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Agravis-Cup 2018 Sandra Auffarth im Weltranglistenspringen auf Platz 14

Von Lars Pingel | 03.11.2018, 01:01 Uhr

Sandra Auffarth vom RV Ganderkesee ist am Freitag in die Große Tour der Springreiter im internationalen Turnier Agravis-Cup 2018 in Oldenburg gestartet. Sie belegte mit Nupafeed‘s La Vista in einer Prüfung, in der Weltranglistenpunkte vergeben wurden, den 14. Platz. In der Münsteranerin Ingrid Klimke bot eine weitere Reiterin, die vor allem in der Vielseitigkeit erfolgreich ist, in der EWE Arena starke Leistungen. Die Münsteranerin kam in Dressur-Prüfungen der Klasse S auf die Plätze zwei und drei.

Die Weltklasse-Vielseitigkeitsreiterin Ingrid Klimke hat am Freitag in zwei hochklassigen Prüfungen des internationalen Turniers Agravis-Cup in der EWE Arena in Oldenburg ihre Stärke in der Dressur gezeigt. Die Münsteranerin belegte zunächst im FEI Grand Prix mit Franziskus mit einer Bewertung von 72,522 Prozent den dritten Rang. Ein wenig später wurde sie in der Qualifikation zum Finale im Louisdor-Preis, einer Dressurprüfung der Klasse S für Nachwuchspferde, mit SPH Dante mit 72,767 Prozent Zweite. Auch Sandra Auffarth vom RV Ganderkesee, die mit Klimke im deutschen Vielseitigkeitsteam viele Erfolge feierte, bot im Wettbewerb mit Spezialisten starke Leistungen. Mit Nupafeed‘s La Vista kam die 31-Jährige im Preis der Oldenburger Wirtschaft, einer internationalen Springprüfung der Klasse S (CSI3*) auf Platz 14.

Sieger der schweren Dressur-Prüfungen wurde Hubertus Schmidt vom RFV Altenautal: im Grand Prix mit Imperio (73,761) und im Louisdor-Preis mit Escobar (75,512). Die Spring- und Dressurprüfungen im Agravis-Cup werden an diesem Samstag und Sonntag jeweils ab 7.30 Uhr fortgesetzt.

Vielseitigkeits- und Dressurpferde trainieren zusammen

Dass die 50-jährige Klimke von vielen Fachleuten als vielseitigste Reiterin Deutschlands gelobt wird, gefällt ihr. „Darüber freue ich mich schon“, sagte die Reitmeisterin lächelnd. Sie habe, erzählte sie, darüber nachgedacht, in Oldenburg auch noch in Springprüfungen zu melden. Dann entschied sie sich aber, den 14-jährigen Parmenidis für Wettbewerbe in Stuttgart und Stockholm zu schonen.

Der „Spaßspringer“ genießt in Klimkes Stall das Training mit Vielseitigkeits- und Dressurpferden. Dort geht Dante oft mit Buschpferden an einem Hügel galoppieren, erzählte Klimke. „Am Anfang ist er munter dabei, dann wird er aber abgehängt. Wir machen das, damit er Kondition bekommt.“ Die Vielseitigkeitssportler in ihrem Stall werden derweil auch in Übungen geschult, die in Dressur zu Hause sind. Danach geht es für alle auf die Wiese. „Es ist mir wichtig, dass sie ein normales Pferdeleben führen“, erklärte Klimke.

Vater Dr. Reiner Klimke als Vorbild

In der Dressurausbildung ist für Klimke der Vater Vorbild und Maßstab. „Ich habe ihn immer mit Ahlerich vor Augen. Ich versuche, das beizubehalten.“ Ihr Vater ist der 1999 verstorbene Dr. Reiner Klimke, der bei Olymischen Spielen sechs Gold- (auch mit Ahlerich) und zwei Bronzemedaillen gewann. Von ihm, erzählte Ingrid Klimke, habe sie ihre Nervenstärke geerbt. Sie helfe ihr, Termine neben dem Sport und eben auch die Starts in mehreren Disziplinen, selbst in einem Turnier, zu vereinbaren: „Wenn ich auf dem Pferd sitze, dann bin ich ganz bei dem Pferd.“

Ingrid Klimke gewinnt zweimal Olympia-Teamgold

Ingrid Klimke hat ihre Erfolgsgeschichte in der Vielseitigkeit geschrieben. Olympia-Gold gewann sie 2008 und 2012 mit der Mannschaft, 2016 kam in Rio de Janeiro Silber dazu. Sie ist Einzel-Europameisterin und Bronzemedaillengewinnerin der WM 2018 in Tryon. Dass dort die Titelverteidigung in der Teamwertung nicht gelang, nimmt sie sportlich. „Klar, das war nicht das Ergebnis, das wir uns gewünscht haben“, sagte sie über Rang fünf. „Im Springen hatten wir zwei Null-Runden. In der Dressur waren wir überragend. Im Gelände waren die anderen aber einfach besser.“ Bange ist ihr deshalb nicht. „Konkurrenz belebt das Geschäft. Wir müssen sehen, was wir besser machen können.“

Die Olympischen Medaillen 2012 und 2016 und WM-Gold 2014 gewann Klimke, unter anderem, mit Sandra Auffarth vom RV Ganderkesee, die in Oldenburg ebenfalls bei Spezialisten mitmischt. Sie ist für die Große Tour im Springen genannt, deren Höhepunkt der Große Preis ist, der morgen um 14.45 Uhr beginnt. Auffarth zählt, wie Klimke in der Dressur, für ihre Konkurrenten zu den Anwärtern auf Spitzenplätze. „Sie muss man auf der Rechnung haben“, hatte der Deutsche Meister Mario Stevens (Molbergen) gesagt. Klimke denkt ähnlich: „Sandra reitet wirklich toll“, lobte sie.

Das bewies die Bergedorferin dann schon direkt am Freitagabend. Im ersten Umlauf des ersten Springens der Großen Tour, einer internationalen Prüfung (CSI3*) mit 1,45 Meter hohen Hindernissen, legte Auffarth mit der neunjährigen Stute Nupafeed‘s La Vista ganz souverän eine Null-Fehler-Runde hin. Damit qualifizierte sich das Paar für das Stechen, das 21 der 63 Starter erreichten. In der Entscheidung der Prüfung, in der es um Weltranglistenpunkte ging, mussten acht Hindernisse, darunter eine zweifache Kombination, übersprungen werden. Bei Auffarth und Nupafeed‘s La Vista fiel im Oxer der Kombination eine Stange. Damit hatte sie vier Fehlerpunkte auf dem Konto. In einer Zeit von 40,96 Sekunden belegte sie schließlich Rang 14.

Den Sieg sicherte sich Finja Bormann vom RC Eingestüt Drei Eichen (Hüddessum). Mit A crazy son of Lavina ritt sie die schnellste der 14 Null-Fehler-Runden im Stechen. Zweiter wurde in 37,50 Sekunden Tobias Meyer von der RuFG Falkenberg gefolgt vom Niederländer Gert-Jan Brugging, der 38,34 Sekunden benötigt hatte. Das zweite Springen der Großen Tour beginnt an diesem Samstag um 14.15 Uhr.

Werner Hagstedt vom RV Ganderkesee in Platzierung

In die Platzierung ritt am Freitag Werner Hagstedt vom RV Ganderkesee. In einer Springprüfung der Klasse L in der Amateur-Tour wurde er Zehnter. Ihm war in dem 360 Meter langen Parcours mit elf Hindernissen (zehn Sprünge) mit der Stute Cary in 65,56 Sekunden ein Ritt gelungen, in dem keine Stange fiel. Allerdings hatte er die erlaubte Zeit ein wenig überschritten, sodass er einen Fehlerpunkt erhielt. Patrica Stegmann vom RFV Großostheim gewann die Prüfung mit Nike Jordan (0.00/51,61).