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6:9 beim DHC Hannover II HC Delmenhorst verliert Big-Point-Spiel

Von Frederik Böckmann | 25.01.2015, 20:46 Uhr

Hockey-Oberligist HC Delmenhorst hatte auf einen Big Point im Abstiegskampf gehofft. Doch nach der 6:9-Niederlage beim DHC Hannover II fiel der HCD sogar auf den letzten Tabellenplatz zurück.

Eines muss man Ulli Hader lassen, der Glaube an sein Team ist unerschütterlich. „Wir kämpfen weiter bis zum Schluss, wir werden alles raushauen – und dann schauen wir einfach mal, was dabei heraus kommt.“ Diese Worte wählte der Spielertrainer des HC Delmenhorst nicht etwa nach irgendeiner Partie. Nein, es war das Big-Point-Spiel im Abstiegskampf der Hockey-Oberliga beim bisherigen Schlusslicht DHC Hannover II, das Hader selbst zum Endspiel um den Klassenerhalt ausgerufen hatte. Doch der HCD hielt dem Druck im Schlüsselspiel nicht stand. In der Landeshauptstadt kassierten die Delmenhorster eine 6:9 (3:5)-Niederlage und fielen auf den letzten Tabellenplatz zurück.

Schlechte Ausgangslage im Saisonendspurt

„Die Stimmung bei den Spielern war nach diesem Schock schon bedrückt“, erklärte Hader. Denn die Ausgangslage ist für den HCD im Saison-Endspurt nun denkbar schlecht: Drei Spieltage vor Schluss muss der HCD drei Punkte auf den TSV Bremerode aufholen, der auf dem drittletzten Rang liegt, der ganz sicher zum Klassenerhalt reicht. Aber: in den letzten drei Spielen muss der HCD noch gegen Hannover 78 II (1.), Eintracht Celle (2.) und HC Göttingen (4.) antreten. „Das ist natürlich ein Hammerprogramm“, räumt Spielertrainer Hader ein.

Das Paradoxe: Trotz der Niederlage gegen den DHC II können die Delmenhorster auf das Spiel aufbauen. „Das war eine unserer besten Saisonleistungen“, meinte Hader. „Wir haben nur reihenweise beste Torchancen versiebt.“

Mangelhafte Chancenverwertung

Diese mangelnde Effizienz im Torabschluss wurde dem HCD zum Verhängnis. Zur Halbzeit lagen die Gäste trotz der Tore von Jelte Petersen, Tim Speer und Jan von Bassen mit 3:5 zurück – auch, weil sie ihre Strafecke zum möglichen 4:5-Anschlusstreffer nicht nutzten.

Im zweiten Durchgang lagen die Delmenhorster schnell mit 3:7 im Rückstand, doch nach zwei Treffern von Jan von Bassen zum 5:7 keimte im HCD-Lager sieben Minuten noch einmal Hoffnung auf. Die Gäste riskierten alles: Drei Minuten vor dem Ende wechselte Feldspieler Fridolin Lüschen für Spielertrainer Hader ins Tor. Doch diese Maßnahme zahlte sich nicht mehr aus. Speer markierte nach zwei weiteren Gegentreffern mit dem 6:9 lediglich den Endstand.

Schlechtes Abwehrverhalten bei Abprallern

Neben der fehlenden Cleverness vor dem DHC-Tor hatte Ulli Hader noch eine weitere Schwachstelle in seinem Team ausgemacht – das schlechte Abwehrverhalten bei Abprallern. „Hannover hat jeden Rebound bekommen“, kritisierte Hader. „Da steht man im Tor und denkt nur: Was ist denn hier los?“ Vor allem ein DHC-Spieler war von den Delmenhorstern nicht in den Griff zu bekommen: Martin Blankenstein erzielte alleine sieben (!) der neun Hannoveraner Treffer.