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38. Volleyball-Pfingstturnier Perfekte Mischung aus sportlichem Ehrgeiz und Spaß

Von Frederik Böckmann, Frederik Böckmann | 16.05.2016, 22:15 Uhr

2500 Volleyballer, 302 Teilnehmer, acht Hallen, drei Turniertage: Beim Volleyball-Pfingstturnier 2016 der VG Delmenhorst-Stenum haben sich wieder Hobbyvolleyballer und hochtalentierte Spieler gemessen.

Sie feuern sich an, sie klatschen rhythmisch vor dem Ballwechsel, sie jubeln: Bereits 100 Meter vor der Stadtbad-Halle in Delmenhorst ist am Montagmittag auf dem Parkplatz zu hören und zu erahnen, was später in der Halle zu sehen ist: Mehr als 100 Volleyballer baggern, pritschen und schmettern auf vier Spielfeldern um Punkte, Sätze und Siege. Es ist ein riesengroßes Gewusel von jungen und älteren, von weiblichen und männlichen Spielern, und doch läuft alles irgendwie geordnet ab: Bei der 38. Auflage des Volleyball-Pfingstturnieres der VG Delmenhorst-Stenum weiß jeder, was er zu tun hat. Die Spieler, die Schiedsrichter, die Helfer.

Christian Altkirch drückt im Orga-Raum der Stadtbad-Halle – dort, wo alle Fäden zusammen laufen – das aus, was auf den ersten Blick vielleicht langweilig klingt, aber doch alles über das größte Hallen-Volleyballturnier Europas aussagt: es ist perfekt organisiert. „Es ist alles ruhig abgelaufen“, erklärte der Chef der vier Mann großen Organisationscrew. „Es gab keine Beschwerden, nur positive Reaktionen. Es hat richtig Bock gemacht.“ Ein Selbstläufer eben. (Weiterlesen: 2500 Volleyballer bevölkern drei Tage die Stadt)

Hamburger Landesauswahlkader hinterlässt Eindruck

2500 Volleyballer, 302 Mannschaften acht Hallen, drei Turniertage: Das Mammut-Event war vor allem für die Hobbymannschaften, aber auch für die Teams der stärkeren Leistungsklassen die perfekte Mischung zwischen Sport und Spaß. Während die Freizeitvolleyballer vor allem auf der legendären Party am Samstagabend feiertechnisch alles gaben, zogen die Teams der Leistungsklassen I-III am Montag das sportliche Tempo durchaus an. Bei den Damen hinterließ etwa der junge Landesauswahl-Kader aus Hamburg (VCO Hamburg) mit Rang vier Eindruck. „Von den Spielerinnen werden wir bestimmt einige später in der Bundesliga sehen“, staunte auch Altkirch über das Niveau der 15- bis 16-Jährigen Mädchen nicht schlecht.

Ob wie in früheren Jahren auch bald wieder Bundesliga-Mannschaften in Delmenhorst ihre Zelte aufschlagen, daran glaubt Altkirch zur Zeit nicht. „Dazu müssten wir wohl hohe Preisgelder bezahlen. Das wäre nicht der passende Ansatz“, sagt Altkirch und findet die Ausrichtung des Events als „hochklassig besetztes Spaßturnier“ richtig. Apropos Spaß: Das Pfingstturnier nutzten auch die VG-Damen und -Herren in der Leistungsklasse I, um nach dem Saisonende wieder langsam in Schwung zu kommen. (Weiterlesen: Positive Bilanz des Volleyball-Pfingstturnieres 2015)

VG-Herren spielen sich für neue Saison ein – und geben drei Neuzugänge bekannt

Während die personell etwas dezimierten Verbandsliga-Damen als Olympiastützpunkt Delmenhorst Fünfter wurden, verkauften sich die Oberliga-Herren als Vierter recht gut. „Das war völlig in Ordnung. Wir wollten uns wieder etwas fit halten“, sagte VG-Trainerin Susanne Schalk. Bei ihrem Team sind die Planungen für die kommende Saison weit fortgeschritten. Mit Nils Vollbrecht (1. VC Pöhlde/Diagonalangreifer), Janek Borsing (TV Hambergen/Mittelblocker) und Pascal Sparke (TV Hambergen/Außenangriff) hat die VG drei Neuzugänge für kommende Spielzeit verpflichtet. Eventuell kommt auch Libero Sebastian Brüning nach Delmenhorst zurück. „Ich denke, wir sind für die nächste Saison gut aufgestellt“, sagt Schalk, in deren Team auch die Routiniers Jan Großkopf und Hardy Ost weiterspielen. (Weiterlesen: VG Delmenhorst-Stenum kassiert zum Abschluss ein 0:3)

Sport und Spaß, alte Freunde wieder treffen und neue Bekanntschaften machen – bei der 38. Auflage des Pfingstturniers, gab es nur eine Sache, die die Organisatoren monierten, aber doch nicht ändern konnten: das Wetter. Die mittelmäßigen Temperaturen sorgten dafür, dass es in der großen Zeltstadt im Stadion mit rund 1500 Volleyballern dieses Mal stimmungstechnisch etwas ruhiger zuging als früher. „Dafür war die Atmosphäre in den Hallen besser“, fand Altkirch. Negative Auswirkungen auf die Teilnehmerzahl in 2017 befürchtet der 25-jährige aber nicht. (Weiterlesen: Die Volleyballer und das Kribbeln im Bauch)

Denn während er im Orga-Raum den Schriftkram und andere Kleinigkeiten erledigte, kommen immer wieder Volleyballer herein, die sich mit den selben sieben Worten verabschieden: „Wir sehen uns dann im nächsten Jahr.“