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39. Volleyball-Pfingstturnier Viel Spaß, hochklassiger Sport und eine grandiose Party

Von Frederik Böckmann, Frederik Böckmann | 06.06.2017, 00:05 Uhr

1500 Spieler, 280 Mannschaften, neun Hallen, drei Turniertage: Das waren die Eckdaten des Mammut-Events der VG Delmenhorst-Stenum, bei dem es allerdings gefühlt so viele Verletzte wie noch nie gab.

Als drei lange Turniertage und drei kurze Nächte sich dem Ende näherten, da mussten auch einige Volleyballer mit der größten Ausdauer dem Kraftverlust langsam Tribut zollen. Auf den Matten in der Stadtbadhalle – dort, wo alle Fäden des 39. Volleyball-Pfingstturniers der VG Delmenhorst-Stenum zusammen liefen –, machten es sich einige Spieler gemütlich, schliefen oder starrten zufrieden ins Leere. Christian Altkirch nahm diese Bilder gelassen und mit einem Schmunzeln zur Kenntnis. Der Chef-Organisator des größten Hallen-Volleyballturniers in Europa konnte bereits zu diesem Zeitpunkt zufrieden auf das vergangene lange Wochenende zurückblicken. Pritschen, Baggern, Schmettern und Feiern – diese perfekte Mischung aus sportlichem Ehrgeiz und Party hat auch nach vier Jahrzehnten nichts von seiner Anziehungskraft verloren. (Weiterlesen: 49-Jähriger Busfahrer überfallen)

Zwei Neuerungen bei der 39. Auflage

„Wir sind super zufrieden, wie es gelaufen ist. Das Turnier ist eben ein Selbstläufer“, sagte Altkirch. Dazu gehöre zwar auch, dass er oder seine drei Mitstreiter Matthias Sanders, Arne Goldbohm und Jens Heitmann mitten in der Nacht Spielpläne umschreiben müssten. „Aber das gehört für uns als Organisatoren eben dazu – auch, wenn wir dann mal unter Schlafmangel leiden“, sagte Altkirch.

Stillstand bedeutet jedoch auch Rückschritt und so gab es bei der 39. Auflage des Turniers mit 1500 Volleyballern und 280 Mannschaften aus 130 Vereinen, die in neun Hallen (acht in Delmenhorst und eine in Heide) spielten, zwei Neuerungen.

Hohes Niveau in den oberen Leistungsklassen

Punkt eins: Die höheren Leistungsklassen spielten dieses Mal am Samstag. Mit dabei waren auch die Leistungsmannschaften der VG wenn auch teilweise in gemischten Mannschaften. Die Oberliga-Herren belegten in der Leistungsklasse III unter dem Namen In Team Rang sieben, die Verbandsliga-Damen als Olympia Stützpunkt Delmenhorst in der Leistungsklasse I-II Platz fünf.

Obwohl der Spaß hauptsächlich im Vordergrund stand, sei das Niveau in den höheren Leistungsklassen sehr ansprechend gewesen, fand VG-I-Akteur „Oddo“ Sanders. Dort (und im Quadro-Mix am Montag) spielten einige Regionalliga-Mannschaften und auch eine Handvoll Volleyballer aus der 2. Bundesliga mit. Dazu testeten die Landesauswahlen aus Schleswig-Holstein und Hamburg ebenfalls ihren Leistungsstand. Die VG-Herren nehmen übrigens Mitte Juni nach einer Teambesprechung ihre Vorbereitung für die neue Saison auf. Während Oldie Hardy Ost wohl nicht mehr im Oberliga-Kader stehen wird, könnte die VG dafür wohl ein, zwei Neuzugänge präsentieren, verriet Sanders.

Grandiose Sportlerparty mit bis zu 500 Gästen

Neuerung Nummer zwei gab es in diesem Jahr bei der traditionellen Volleyball-Fete. Statt im aramäischen Gemeindezentrum an der Elsflether Straße fand sie in diesem Jahr im Haus Aldelheide statt und wurde – auch dank der perfekten Organisation von Jens Heitmann und Nathalie Groborz – ein riesen Erfolg. „Die war grandios. Wir haben ein paar Kleinigkeiten geändert, und das kam super an“, erzählte Altkirch. Bis zu 500 Gäste feierten in den Stoßzeiten, darunter auch einige Fans des SV Atlas. Das einzig Negative, das er über die Party gehört habe, sei die Tatsache gewesen, dass sie bereits um 5.30 Uhr beendet worden sei, sagte Altkirch und schmunzelte. Die allerletzten Feierbiester waren einmal mehr „Goldi“ Goldbohm und Ingo Stephan aus der Helfercrew.

Einen Wermutstropfen fanden die Organisatoren aber doch. Denn es gab gefühlt so viele Verletzungen wie noch nie. Zahlreiche Abschürfungen und Prellungen, blutige Knie oder ein verletztes Kinn wurden Altkirch und Sanders genannt. Warum das so war, hatte für die beiden diesen Grund: die Qualität der Spielfelder. „Das haben viele Spieler moniert und ist nicht unbedingt gut für unser Image“, erzählte Altkirch und zeigte in der Stadtbadhalle auf Löcher, Risse und lose Platten.

Zum Abschluss Pizza und Klorollen-Curling

Die positive Grundstimmung wollten sich die Organisatoren davon aber nicht vermiesen lassen. Am Montagabend gab es für alle Helfer traditionell Pizza, dazu wurde zusammen mit dem aus Ex-Delmenhorstern zusammengesetzten Team „Die Memmen“ einmal mehr „Klorollen-Curling“ gespielt. Ein Thema dürfte dabei sicherlich auch der Blick auf das Jahr 2018 gewesen sein. Dann steigt die 40. Auflage des Mammut-Events. „Wir haben dafür schon einige Ideen“, sagte Altkirch – und machte sich an die ersten kleinen Aufräumarbeiten.