. Trotzdem, mit etwas mehr Wurfglück – sie trafen oft die Latte – hätten die Neerstedter zur Halbzeitpause (14:16) nicht zurückgelegen.

SV Beckdorf zieht mit 5:0-Lauf auf und davon

Nach dem Seitenwechsel blieb die Partie noch acht Minuten lang ausgeglichen. Dann beseitigte Beckdorf mit einem 5:0-Lauf innerhalb von 180 Sekunden alle Zweifel. „Es war klar, dass bei uns irgendwann die Lichter ausgehen“, sagte Rademacher. „Beckdorf war für uns aber auch kein Maßstab, das Team war für die ganze Liga kein Maßstab.“ Und so fiel das Saisonfazit des Siebten der Abschlusstabelle positiv aus. „Unter diesen Umständen ist das sehr, sehr gut“, meinte Rademacher. „Die junge Mannschaft hat sich gut verkauft.“