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Agravis-Cup 2018 Sandra Auffarth und Mario Stevens für Oldenburger Turnier gemeldet

Von Lars Pingel | 03.10.2018, 17:07 Uhr

Der Deutsche Meister der Springreiter, der Molberger Mario Stevens, tritt als Titelverteidiger des Großen Preises im internationalen Hallenreitturnier „Agravis-Cup“ in der EWE Arena in Oldenburg an. Für die Springprüfungen der Veranstaltung vom 1. bis 4. November 2018 hat auch die Vielseitigkeitsreiterin Sandra Auffarth vom RV Ganderkesee gemeldet.

Der Deutsche Meister sieht sich nicht in der Favoritenrolle. „Es ist beeindruckend, dass schon so viele starke Reiter dabei sind“, sagte Mario Stevens über die vorläufige Startliste für die international besetzten Prüfungen der Springreiter während des Hallenturniers „Agravis-Cup“, das von Donnerstag, 1. November, bis Sonntag, 4. November, in der großen EWE Arena an der Maastrichter Straße in Oldenburg ausgetragen wird. Stevens gewann dort im vergangenen Jahr den Großen Preis. „Ob mir die Titelverteidigung gelingt? Ich weiß es nicht“, sagte der 36-jährige Molberger, der die wichtigste Konkurrenz des Turniers in dieser Disziplin schon dreimal auf Rang eins beendete: „Ich werde es versuchen.“

Die Liste, die Stevens in der Hand hielt, erklärte seine Vorsicht. So hat unter anderem Maurice Tebbel (Emsbühren) seine Startzusage gegeben. Der 24-Jährige hat gerade bei den Weltreiterspielen in Tryon/USA mit der deutschen Equipe WM-Bronze gewonnen. Auch der deutsche Vizemeister Guido Klatte junior aus Lastrup, die Hamburgerin Janne-Friederike Meyer-Zimmermann und Hendrik Sosath aus Lemwerder oder die Niederländer Jan-Gerd Bruggink und Gerco Schröder – beide haben schon in Oldenburg gewonnen – gehören zum Favoritenkreis.

Organisatoren loben Sandra Auffarth

Oliver Schulze-Brüning, Ablaufmanager des Turniers, zählt auch die Vielseitigkeitsreiterin Sandra Auffarth vom RV Ganderkesee dazu. Die mehrmalige Olympiamedaillengewinnerin (Bronze im Einzel und Gold im Team 2012 und Silber im Team 2016) „kann im Springen jedem Konkurrenz machen“, erklärte Schulze-Brüning auch mit Blick auf ihren dritten Platz im Deutschen Spring-Derby in Hamburg.

Ingrid Klimke, WM-Bronzemedaillengewinnerin in der Vielseitigkeit, startet in Dressurprüfungen

Auffarth ist aber nicht die einzige Weltklasse-Vielseitigkeitsreiterin, die sich an den vier Wettkampftagen in Oldenburg mit Spezialisten misst – und diesen vordere Platzierungen streitig machen kann. Die Münsteranerin Ingrid Klimke, die mit der Bergedorferin die olympischen Mannschaftserfolge feierte und in Tryon im Einzel Bronze holte, hat für die internationalen Dressurprüfungen des Agravis-Cups genannt. Sie habe die Klasse, um schwere Dressurprüfungen zu gewinnen, und hat das ja auch schon bewiesen, lobte Jan-Dirk Gießelmann, der in Oldenburg ebenfalls auftrumpfen möchte. Der 35-jährige aus Barver etablierte sich in dieser Saison mit dem 14-jährigen Real Dancer in der internationalen Spitze. Er gewann unter anderem den Grand Prix Special im schwedischen Falsterbro und wurde Zweiter im Grand Prix des Deutschen Dressur-Derbys. Er hat seinem Pferd gerade eine Wettkampfpause gegönnt. „Jetzt beginnt die Aufbauarbeit speziell für Oldenburg“, erklärte er. Geißelmann war ebenfalls von der vorläufigen Meldeliste in seiner Disziplin begeistert. „Das sind schon starke Namen“, sagte er und meinte unter anderem die finnische WM-Teilnehmerin Emma Kanerva, Siegerin des Deutschen Dressur-Derbys, oder Hubertus Schmidt aus Haaren.

Dressurprüfung für Vereinsmannschaften am 1. November

Der Ausrichter des Turniers, die Escon Marketing GmbH aus Vechta, freuen sich aber nicht nur auf die Profis. Im Zeitplan, darauf legt Organisationsleiter Kaspar Funkte großen Wert, stehen auch Prüfungen für Nachwuchspferde und -reiter sowie für Pferdesportler aus der Region Oldenburg. Ein Höhepunkt sei die auch beim Publikum sehr beliebte Dressur für Vereinsmannschaften der Klasse A, die am 1. November ab 21 Uhr ausgetragen wird.

Mario Stevens will mit drei Pferden nach Oldenburg kommen

Stevens freute sich derweil, dass er für den Großen Preis am Sonntag, 4. November, ab 14.40 Uhr vorqualifiziert ist. „Das ist eine gute Situation, so kann ich vorher testen, welches Pferd die beste Form hat“, erklärte er. „Trotzdem muss man Glück haben, dass man das richtige findet.“

Drei seiner Pferde werde er mit nach Oldenburg nehmen, erklärte Stevens. Gesetzt seien Landano, mit dem er vor einem Jahr in Oldenburg triumphierte, und Talisman de Mazure, mit dem er überraschend die DM gewann. Welches das dritte sein wird, wusste er noch nicht. „Ich werde jedes am Donnerstag und Freitag einmal reiten“, erzählte der 36-Jährige. „Dann kann man schauen, wie die Form ist und welches mit der Atmosphäre am besten zurechtkommt.“ Am Samstag werde er dann entscheiden, wen er einen Tag später für den Großen Preis satteln wird.

Stevens von DM-Titel überrascht

Stevens feierte seinen wohl größten Erfolg der zurückliegenden Freiluftsaison Mitte Juni mit dem elfjährigen Talismann. Mit dem französischen Wallach wurde er in Balve nach vier Runden ohne Hindernisfehler und mit nur drei Zeitfehlerpunkten Deutscher Meister. Sechs Wochen, nachdem er wegen eines Durchbruchs eines Magengeschwürs operiert worden war. Zudem war es erst das zweite gemeinsame Turnier für ihn und Talisman. „Ich kannte ihn eigentlich nicht gut genug“, erzählte Stevens. „Das kann aber auch mal ein Vorteil sein: Ich kannte seine Schwächen noch nicht, und er kannte meine auch noch nicht.“ Ohne vorher groß zu überlegen, hätte so einer dem anderen an den Schwierigkeiten geholfen.

Dass es im Anschluss an die DM zunächst nicht ganz so gut weiterlief, überraschte Stevens nicht. „Dass dann ein Tief kommt, ist normal“, bestätigte er. „Jetzt sind wir aber wieder auf dem aufsteigenden Ast. Normalerweise dauert es ein Jahr, bis ein Paar aufeinander eingestellt ist.“

Stevens, Aktivensprecher der deutschen Springreiter, bezeichnete das Jahr 2018 dann auch als „ereignisreich“ und als „sehr, sehr erfolgreich“. Vor der gesundheitlich bedingten Zwangspause hatte er bereits einige schöne Siege gefeiert. „Dann kam die OP. Aber auch das stärkt einen. Man besinnt sich auf die Dinge, die wirklich wichtig sind.“ Mit dem DM-Titel habe er „natürlich gar nicht gerechnet“.

Vorbereitung auf 2019 beginnt beim Agravis-Cup

Das Turnier in Oldenburg gehört für Stevens schon zur Vorbereitung auf 2019. Der Hallen-Weltcup 2018 steht für ihn nicht im Fokus. „Ich möchte Anfang des Jahres wieder in Fünf-Sterne-Prüfungen starten und mich dann auf die Freiluftsaison konzentrieren.“ Ein Sieg im Großen Preis des Agravis-Cups wäre auf dem Weg dorthin aber schon mehr als nur eine schöne Motivationshilfe. Favorit sei er aber nicht, wiederholte der Deutsche Meister und Titelverteidiger: „Jeder, der in den Lkw steigt und nach Oldenburg fährt, will gewinnen.“