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4:2 im Finale gegen Munderloh Delmenhorster TB gewinnt überraschend Delme-Cup

Von Frederik Böckmann | 17.01.2015, 01:36 Uhr

Am Freitagabend um 21.37 Uhr war die Überraschung perfekt: Der Delmenhorster TB gewinnt den Delme-Cup 2015. Im Finale des Hallenturniers gegen den TV Munderloh behielt der Kreisklassist verdient mit 4:2 die Oberhand.

Der Schweiß lief noch durch sein Gesicht, die Beine waren schwer, doch das war Andre Haake völlig egal. Denn der Spielertrainer des Delmenhorster TB war mächtig stolz auf seine Mannschaft. „Das war eine richtig starke Leistung.Wir freuen uns riesig“, jubelte der Spielertrainer des Fußball-Kreisklassisten. Die gute Laune von Haake hatte einen einfachen Grund: Der DTB gewann am Freitagabend überraschend den Delme-Cups 2015. Im Finale des Hallenturnieres setzten sich die Delmenhorster mit 4:2 gegen den amtierenden Hallen-Kreismeister TV Munderloh durch.

Der Delme-Pokal war aber nicht die einzige Trophäe, die der DTB mit nach Hause nahm. Haake als bester Torjäger (zwölf Tore) und Fabian Blaschke als bester Torwart des Turniers komplettierten den Dreifach-Triumph für den Außenseiter. „Wir waren die beste Mannschaft und haben verdient gewonnen“, meinte Haake. Zu seiner eigenen Leistung sagte er: „Seit zwei, drei Wochen bin ich wieder besser in Form. Deswegen lief es heute auch so gut bei mir.“ Und das, obwohl der 29-Jährige einen Tag zuvor noch an der selben Stelle als Spielertrainer für die Handballer der HSG Delmenhorst aufgelaufen war.

Durch ihren Endspieleinzug qualifizierten sich DTB und Munderloh für den hochkarätig besetzten Volksbank-Cup , der am Samstag ab 16 Uhr ebenfalls in der Stadionhalle ausgespielt wird. Dementsprechend groß war die Freude beim DTB schon nach dem Halbfinale, als sich die Haake-Elf nach Toren von Dennis Karsten (6.) und Mesut Yilmaz (7.) bei einem Gegentor von Mert Caki (11., Siebenmeter) mit 2:1 gegen den SV Baris durchgesetzt hatte.

Im zweiten hart geführten Semi-Finale hatte Munderloh mit 4:1 gegen den KSV Hicretspor die Oberhand behalten. Die Treffer erzielten Thorben Schütte (6./9.), Lennart Feldhus (9.) und Fabian Gaden (12.). Hicrets zwischenzeitlichen Ausgleich hatte Burak Yaman (8.) erzielt.

DTB dreht im Finale 0:1-Rückstand in 4:1-Führung

Schon nach der Vorrunde hatte sich angedeutet, dass der DTB ein Wörtchen um den Titel mitreden würde: In seiner ausgeglichenen Gruppe A holte sich der Kreisklassist den Gruppensieg – nicht zuletzt deshalb, weil der exzellente Hallenspieler Haake regelmäßig für sein Team traf. Im Endspiel ließ sich der DTB auch vom frühen Rückstand durch Bendix Schröder (3.) nicht aus Ruhe bringen. „Zwölf Minuten sind in der Halle eine lange Zeit“, meinte Haake. „Wir haben einfach ruhig weiter unsere Vorgaben umgesetzt.“ Und wie: Andre Tiedemann (5.), Stefan Tiedemann (9.) und natürlich Haake selbst (10.) wendeten das Blatt noch zu Gunsten des DTB – 4:1.

Der TVM, für den im Finale noch Hannes Theile (10.) traf, nahm die Niederlage derweil gelassen hin. „Die Krönung war vergangene Woche der Titel bei der Kreismeisterschaft “, sagte Co-Trainer Markus Arndt. „Wir waren dieses Mal nicht so gut drauf, freuen uns aber über die Teilnahme am Volksbank-Cup.“ Den Turniersieg wollten die Turnerbündler noch bei Andre Haake feiern. „Aber nur ein, zwei Bier. Wir haben Samstag schließlich ein wichtiges Turnier“, scherzte der Coach.

Dort hätten auch gerne der KSV Hicretspor und der SV Baris gespielt, doch die beiden türkischen Klubs brachten sich mit schlechten Leistungen im Halbfinale noch um den Lohn. „Wir waren in den entscheidenden Phasen nicht konzentriert genug“, haderte Baris-Trainer Önder Caki und kritisierte: „Einige Spieler waren zu leichtsinnig und haben gedacht, dass man den DTB einfach weghauen kann.“ Konnten sie nicht. Baris-Torwart Slim Gharsallah verhinderte im Endeffekt durch seine starken Paraden sogar noch eine höhere Halbfinal-Niederlage.

Auch Hicretspor, das den größten Anhang auf der Tribüne stellte, schob nach dem Halbfinal-Aus großen Frust. „Wir hätten gerne am Samstag noch mitgespielt“, sagte Trainer Uwe Buchmeier. „Die Spieler haben Munderlohs Hallenqualitäten einfach unterschätzt.“

„Wir haben ein schönes, faires Turnier gesehen“, meinte Chef-Organisator Murat Kalmis. Enttäuschend waren er und seine Mitstreiter Uwe Nüsse und Manfred Imhoff allerdings über die Zuschauer-Resonanz. Nur etwa 100 Zuschauer fanden sich neben den Mannschaften in der Stadionhalle ein. „Das ist schade, müssen wir aber so hinnehmen“, meinte Kalmis und versprach: „Am Samstag beim Volksbank-Cup wird die Halle voll.“ Dafür lief organisatorisch alles rund. Bis 3 Uhr in der Nacht zu Freitag hatten die Organisatoren den Rollrasen ausgelegt, Banden aufgestellt und sich um viele weitere Aufgaben gekümmert.