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800 Kilometer in sieben Etappen Radsportler der Delme-Cycler überqueren die Alpen

Von Sportredaktion | 24.08.2016, 09:18 Uhr

Acht Radsportler des Delmenhorster Vereins Delme-Cycler haben die Alpen überquert. Sie bewältigten die bis ins kleinste Detail geplante Tour über 800 Kilometer in sieben Etappen. Die Erinnerung bringt sie ins Schwärmen.

Es viele Möglichkeiten, die Alpen zu überqueren. Eine besonders anstrengende haben sich Roland Grupe, Adam Haase, Hermann Helmers, Hannes Lampe, Kai Lindhorst, Peter Rose und Jörg Stempnewicz ausgesucht. Die Mitglieder der Delmenhorster Radsportclubs „Delme-Cycler“ nahmen dazu ihre Rennräder. Auf ihrem Weg über das höchste Gebirge Europas – sie fuhren von Zell am See in Österreich bis nach Torbole in Italien – bewältigten sie in sieben Etappen fast 800 Streckenkilometer und 19500 Höhenmeter.

Die Idee für diese Tour entstand während der witterungsbedingten Zwangspause in den Wintermonaten, teilte Hermann Helmers mit. Die Zeit bis zum Start im Sommer wurde für die Projektplanung, für die sich das Team mehrfach traf, genutzt.

Jedes Teammitglied übernimmt Aufgaben

Noch vor dem Start wurde für eine einheitliche Teamkleidung gesorgt, die Hannes Lampe eigens hierfür gestaltete. Die Handwerker Adam Haase und Jörg Stempnewicz kümmerten sich um einen geeigneten Tourbus und die Ausstattung des Anhängers für den Transport des Sportgeräts und weiteren Materials. Um die Reservierung der Unterkünfte in den Etappenorten kümmerte sich Kai Lindhorst, der in Delmenhorst aufgewachsen ist, aber mittlerweile mit seiner Familie in Heilbronn lebt. Für die perfekte Streckenplanung zeichnete derweil Roland Grupe verantwortlich.

220 Energieriegel verzehrt

Unterwegs war Grupe dann der „Guide“, dem es mit GPS-Unterstützung gelang, dass die Radsportler jeden Tag ihr Etappenziel erreichen. „Ebenfalls nicht zu vernachlässigen auf solch einer Tour ist das Thema Energieversorgung“, erklärte Helmers. Darum kümmerte er sich. „Man muss bei einem solchen Unternehmen für jeden Etappentag einen Pro-Kopf-Bedarf von mindestens 6000 Kilokalorien annehmen“, merkte er an. Da dieser durch normales Essen kaum zu decken ist, verzehrten die Sportler während der Tour zusätzlich 220 spezielle Kohlenhydrat- oder Eiweißriegel und sechs Liter „Energygel“. Das war nach eigenem Rezept selbst hergestellt und in Pumpkanistern abgefüllt worden. So konnte jeder seine tägliche Ration im wiederverwendbaren „Mini-Bottle“ mitführen. Das sei viel praktischer als die üblichen Einwegtütchen und schone obendrein die Umwelt, sagte der Lebensmitteltechniker.

Peter Rose indes hatte als Kassenwart während der Vorbereitung und der Durchführung die Finanzen im Blick. Da eine derartige Radtour auch ein Begleitfahrzeug erfordert, wurde Helmers’ Schwiegervater Hans Schierloh als Fahrer des Tourbusses verpflichtet. Er kümmerte sich um den Transport des Gepäcks von einem Etappenort zum anderen und stand auf der Strecke mit Verpflegung und Wechselkleidung bereit.

Extreme Erlebnisse bleiben besonders in Erinnerung

„In den Bergen kommt wirklich jeder mal an seine Grenzen“, berichtete Hannes Lampe. Ihm lag besonders das Bergauffahren, da er von allen Teilnehmern der leichteste ist. „Wir anderen haben in der Vorbereitung auch noch das eine oder andere Kilo abgenommen, damit wir es nicht ganz so schwer haben gegen unseren Hannes“, erzählte Jörg Stempnewicz grinsend.

„Am Ende sind wir selbst die steilsten Strecken wie den Mortirolopass mit 25 Prozent Gefälle heil herunter gekommen, bei 36 Grad durch Meran und bei drei Grad über den Drei-Zinnen-Pass gefahren, haben überm Kamin in einer Schutzhütte unsere Sachen getrocknet, während draußen Blitze zuckten und es sintflutartig regnete“, erzählten die Sportler übereinstimmend: „Es sind eben die extremen Erlebnisse, an die man sich später besonders erinnert. Es war einfach wunderbar.“