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3. Handball-Liga HSG Hude/Falkenburg feiert einen Sieg für die Seele

Von Daniel Niebuhr | 17.01.2016, 23:48 Uhr

Mit Interimscoach Werner Bokelmann platzt bei der HSG-Hude/Falkenburg der Knoten. Ein Kandidat für seine Nachfolge sitzt beim 26:24 in Hollenstedt bereits mit auf der Bank.

Die einzige schlechte Nachricht gleich vorweg: Die Handballerinnen der HSG Hude/Falkenburg sind nach wie vor Letzter der 3. Liga. Das störte aber irgendwie niemanden so richtig, die Stimmung im Lager des Aufsteigers war gestern Nachmittag so gelöst wie seit Monaten nicht mehr. Siege können manchmal wahre Wunder wirken.

Mit 26:24 (11:13) gewannen die Huderinnen bei Jahn Hollenstedt-Wenzendorf, dem Leidensgenossen im Abstiegskampf, und sind mit 2:20 Zählern nun punktgleich mit dem Vorletzten. Das rettende Ufer ist immer noch sechs Punkte weg, allerdings ist der in der zweiten Hälfte herausgearbeitete Erfolg für die Seele ohnehin wertvoller als in der Tabelle. Er kann, das ließ sich gestern heraushören, einen neuen Geist bei der HSG wecken. „Der Knoten ist geplatzt“, meinte Betreuer Sebastian Zwiener, und Interimstrainer Werner Bokelmann sagte: „Wir sind stolz.“

Woltjen überragend

Neben Zwiener und Bokelmann saß auch die langzeitverletzte Mareike Zetzmann auf der Bank – und ein heißer Kandidat für den Posten des Chefcoaches. Nach dk-Informationen soll Dean Schmidt, der zuletzt beim Männer-Oberligisten HSG Nienburg tätig gewesen war, Hude/Falkenburg in Kürze übernehmen – er stand sogar schon mit auf Jubelfoto, das die HSG nach der Partie auf ihrer Facebookseite postete.

Müller in der Schlussphase treffsicher

Die Vereinsoffiziellen wollten das noch nicht kommentieren und lieber über das Spiel sprechen, in dem der HSG plötzlich wieder das Selbstvertrauen zeigte, das das Team in der vergangenen Saison so stark gemacht hatte. Von einem frühen Rückstand ließen sich die Huderinnen nicht schocken. Nach 4:7 gingen die Gäste durch vier Treffer in Serie beim Stand von 8:7 erstmals in Führung. Zur Halbzeit lagen sie dann wieder hinten, nahmen das Heft dann aber durch eine bärenstarke Abwehr und eine überragende Katharina Woltjen im Tor in die Hand. Zunächst glichen sie durch Jessica Galle und Kea Drewes in der 33. Minute zum 14:14 aus, dann setzten sie sich von 16:16 auf 19:16 ab. Die HSG profitierte von ihrem 14er-Kader, in den auch Führungsspielerin Saskia Petersen zurückgekehrt war. Hollenstedt kam nicht mehr dichter als bis auf zwei Treffer heran, auch weil Janna Müller in der Schlussphase dreimal traf. „Wir fangen jetzt nicht an, vom Klassenerhalt zu reden“, sagte Werner Bokelmann: „Aber wir haben gezeigt, wie viel Charakter in uns steckt.“