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A-Jugendlicher spielt stark auf Niklas Heinrich: Der Rohdiamant des VfL Wildeshausen

Von Frederik Böckmann | 17.07.2015, 00:00 Uhr

Youngster Niklas Heinrich hinterlässt beim VfL Wildeshausen einen überzeugenden Eindruck. Der Delmenhorster spielt in den Planungen von VfL-Trainer Marcel Bragula schon jetzt eine wichtige Rolle.

Thorsten Tönnies staunte nicht schlecht. Als der Kapitän des VfB Oldenburg 20 Minuten vor Ende des Testspiels gegen den VfL Wildeshausen freistehend mit Vollspeed in den VfL-Strafraum stürmte, hatte der Angreifer des VfB den Torschrei bei seiner Großchance quasi schon auf den Lippen – und wurde im letzten Moment doch noch an seinem Torschuss gehindert. Warum? Weil der Wildeshauser Niklas Heinrich mit einem sauberen Tackling Tönnies den Ball doch abluchste – und so beim 3:1 (2:0)-Erfolg der Oldenburger Tönnies seinen zweiten Treffer untersagte.

Gute Ansätze gegen VfB Oldenburg

Für Tönnies dürfte diese Szene vermutlich nur ein wenig denkwürdiger Zweikampf wie jeder andere gewesen sein. VfL-Youngster Heinrich ließ in dieser Szene kurz nach seiner Einwechselung jedoch einmal mehr aufblitzen, warum VfL-Trainer Marcel Bragula den 18-Jährigen unbedingt aus der Landesliga-A-Jugend der JDH Delmenhorst in den Krandel locken wollte. „Niklas hatte auch heute wieder richtig gute Ansätze. An ihm werden wir noch viel Freude haben“, sagte Bragula über den Abwehrspieler, der in der Vorbereitung bislang sehr überzeugt hat.

Nachfolger für Routinier Pasker

Für den VfL-Trainer ist ein Heinrich ein Rohdiamant, den er entsprechend schleifen will – er traut ihm eine große Zukunft zu. Sogar den Vergleich mit dem langjährigen Abwehrchef Daniel Pasker, der seine Laufbahn wegen Knieproblemen beendete , scheut er nicht. „Vielleicht kann Niklas ihn in Zukunft auch einmal ersetzen.“ Es sind große Fußstapfen, in die Heinrich treten würde, doch Bragula traut ihm diesen Sprung zu. Fest steht: Neben den arrivierten Lukas Schneider, Lennart Flege, Jan Gusfeld-Ordemann oder auch Alexander Kupka wird Heinrich seinen Platz im VfL-Kader als einer von fünf einsetzbaren Innenverteidigern sicher haben.

Per Zweitspielrecht bei Delmenhorster A-Jugend

Eine Frage bleibt jedoch: Warum ist auf den Youngster, der per Zweitspielrecht in der kommenden Saison auch für die A-Jugend der SG TV Jahn/TuS Hasbergen auflaufen kann, niemand in Delmenhorst aufmerksam geworden ist? Für Bragula ist die Antwort einfach. „Ich habe mir in der vergangenen Saison drei Spiele der JDH angeguckt. Da waren immer nur fünf Zuschauer“, meinte Bragula. Er hatte „das Gefühl, dass sich niemand für diese Mannschaft interessiert“. Bragula schon. Deshalb lotste der Coach mit Salih Yalin noch einen weiteren Spieler aus der Hasberger Jugend in den Krandel. Der 19-jährige Angreifer wirkt zuweilen noch etwas verspielt, weshalb Yalin wohl noch Zeit braucht, um sich an das Tempo in der Landesliga zu gewöhnen.

Wallner trifft für Wildeshauser gegen Oldenburg

Apropos: Vor 300 Zuschauern ging der VfL das Tempo des VfB über weite Strecken gut mit. „Wir haben die Räume sehr eng gemacht“, lobte Bragula seine Schützlinge. Trotz der Gegentore durch Franko Uzelac (40.), Tönnies (44.) und Diego Gomez (74.) habe seine Mannschaft es den Oldenburgern „sehr schwer“ gemacht. Der Lohn war der 1:3-Ehrentreffer durch Jannik Wallner (76.), der auch Bragula ein Lächeln ins Gesicht zauberte.

Not amused war der VfL-Trainer dagegen über zwei Hiobsbotschafen von Anfang dieser Woche: Stürmer Majues Gebhardt-Bauer muss wegen anhaltender Knieprobleme die komplette Hinrunde pausieren. Wegen den gleichen Schmerzen hat Abräumer Matthias Ruhle jetzt sogar seine Laufbahn beendet. „Damit fehlt mir der nächste alte Recke“, sagte Bragula. Gut, dass er mit Heinrich noch einen Rohdiamanten hat.