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54 Tore in acht Spielen Vorletzter Kreisliga-Spieltag bringt Saisonrekord

Von Andreas Bahlmann und Lasse Bahlmann | 21.05.2017, 23:41 Uhr

Der vorletzte Spieltag in der Fußball-Kreisliga bringt 54 Tore, 13 davon allein am Brendelweg, wo der TV Jahn und der TSV Ippener eine weitere Bestmarke setzen.

Nachdem Auf- und Absteiger seit dem vergangenen Wochenende feststehen, gingen die Abwehrreihen in der Fußball-Kreisliga am vorletzten Spieltag nicht immer konzentriert zu Werke. 54 Treffer fielen in acht Partien, damit war der 29. Spieltag der torreichste in dieser Saison. Den Vogel schoss das Duell des TV Jahn mit dem TSV Ippener ab.

 TSV Ganderkesee - FC Huntlosen 6:2. Nach diesem Sieg steht der TSV Ganderkesee als Vizemeister praktisch fest – bei drei Punkten und 18 Toren Vorsprung auf den VfR Wardenburg. Obwohl Huntlosen gut ins Spiel kam, führte Ganderkesee zur Pause durch zwei Tore von Rückkehrer Ninos Yousef mit 2:0 (35./38.) – Yousef war nach langer Verletzungspause wieder dabei. „Die Rückwärtsbewegung war zu fahrig und inkonsequent gewesen, Ganderkesee nutzt das konsequent aus“, sagte Huntlosens Trainer Andree Höttges. Nach der Pause ging es munter weiter: Michael Eberle traf in der 52. Minute zum 3:0, Wanja Hiemann (59.) und Jan Deters (61.) brachten Huntlosen bis auf ein Tor heran, ehe Eberle (70.), Nils Heimann mit einem Eigentor (72.) und der eingewechselte Christian Fitzgibbon aus der A-Jugend nach Zuruf seines Trainers Ronald Feist („Mach ihn rein“) das 6:2 für Ganderkesee sicherstellten (81.). „Diesen Sieg hatte ich so nicht erwartet“, sagte Feist.

 KSV Hicretspor - SVG Berne 2:2. Die Partie nahm erst in den letzten zehn Minuten Fahrt auf. Bernes frühe Führung erzielte zunächst Lukas Fischer in der vierten Minute, dann passierte lange nichts – bis zur Schlussphase. Bernes Torben Kienast unterlief in der 82. Minute ein, als er einen Rückpass an Keeper Daniel Anders vorbei ins eigene Netz spielte. Eine Minute später brachte Izzet Saglam Schlusslicht Hicretspor sogar in Führung, als er einen Ball von weit außen über den Torwart ins lange Eck beförderte. Michael Kranz glich in der 90. Minute artistisch per Fallrückzieher für die Gäste aus. „Es war ein sommerliches Spiel“, sagte KSV-Trainer Timur Cakmak, der ankündigte: „Die Jungs bleiben zusammen, wir haben beschlossen, dass wir eine Klasse tiefer angreifen wollen. Ich mache auf jeden Fall weiter.“

 TV Jahn - TSV Ippener 4:9. Wer hier einmal blinzelte, lief Gefahr ein zahlreichen Tore zu verpassen. In der ersten Halbzeit wurde der TV Jahn regelrecht überrannt, Ali Hazimeh erzielte bereits in der dritten Minute das 1:0 für die Gäste. Noch vor der Pause erhöhten Nico Bonin (18.), erneut Ali Hazimeh (23.), Lamin Sillah (25.), Bassal Ibrahim (36.) sowie Hayri Sevimli (41.) auf 6:0. Nach der Halbzeit war Jahn auf Schadensbegrenzung bedacht. Trotzdem machte Lamin Sillah mit seinem zweiten Treffer direkt nach dem Wiederanpfiff das 7:0 für Ippener (46.), danach wurde sein Team aber nachlässig. Samuel Adjei (48.), Germain Martens (54.) und zweimal Kenneth Thomas Eze (57., 66.) verkürzten für die Gastgeber auf 4:7. Hazimeh mit seinem dritten Treffer (83.) und Sevimli (88.) entschieden das Spiel endgültig und machten die Partie zur torreichsten der Saison. Jahns Trainer Andreas Busch sprach von „einem miesen, unglücklichen Tag für uns“. Sein gegenüber Chawkat El-Hourani sagte: „Ich hatte auf zweistellig gehofft. Ein superstarkes Spiel von uns, auch wenn mich unsere zweite Halbzeit etwas genervt hat.“

 TuS Heidkrug - Ahlhorner SV 2:2. Ein später Ausgleich durch Heidkrugs Trainer Selim Karaca, der sich gegen Ahlhorns Trainer und Torwart Bernd Meyer durchsetzte, sicherte dem Heimteam einen Punkt. Dabei hatte der TuS durch Ahlhorner Tore von Swen Arkenbout (3.) und Stefan Rupprecht (22.) verdient mit 0:2 zurückgelegen. Patrick Klenke verkürzte auf 1:2 (66.), dann wechselte Karaca sich selbst ein und glich in der Schlussminute aus – um hinterher zu flachsen: „Das war das schönste Tor des Spiels. Ahlhorn hat es einfach verpasst, mit ihren klaren Chancen den Sack zuzumachen.“

 VfR Wardenburg - TV Munderloh 3:3. Dieses offene Spiel zweier guter Mannschaften brachte am Ende keinen Sieger hervor. Direkt zu Beginn nutzte Wardenburg einen Fehler im Spielaufbau der Gäste und ging durch Dennis Beckmann früh in Führung (8.). Munderloh war in der ersten Halbzeit optisch überlegen, konnte aber keine nennenswerten Torchancen kreieren. In der zweiten Halbzeit ging es dann Schlag auf Schlag. Erst glich Kolja Backhus aus (68.), dann brachte Rene Jürgens das Heimteam wieder in Führung (72.). Oliver Rauh (75.) und Michel Lüers (79.) drehten das Spiel zum 3:2 für Munderloh, ehe Jürgens mit seinem zweiten Treffer den Wardenburger Punkt in der 85. Minute rettete. Ralf Eilenberger, Trainer des TV Muderloh war vor allem mit der zweiten Halbzeit zufrieden: „Insgesamt ist es ein gerechtes Unentschieden, da beide Mannschaften die Chance zum Sieg hatten.“

 TV Dötlingen - VfL Wildeshausen 3:2. Ein stark ersatzgeschwächtes Team aus Wildeshausen musste sich dem TV Dötlingen im Auswärtsspiel knapp geschlagen geben. Nachdem Timo-Andre Höfken bereits in der 9. Minute nach einem langen Ball und Absprachefehler zwischen Verteidiger und Torwart das 1:0 für Wildeshausen erzielt hatte, begann ein wilder Sturmlauf des TV Dötlingen, der durch Johannes Ullerich (11.), Gerrit Schüler (18.) und erneut Ullerich (19.) innerhalb von acht Minuten aus einem 0:1 ein 3:1 machte. Nach der Pause stand Wildeshausen besser und kam durch ein Tor von Philipp-Andre Finger (56.) sogar wieder heran, allerdings blieb es beim letztlich verdienten 3:2 für den TV Dötlingen. Wildeshausens Coach Arend Arends meinte: „In Anbetracht der Umstände bin ich mit dem Spiel zufrieden, da wir keine Packung bekommen haben.“ Markus Welz, Trainer des TV Dötlingen, fand: „Wir haben verdient gewonnen. Es war ein zähes, aber kein schönes Spiel. Wildeshausen hat nie aufgegeben.“