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4:1 gegen TSV Großenkneten Beim SV Baris platzt nach der Pause der Knoten

Von Andreas Bahlmann und Lasse Bahlmann | 06.11.2016, 21:00 Uhr

Das war ein Spieltag ganz nach dem Geschmack des SV Baris Delmenhorst in der Fußball-Kreisliga: Während die Verfolger allesamt patzten, landete der SVB in der Fußball-Kreisliga seinen 14. Sieg im 15. Saisonspiel – und baute seinen Vorsprung in der Tabelle damit auf neun Zähler aus.

Der TV Jahn Delmenhorst hat indes am Sonntag für eine kleine Überraschung gesorgt. Im Spiel eins nach dem Rücktritt von Trainer Timur Cakmak gewann der TV Jahn das Nachbarduell beim TSV Ippener gleich mit 5:0.

SV Baris Delmenhorst - TSV Großenkneten 4:1. Baris-Trainer Önder Caki atmete nach Spielschluss tief durch. „Das war eine schwere Geburt heute. Großenkneten hat das im Rahmen seiner Möglichkeiten echt gut gemacht.“ Mit geschicktem Pressing setzten die Gäste Baris früh unter Druck. Dadurch ließen sie den Spitzenreiter zunächst nicht ins Spiel kommen. Allerdings schwächte sich Großenkneten durch eine Gelb-Rote Karte gegen Hendrik Aufermann nach einem ungestümen Zweikampf früh selbst (38.). Dennoch führten die Gäste durch Sven Peters zunächst sogar mit 1:0 (45.+2). „Das Gegentor hat uns dann aufgeweckt“, meinte Caki. In der zweiten Spielhälfte präsentierte sich der SV Baris zielstrebiger in seinen Aktionen und erzwang in der 50. Minute den 1:1-Ausgleich durch ein Eigentor von Colin Deepe. Drei Minuten später verwandelte Mert Caki einen Elfmeter zur 2:1-Führung. Bei den dezimierten Gästen schwanden nun die Kräfte, weshalb Torjäger Dennis Kuhn (69., 23. Saisontor) und Cumali Tuner (88.) noch auf 4:1 erhöhten.

Huntlosen - Ganderkesee 4:2. Etwas überraschend, aber hochverdient setzte sich der Aufsteiger gegen Ganderkesee durch – das räumte auch TSV-Trainer Ronald Feist ein. „Huntlosen hat uns in der zweiten Halbzeit den Schneid abgekauft. Die haben den Sieg als Mannschaft einfach mehr gewollt als wir.“ Dabei hatte seine Elf einen exzellenten Start erwischt: Michael Eberle (4.) und Christoph Stolle (19.) brachten Ganderkesee mit 25-Meter-Schüssen aus nahezu identischer Position mit 2:0 in Führung. Huntlosen zeigt sich aber nicht geschockt und kämpfte sich mehr und mehr in die Partie hinein, während die Gäste das Ergebnis anscheinend früh verwalten wollten. Noch vor der Pause glichen Felix Dalichau (26., 22-Meter-Freistoß) und Lukas Dalichau (43., nach Unordnung im Ganderkeseer Strafraum) zum 2:2 aus. In der zweiten Hälfte spielt dann nur noch Huntlosen. Mit langen Bällen in die Schnittstellen der TSV-Abwehr versuchten sie die Gäste auszuhebeln – mit Erfolg. In der heiß umkämpfen Schlussphase trafen Wanja Heimann (85.) und Nils Heimann (90.+3, Konter) zum Huntloser Sieg. FCH-Trainer Andree Höttges war mit dem Engagement seiner Elf „sehr zufrieden. Sie hat ein tolles Spiel gemacht.“

Ahlhorn - Heidkrug 3:0. Heidkrugs Trainer Selim Karaca hatte die Niederlage schnell abgehakt. „Es ist besser, wenn alles auf einmal an einem Tag schlecht läuft, als immer ein bisschen über mehrere Spiele verteilt.“ In einer über weite Strecken zerfahrenen Partie erzielten Stefan Rupprecht (2./54.) und Sven Arkenbout (80.) die Tore für den ASV. Die Gäste kamen von Anfang an und auch während der gesamten Spielzeit nie so richtig in Schwung, geschweige denn vor das gegnerische Tor. Ahlhorn überzeugte ebenfalls keineswegs, nutzte seine Torchancen aber wenigstens konsequent.

SV Achternmeer - Harpstedter TB 2:0. Eine Leistungssteigerung nach einer zerfahrenen ersten Halbzeit brachte die Gastgeber durch Tore von Andre Haake (52.) und Robin Johanning (59.) auf die Siegerstraße. Nach einem miserablen Saisonstart mit sechs Pleiten in Serie punktete der SV Achternmeer jetzt zum siebten Mal in Folge. ASV-Trainer Thorben Geerken sagt zum Spiel: „In der Pause wurde es etwas lauter in der Kabine, aber danach haben wir ein anderes Spiel abgeliefert und verdient gewonnen.“

TSV Ippener - TV Jahn Delmenhorst 0:5. Was für ein Einstand für den vom „Co“ zum Cheftrainer beförderten Andreas Busch: Mit einer kompakten Defensive und erfolgreichen Kontern feierte der TV Jahn einen auch in der Höhe verdienten Sieg. Der TSV Ippener fand von Anfang an kein probates Mittel, um die Delmenhorster Verteidigung zu knacken. Klare Torchancen der Heimelf blieben Mangelware. Das 1:0 der Gäste fiel durch einen langen Ball in die Spitze, den Germain Martens in der 27. Minute zur Führung verwertete. Das 2:0 erzielte David Uyar (55.) nach einer starken Balleroberung im Mittelfeld. Wenig später legte Uyar dann das 3:0 nach (62.). Ippener verlor nun völlig den Faden und verlegte sein Hauptaugenmerk aufs Meckern, was schließlich zu zwei Gelb-Roten Karten für Ümit Yildiz (72.) und Aushilfs-Torwart Houssein Hazimeh (74.) führte. Danach war das Spiel gelaufen, und die weiteren Jahn-Tore durch Hasan Gökdeniz (83.) und Samuel Adjei (90.+2) waren die logische Konsequenz. Jahn-Trainer Andreas Busch meinte: „Wir haben eigentlich nicht viel anders gemacht als in den vergangenen Wochen, gingen aber etwas konsequenter zu Werke. Als Ippener mannschaftlich auseinanderfiel, war es dann auch einfach für uns.“

SVG Berne - KSV Hicretspor Delmenhorst 6:1. Hicretspors Interimstrainer Mithat Uzun war sauer. „Diese Niederlage haben wir uns selbst zuzuschreiben. Wir haben uns nach unserer 1:0-Führung dumme Fehler geleistet.“ In der zwölften Spielminute brachte Hayri Sevimli die bis dahin spielbestimmenden Gäste in Führung. Diese verpassten es aber, in der Folge weitere Treffer nachzulegen. Berne kämpfte sich in die Partie zurück – und führte vor der Pause sogar mit 2:1. Björn Beilken (38., nach einem krassen Abspielfehler in der Abwehr) und Daniel Rüscher (44., ein als Flanke gedachter 55-Meter-Freistoß fällt dem Hicretspor-Torwart durch die Arme) trafen für die SVG. Ein Doppelschlag zum Berner 4:1 durch Florian Rüscher (53., Foulelfmeter) und Patrick Guttmann (54., sehenswerter Heber) brachte Hicret endgültig auf die Verliererstraße. In der Schlussphase fingen sich die Gäste durch weitere individuelle und mannschaftstaktische Defensivfehler noch zwei weitere Treffer durch Sebastian Gonschorek (85., Foulelfmeter.) und Nils Schneider (90.) ein. Mithat Uzun meinte: „Wir brauchen zur Winterpause unbedingt fünf, sechs neue Leute – und zwar gestandene. Mit den derzeitigen Spielern ist hier nichts zu reißen.“