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Adelheider gewinnt Target Sprint Sommerbiathlet Marvin Beneke wird Landesmeister

Von Richard Schmid | 26.06.2016, 22:25 Uhr

Auf ihrer Anlage in Adelheide räumten die Sommerbiathleten des SSV beim Heimspiel der Landesmeisterschaft im Target Sprint groß ab. Neben dem Doppelerfolg bei den Herren für Marvin Beneke und Malte Schwarting standen noch fünf weitere SSV-Sommerbiathleten ganz oben auf dem Treppchen.

Es regnete und regnete und regnete. Der Wettergott meinte es am Anfang nicht gut mit den Sommerbiathleten, die am Samstag auf der Anlage des Sportschützenvereins Adelheide ihre Landesmeisterschaften im Target Sprint austrugen. Erst als die Männer an der Reihe waren, hörten die ununterbrochenen Regengüsse auf – und vereinzelt schickte die Sonne sogar Strahlen durch die Wolkendecke. Mit der Sonne strahlte später auch Marvin Beneke. Denn der Sommerbiathlet des gastgebenden SSV Adelheide sicherte sich bei den Herren (bis 30 Jahre) völlig überraschend Landemeistertitel – vor seinem Vereinskollegen, dem mehrfachen Landesmeister und großen Favoriten Malte Schwarting als Zweiten.

Schwarting hätte eigentlich viel Grund zur Klage gehabt. Denn beim Liegend-Schießen wollte eine Scheibe einfach nicht fallen. „Sie bewegte sich, fiel aber nicht“, meinte er nach dem Wettkampf. „Das ist halt Pech. Das ist wie beim Autorennen, wenn ein Reifen platzt“, konnte er über sein Missgeschick schon wieder lachen. Umso größer war die Freude bei Beneke, der zum ersten Mal diesen noch jungen Wettkampf bestritt und das Rennen ohne einen einzigen Fehlschuss für sich entscheiden konnte.

Target Sprint ist „unglaublich dynmanisch und spannend“

Im Gegensatz zu den übrigen Disziplinen im Sommerbiathlon bringt der Target Sprint alle Voraussetzungen mit, aus dem Schatten des Wintersports heraustreten zu können. Beim Target Sprint durchlaufen alle Teilnehmer drei Runden von jeweils 400 Metern, die durch zwei Schießeinlagen (jeweils liegend und stehend) unterbrochen werden. Dabei gilt es, mit insgesamt zehn Schuss fünf Scheiben in zehn Meter Entfernung zu treffen. Wenn alle fünf Scheiben getroffen sind, darf der Sportler wieder auf die Strecke. Fehlschüsse werden jeweils mit einer Zeitstrafe von zehn Sekunden bestraft.

Target Sprint ist dynamisch und spannend

„Dieser Wettkampf ist unglaublich dynamisch und spannend, denn hier haben gute Schützen bessere Chancen als bei den längeren Laufstrecken wie sonst im Sommerbiathlon. Zudem ist er ausgesprochen zuschauerfreundlich“, sagte SSV-Vorsitzender Marc Wessels, der sich zudem mit der Resonanz dieser Meisterschaften sehr zufrieden zeigte. Etwa 40 Sportler aus acht Vereinen des Nordwestdeutschen Schützenbundes stellten sich der Konkurrenz. Und die war vor allem bei der Jugend und den Junioren hochklassig besetzt. Mit Söhnke Jabusch und David Bent von den Oldenburger Schützen waren zwei Talente am Start, die bereits Weltcup-Erfahrung sammeln konnten.

Athleten des SSV Adelheide steht sechs Mal ganz oben auf dem Treppchen

Aber auch der gastgebende SSV Adelheide räumte, sehr zur Freude des SSV-Trainers Lars Moikow, kräftig ab. Insgesamt sechsmal standen SSV-Athleten ganz oben auf dem Treppchen. Bei den Schülern gewann Fabio Brockmann und bei den Senioren holte sich Friedhelm Springmann den Titel. Petra Witte, die bei den Damen AK (ab dem 45. Lebensjahr) gewann, war sogar schneller als die Siegerin bei den Damen, ihre Vereinskollegin Andrea Hölschen. „Dieser Wettkampf liegt mir als guter Schützin“, jubelte sie über ihren Titelgewinn. Moikow freute sich mit ihr, er fand – obwohl selbst in der Altersklasse Herren II (30 bis 45 Jahre) am Start – noch die Zeit, souverän die Titelkämpfe zu moderieren.

Wettkämpfe im Delmenhorster Stadion

Er zeigte sich nicht nur mit dem Abschneiden seiner Sportler zufrieden, auch dem Target Sprint prophezeit er eine gute Zukunft: „So attraktiv wie dieser Sprint rüberkommt, ist es an der Zeit, diese Wettkampfform im Stadion in Delmenhorst zu präsentieren. Mit einer mobilen Schließanlage vor der Tribüne wären die Voraussetzungen für attraktive zuschauerfreundliche Wettkämpfe gegeben“, so seine nicht mal unrealistische Zukunftsvision.