Ein Angebot der NOZ

A-Jugend-Bundesliga Grüppenbühren/Bookholzberg verliert hoch – und wird gelobt

Von Richard Schmid | 12.11.2017, 16:07 Uhr

Mit dem 26:45 gegen den Nachwuchs der SG Flensburg-Handewitt musste die HSG Grüppenbühren/Bookholzberg in der A-Jugend-Bundesliga vor 350 begeistert mitgehenden Zuschauern die bislang höchste Saisonniederlage einstecken. HSG-Trainer Stefan Buß war dennoch nicht unzufrieden.

Sie wollten den großen Favoriten möglichst lange ärgern, doch diese Hoffnung mussten sie bereits nach wenigen Spielminuten begraben: Die A-Jugendhandballer der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg haben in der Bundesliga gegen die Talentschmiede der SG Flensburg-Handewitt mit 26:45 (13:25) haushoch verloren. Dabei zeigten die Gäste aus Schleswig-Holstein eine in jeder Hinsicht eindrucksvolle Vorstellung.

Dennoch zwar HSG-Trainer Stefan Buß mit der kämpferischen Einstellung seines Teams nicht unzufrieden: „Wir haben nie aufgesteckt, immer weitergekämpft und uns auch Chancen erarbeitet. Aber man sieht einfach die individuelle Klasse bei der SG Flensburg-Handewitt, die ihre Möglichkeiten eiskalt ausnutzt.“

SG Flensburg-Handewitt zieht mit 8:1-Lauf entscheiden davon

Lediglich in der Anfangsphase konnten die Gastgeber vor über 350 begeistert mitgehenden Zuschauern das Spiel offen gestalten. Doch nachdem sich die Gäste nach den ersten zehn Minuten besser auf das Spiel der HSG-Jugend eingestellt hatten, wurde die Partie immer einseitiger. Innerhalb von lediglich sieben Minuten zogen die Gäste von 5:4 mit einem 8:1-Lauf auf 13:5 davon.

Vor allem die angesichts der Spielstärke des Gegners überforderte Abwehr der Buß-Sieben ließ sich ein ums andere Mal düpieren. Die beiden HSG-Torhüter Jan Kinner und Simon Schreiner bekamen in dieser Phase des Spiels nicht einen einzigen Ball zu fassen. Auch deshalb, weil Flensburg-Handewitt zwei überragende Spieler in seinem Team hatte, die schalten und walten konnten, wie sie wollten: Nämlich den wurfgewaltigen Sven Eberlein (elf Tore) und Jugend-Olympiasieger Jaris Uwe Tobeler (sechs Tore).

Gleichzeitig lief im Angriff bei Grüppenbühren/Bookholzberg nicht viel zusammen. Ein ums andere Mal versandeten die Angriffsbemühungen an der robusten und in jeder Phase des Spiels souveränen Abwehr der Flensburger. Und kam dann doch mal ein Wurf aufs Tor, wurde er häufig eine sichere Beute von Jugend-Olympiasieger Johannes Jepsen, der allein in der ersten Halbzeit zehn Würfe auf sein Tor abwehren konnte.

Angetrieben vom DHB- Nationalspieler Tobeler beherrschten die Gäste auch in Durchgang zwei das Spiel nach Belieben. Flensburgs Trainer Michael Jacobsen konnte es sich erlauben, munter durchzuwechseln und auch seiner zweiten Reihe Spielzeiten zu ermöglichen. „Unsere Jungs haben das richtig gut gemacht und konsequent durchgespielt. Das war heute schon ein Klassenunterschied“, sagte er zum Spiel seines Teams. Trotz der Überlegenheit der Gäste war Jacobsen dennoch voll des Lobes für die Gastgeber: „Die HSG Grüppenbühren/Bookholzberg hat richtig gut gespielt, nie aufgesteckt und in keiner Phase das Tempo rausgenommen.“

„Das sind ja keine Luschen“

Nächstes Wochenende geht es für die HSG zum noch ungeschlagenen Tabellenführer Reinickendorfer Füchse aus Berlin. „Meine Jungs können und werden aus solchen Spielen lernen. Natürlich ist es deprimierend so hoch zu verlieren. Aber das hier sind Namen wie Flensburg-Handewitt. Das sind schließlich keine Luschen“, sagte Stefan Buß.