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3. Handball-Liga HSG Hude/Falkenburg verliert mit vier Aushilfen

Von Daniel Niebuhr | 28.02.2016, 21:01 Uhr

Die Drittliga-Handballerinnen der HSG Hude/Falkenburg verlieren 18:30 gegen Nord Harrislee. Dabei stehen vier Aushilfen auf dem Parkett.

Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass auf dem Trikot der HSG Hude/Falkenburg in dieser Drittliga-Saison irgendwie ein Fluch lasten muss, dann bekam ihn Judith Niewiora am Sonntagnachmittag schmerzhaft zu spüren. Die beispiellose Verletztenserie der HSG machte es möglich, dass die Freundin von Trainer Dean Schmidt im Spiel gegen den TSV Nord Harrislee als allerletzte Aushilfe ihr erstes und vermutlich einziges Spiel für die Huderinnen machte – leider endete das Experiment mit einem dicken Knöchel. Niewiora knickte in der 42. Minute um und wurde von Schmidt vom Feld getragen, der hinterher unkte: „Das muss ich mir nachher noch anhören.“

Premieren-Tor für Sylwia Szymczyk

Der Vorfall passte zur Seuchen-Saison der HSG und auch zum Spiel am Sonntag, das trotz guter Ansätze mit 18:30 (10:14) verloren ging. Es war die 15. Niederlage im 16. Spiel, der Abstieg ist nur rechnerisch noch abzuwenden. Das Team habe es den Großteil des Spiels über gut gemacht, meinte Schmidt, „in unserer Situation war das eine ordentliche Leistung“. Eine durchaus nachvollziehbares Urteil, wenn man bedenkt, dass neben Notaushilfe Niewiora auch drei Spielerinnen aus der zweiten Mannschaft einsprangen und mit Sylwia Szymczyk ein Neuzugang auf dem Feld stand, der erst seit drei Wochen im Training ist. Die Polin wird aber immerhin bis Saisonende bei der HSG bleiben.

Tempogegenstöße bringen Hude/Falkenburg um jede Chance

Selbst erfahrene Zuschauer mussten bei der Huder Aufstellung grübeln, zumindest 20 Minuten lang verkaufte sich die Rumpftruppe aber ausgezeichnet. Die Abwehr war bissig und beweglich, vorne fehlte zwar jegliche Gefahr aus dem Rückraum, die HSG fand aber kreative Lösungen. So stand es in der 23. Minute 8:8, ehe Harrislee vier Gegenstoßtore in Folge erzielte. „Wenn es nicht läuft, müssen wir das Tempo auch mal rausnehmen. Stattdessen werden wir noch hektischer“, sagte Schmidt.

Aushilfe Niewiora verletzt sich

Das gleiche Schauspiel gab es in der zweiten Halbzeit noch einmal zu sehen. In der 36. Minute brachte Janna Müller Hude/Falkenburg auf 13:16 heran, dann zog Harrislee erneut durch Kontertreffer entscheidend auf 21:13 davon. Von da an trudelte das Spiel aus, der HSG gelangen immerhin noch einige schöne Tore, unter anderem ein Handgelenkwurf von Leihgabe Inke Meyerholz (im Video), die sonst in der Reserve aufläuft. Szymczyk erzielte ihren ersten Treffer für die HSG, die bundesliga-erfahrene Linksaußen stand zum ersten Mal seit fünf Jahren in einem Pflichtspiel auf dem Handballfeld. Am Ende konnte sie alle mit der Niederlage leben – auch Niewiora, deren Knöchel nach dem Spiel zwar in ein Kühlpad gewickelt war, offenbar aber keinen ernsthaften Schaden genommen hat. „Es geht schon wieder“, erklärte sie, sicher auch zur Erleichterung ihres Lebensgefährten.

 Video: Daniel Niebuhr