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40. Volleyball-Pfingsturnier Festival-Flair und überall gute Laune

Von Frederik Böckmann, Frederik Böckmann | 21.05.2018, 23:02 Uhr

1750 Spieler aus 250 Mannschaften, zehn Hallen, drei Turniertage: Delmenhorst hat sich am Pfingstwochenende wieder in die Volleyball-Hauptstadt Europas verwandelt.

Immer wieder schrieb Kai Stöver Notizen in seinen Block, er gab seinen Spielerinnen Anweisungen, dirigierte und korrigierte: Auch bei der mittlerweile 40. Auflage des Volleyball-Pfingstturniers verfolgte der Trainer der ersten Damen-Mannschaft der VG Delmenhorst-Stenum natürlich ganz genau, wie seine Spielerinnen schmetterten, baggerten und pritschten. Für seine Aufstiegsmannschaft, die am Pfingstmontag in der Stadtbadhalle passenderweise unter dem Namen „Projekt Oberliga“ auflief, hatte er das nach wie vor größte Hallen-Volleyballturnier Europas als teambuildende Maßnahme unter dieses Motto gestellt: 50 Prozent Spaß, 50 Prozent Ehrgeiz. Das setzten die VG-Damen nach einem Gemeinschaftstag mit vielen Gesprächen ordentlich um. Am Ende sprang in der höchsten Leistungsklasse Platz fünf heraus.

Diese Mischung aus Lockerheit und sportlichen Ambitionen macht für Kai Stöver nach wie vor den Reiz des Turnierklassikers aus. „Es macht jedes Jahr großen Spaß“, sagt der Coach – und weiß, wovon er spricht. Denn Stöver ist der Dauerbrenner beim Pfingstturnier. 1988 war seine erste Turnierteilnahme, seitdem war der Lemwerderaner immer als Spieer, Trainer, Fahrer oder als Co-Organisator neben Kerstin Frohburg und Marco Thiel im Einsatz.

„Das Turnier ist natürlich auch ein Jungbrunnen für mich“, sagt Stöver und lacht. Nach 31 Auflagen habe er natürlich auch eine gewisse Erfahrung wie man die vier langen Pfingsttage und -nächte mit Helfertätigkeiten und eigenen Turniereinsätzen ohne zu große Nachwirkungen überstehen könne, schmunzelte Kai Stöver.

Warum das Mammut-Event bei den Volleyballern auch nach vier Jahrzehnten so gut ankommt, war nicht nur an den Gesichtern der gut gelaunten Spieler in den zehn Hallen in Delmenhorst und Heide zu sehen, sondern auch in der großen Zeltstadt im Stadion. Dort wurde gelacht, gescherzt, gegrillt und gefeiert. Stellvertretend dafür stand die Schlechtschmetterfront aus Stade. Die Volleyballer aus Stade nahmen zum ersten Mal am Pfingstturnier teil, spielten im Mixed eine sportlich zwar nur untergeordnete Rolle, sagten jedoch unisono: „Es ist einfach geil hier, die Leute sind einfach locker drauf.“ Der gebürtige Delmenhorster Matthias Meyer lobte die besondere „Festival-Atmosphäre“ in Düsternort.

Das Festival-Flair ist auch ein Aspekt, den Christian Altkirch aus dem Organisationsteam als ein besonderes Element des Drei-Tage-Turniers ausmachte. „Die jungen Leute zieht es eben immer mehr auf Festivals.“ In Delmenhorst gebe es das auch. In einem kleineren Rahmen zwar, dafür aber in Kombination mit Volleyball.

Die 40. Auflage des Mammut-Events mit 250 Mannschaften und rund 1750 Aktiven – vom Zweitliga-Volleyballer bis zum Hobbyspieler – war „aus organisatorischer Sicht nicht sonderlich spannend“, lacht Altkirch. Was bedeutet: Es lief alles rund. Ebenfalls positiv: Nach der Vielzahl an Verletzungen im Vorjahr gab es dieses Jahr keine. Grundsätzlich hielt Altkirch fest: „Wir sind einfach gut vorbereitet.“ Der 27-Jährige freute sich vor allem darüber, dass jüngere Teams aus der VG Turnierleitungen übernommen hatten.

Lange Turnierfete und ein Song zum 40-Jährigen

Gut angenommen wurden die kleineren Änderungen im Spielmodus mit ausgeglicheneren Leistungsklassen – und natürlich die traditionelle Volleyballfete am Samstagabend. Bis zu 850 Volleyballer tanzten bis 5.30 Uhr im Haus Adelheide. Eine Mannschaft aus Mölln („Frikadellen“) nahm zum 40-Jährigen des Pfingstturniers sogar ein Lied – in Anlehnung an Peter Wackels „Malle ist nur einmal im Jahr“ – auf.

Im kommenden Jahr gibt es einen Wechsel an der Spitze des Organisationsteams: Christian Altkirch zieht sich nach acht Jahren als Hauptverantwortlicher des Volleyball-Pfingstturniers zurück, um sich mehr seinen zeitintensiven politischen Aufgaben zu widmen. „Ich bin stolz darauf, dass ich mich in den vergangenen Jahren immer auf die Helfer verlassen konnte“, sagt Altkirch. Sein Amt tritt sein ehemaliger Del-Berg-Um-Spieler Jens Woinitzki an, der in diesem Jahr in die Orga-Arbeit reinschnupperte. „Ein würdiger Nachfolger“, findet Christian Altkirch.