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4500 Zuschauern sehen 3:0-Sieg Werder Bremen gewinnt Benefizspiel gegen RB Leipzig

Von Frederik Böckmann | 09.10.2015, 21:41 Uhr

Mehr als 4500 Zuschauer, leuchtende Kinderaugen und eine vermutlich stattliche Summe für den guten Zweck: Fußball-Bundesligist Werder Bremen hat sein Benefizspiel gegen den Zweitligisten RB Leipzig in Wildeshausen mit 3:0 (1:0) gewonnen. Die Tore für Werder erzielten Fin Bartels (38.), Melvyn Lorenzen (82.) und Ousman Manneh (88.). Die Leipziger konnten ihre Chancen nicht so konsequent wie Werder nutzen. Beide Teams wechselten nach der Pause zahlreiche Profis aus, darunter litt der Spielfluss.

Der Schlusspfiff des Benefizspiels zwischen Werder Bremen und RB Leipzig war wenige Minuten her, da blickte Ottmar Jöckel zufrieden auf den Kabinentrakt. Fast 200 vornehmlich junge Werder-Fans belagerten den Eingang, sie zückten ihre Stifte, hielten ihr grün-weißes Trikot, ihren grün-weißen Schal oder ihr grün-weißes Capy bereit und warteten gespannt auf den Moment, wenn ein Werder-Profi die Kabinen verließ. Die Bundesliga-Profis standen für Selfies bereit, unterschrieben Autogramme oder hielten einen Small-Talk mit den jungen Werder-Fans.

Über das, was Jöckel dort sah, meinte der Fußball-Abteilungsleiter des VfL Wildeshausen, „könne man nur glücklich sein. Für viele Kinder ist es hier heute doch der Traum schlechthin.“ Diese Szenen seien nach dem 3:0 (1:0)-Erfolg des Bundesligisten vor mehr als 4500 Zuschauern im Wildeshauser Krandelstadion mit das Wichtigste, was das Charity-Match zwischen Werder und Rasenballsport transportierte: nämlich glückliche Menschen, die mit einem Lächeln nach Hause gehen.

Benefizspiel erfüllt in vielen Hinsichten seinen Zweck

Diese strahlenden Kinderaugen waren aber nicht das einzige Bild, das Fans, Vereine und Spieler vom Fußball-Fest im Krandel in Erinnerung bleiben dürfte. Denn das Benefizspiel erfüllte noch in vielerlei Hinsicht seinen guten Zweck, wenn auch mit einem traurigen Hintergrund: Durch die Partie dürfte ein stattlicher Erlös für die drei Familien der Opfer eines schweren Verkehrsunfalls, der sich Anfang August auf der A 14 in Richtung Leipzig ereignet hatte, zusammenkommen.

Drei Monteure der Wildeshauer Firma „Private Greens und Kunstrasenwelt“ waren am 3. August auf dem Weg zu einem Auftrag von RB Leipzig mit dem Auto verunglückt. Ein Mann starb, die beiden anderen wurden schwer verletzt. Vor der Partie hatten die Werder-Verantwortlichen eine betroffene Familie in der Kabine getroffen. „Das war sehr emotional für uns“, sagte Sportdirektor Rouven Schröder. „Wir wünschen den Angehörigen alles Gute.“

Werder tankt wieder Selbstvertrauen

In sportlicher Hinsicht nahmen Werder und Leipzig viel Positives mit aus der Partie. Der SVW freute sich vor allem darüber, dass er durch die Tore von Fin Bartels (38., nach tollem Zuspiel), Melvyn Lorenzen (81., aus spitzem Winkel) und Ousman Manneh (88., Abstauber) nach vier Bundesliga-Niederlagen in Folge wieder Selbstvertrauen tanken konnte – wenn auch nur in einem Testspiel. „Wir sind sehr zufrieden. Jeder Spieler hat seine Aufgabe erfüllt, auch die Perspektivspieler haben einen guten Job gemacht“, sagte Werders Co-Trainer Florian Kohlfeldt.

Werder vergibt erst zu viele Chancen - und lässt dann zu viele zu

In der munteren ersten Halbzeit hatte Werder neben dem 1:0 noch mehrere weitere gute Offensivaktionen – vor allem dann, wenn die schnellen Spitzen Fin Bartels und Levin Öztunali oder der engagierte Levent Aycicek an den Ball kamen. „Gegen das starke Pressing und dichtgestaffelte Mittelfeld der Leipziger haben wir das besonders in der ersten Halbzeit sehr gut gelöst“, meinte Kohfeldt zufrieden. Der einzige Haken war die unzureichende Chancenverwertung der Bremer.

Kohfeldt sah auch auf Grund vieler Wechsel und einer Systemumstellung in der zweiten Halbzeit „große Lücken zwischen Sturm und Mittelfeld“. Die Abwehr leistete sich einige Nachlässigkeiten, zudem passten die Absprachen im Defensivverbund nicht immer. Rasenballsport erspielte sich deshalb im zweiten Durchgang ein halbes Dutzend guter bis sehr guter Gelegenheiten.

Florian Kohfeldt lobt Leipzig

„Leipzig hat die Möglichkeiten eben nicht reingemacht, die wir genutzt haben“, meinte Kohfeldt. Der frühere Torwart des TV Jahn Delmenhorst fand aber auch: „Leipzig war für eine Länderspielpause genau der richtige, starke Gegner für uns.“