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3:3 gegen Heidmühler FC Spätes Gegentor bringt TSV Ganderkesee um den Sieg

Von Lars Pingel | 22.05.2016, 20:59 Uhr

Die Bezirksliga-Fußballer des TSV Ganderkesee haben gegen den Heidmühler FC unglücklich zwei Punkte verloren. In der dritten Minute der Nachspielzeit erzielten die Gäste das 3:3. Erst 120 Sekunden zuvor hatte der TSV sein drittes Tor erzielt.

Natürlich, es war auch eine Durchhalteparole. „Einen Versuch haben wir noch“, sagte Daniel Lachmund, Trainer des Bezirksligisten TSV Ganderkesee. Da er und seine Spieler am Sonntag aber erneut bewiesen, dass im Fußball irgendwie und immer wieder alles möglich ist, dürften die etwa 100 Zuschauer des 3:3 (1:0) gegen den Tabellendritten Heidmühler FC und diejenigen, die am vergangenen Montag Zeugen des 6:4 über den TV Esenshamm waren, überzeugt sein, dass sich die TSV-Mannschaft im Kampf gegen den Abstieg in der Tat noch nicht aufgegeben hat.

Fünf Mannschaften können noch absteigen

Die Ganderkeseer gehen nach dem unglücklichen Remis gegen die Friesländer von der ungünstigsten Position aus in das – zumindest bis Mittwoch – Fünfer-Fernduell, in dem noch ein Absteiger in die Kreisliga gesucht wird. Der TSV belegt mit 28 Punkten den 14. Platz, den Abstiegsrang, – und er tritt am Freitagabend, 19 Uhr, in seinem letzten Spiel der Saison beim „Überteam“ 2015/2016, beim SV Atlas Delmenhorst an. Die Ganderkeseer müssen gewinnen und auf Schützenhilfe hoffen.

Der Tabellen-13., Eintracht Wiefelstede (29 Punkte/-24 Tore), hat noch zwei Möglichkeiten, die fehlenden drei Punkte zu holen: am Mittwoch, 19.30 Uhr, beim Absteiger TV Esenshamm und am Freitag, 20 Uhr, gegen den VfL Stenum.

Ganderkeseer brauchen Schützenhilfe

Die Ganderkeseer könnten auch den Zwölften, den BV Bockhorn (30/-7, am Freitag beim VfB Oldenburg II) und den Elften, den VfL Oldenburg II (31 Punkte, am Freitag beim GVO Oldenburg) noch überholen. Der VfL II weist die schlechteste Tordifferenz aller gefährdeten Kandidaten auf: -31. Für Tur Abdin Delmenhorst (Platz 10, 31 Punkte, am Freitag beim FC Rastede) ist die Gefahr, doch noch abzusteigen, durch das 6:0 über den VfL Oldenburg II bei einem Torverhältnis von -12 schon sehr, sehr klein geworden.

Robin Ramke trifft in Nachspielzeit zum 3:2

„Die Jungs tun mir leid“, sagte Lachmund nach dem Schlusspfiff des letzten Heimspiels der Saison 2015/2016. „Sie hätten es verdient, in der Bezirksliga zu bleiben und sich dort fortzuentwickeln.“ Dank einer Riesenportion Kampfgeist hatten die Ganderkeseer ein fast schon verlorenes Spiel am Sonntag fast schon gewonnen. Kapitän Patrick Meyer (89. Minute) und Robin Ramke (90.+1) machten in nicht einmal 120 Sekunden aus einem 1:2 ein 3:2. Doch der Heidmühler Michael Nagra verpasste dem TSV in der dritten Minute der Nachspielzeit einen bitteren Nackenschlag. Meyer (34.) hatte den TSV in Führung gebracht, ehe ihn Jascha Meine (64.) und Niklas Fasshauer (75.) im Grunde auf die Verliererstraße schubsten.

TSV vergibt vor der Pause einige Chancen

„So ist das in der Bezirksliga“, sagte Lachmund. „Eine Spitzenmannschaft macht aus wenigen Chancen drei Tore. Wir brauchen einfach zu viele, das müssen wir uns vorwerfen lassen.“ In der Tat hätte der TSV mit einer höheren Führung in die Pause gehen können, vielleicht sogar müssen. Aus sechs guten Möglichkeiten machte nur Meyer, der eine Ecke von Jan Badberg ins Netz köpfte, einen Treffer.

Gelungene Aktionen der Gäste ließ das engagierte TSV-Team in der ersten Halbzeit so gut wie nicht zu. Nach dem Seitenwechsel verloren die Ganderkeseer aber den Zugriff auf ihre Gegenspieler. Die technisch starke HFC-Mannschaft bestimmte das Geschehen. Sie kam durch einen Kopfball von Meine zum Ausgleich (64.). Fasshauer bestrafte dann einen Ballverlust des TSV im Mittelfeld (75.).

Nach der Pause ist der Heidmühler FC lange überlegen

Dieser Treffer hinterließ offensichtlich Wirkung im TSV-Team, dem lange nichts mehr gelang. Doch die Ganderkeseer zogen sich aus dem Tief. Sie warfen in der Schlussphase alles nach vorn und wurden belohnt: Meyer verwertete entschlossen eine Flanke von Badberg; Ramke einen Querpass von Meyer. Im Übereifer, den Sieg über die Zeit retten zu wollen, stürmten dann aber zu viele TSVer auf den ballführenden Fasshauer, der cool blieb und den Ball zum frei stehenden Nagra brachte. Lautstarke Proteste von TSV-Fans, -Betreuern und -Spielern, die eine Abseitsstellung monierten, blieben ungehört.