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Agravis-Cup 2018 Sandra Auffarth wird mit Landlord in Weltranglisten-Springen Vierte

Von Lars Pingel | 03.11.2018, 21:07 Uhr

Sandra Auffarth vom RV Ganderkesee hat am Samstag in einer Weltranglisten-Springprüfung, die zum Programm des Agravis-Cups 2018 gehörte, mit dem Oldenburger Wallach Landlord den vierten Platz belegt. Das internationale Spring- und Dressurturnier in der EWE Arena in Oldenburg geht an diesem Sonntag zu Ende.

Der Jubelsturm hatte schon begonnen. Sandra Auffarth und Landlord flogen am Samstag nach einem mitreißenden Ritt, der die Reitsportfans in der großen EWE Arena in Oldenburg hörbar faszinierte, über den letzten Oxer des Stech-Parcours‘ des zweiten Weltranglisten-Springens im Programm des internationalen Turniers Agravis-Cup 2018. Und dann berührte Landlord mit einem Hinterbein eine Stange - die rollte langsam aus der Halterung. Die Zuschauer raunten kurz und spendeten dann Riesenapplaus. Ein, vielleicht zwei Zentimeter fehlten, dann hätte die 31-Jährige vom RV Ganderkesee gewonnen. Sie war schneller als Andreas Kreuzer (RTG Silberhof). Der 28-Jährige, der seit einigen Monaten in Damme lebt, war mit Calvilot vor Auffarth gestartet und hatte mit einem Null-Fehler-Ritt in 37,83 Sekunden die Führung übernommen. Als ein paar Minuten später die Stange fiel, war das auch der Sieg. Auffarth und Landlord galoppierten zwar nach 36,09 Sekunden durch die elektronische Zielschranke, hatten aber eben vier Fehlerpunkte dabei: Platz vier.

Maßarbeit von Sandra Auffarth und Landlord

56 Paare nahmen in den ersten Umlauf der internationalen Springprüfung (CSI3*) um den Preis der Agravis und regionalen Raiffeisen-Genossenschaften in Angriff. 13 Hindernisse (Höhe 1,50 Meter) mit 13 Sprüngen waren dafür aufgebaut worden. Auffarth, unter anderem Mannschafts-Olympiasiegerin 2012 und Einzel- sowie Team-Weltmeisterin 2014 in der Vielseitigkeit, führte den zehnjährigen Oldenburger Wallach, der von ihrem Vater Karl-Heinz Auffarth gezogen wurde, ganz souverän über alle Herausforderungen. Dabei leistete sie Maßarbeit. In 63,94 Sekunden blieb sie sechs Hundertstelsekunden unter der erlaubten Zeit. Sandra Auffarth und Landlord waren das siebte und letzte Duo, das das Stechen erreichte.

In der Entscheidung ging es dann über sieben Hindernisse mit acht Sprüngen. Erst der drittletzten Reiter, der Ire Billy Twomey, blieb fehlerfrei. Er hatte dafür mit Lady Lou 40,45 Sekunden benötigt. „Es war eine schöne Atmosphäre, weil die Zuschauer ganz nah dran sind“, erzählte der Zweitplatzierte später: „Das Publikum ist zudem sehr sachkundig.“ Er werde mit seiner neunjährigen Westfalen-Stute am Sonntag auch im Großen Preis von Oldenburg antreten, verriet er. Der wird am letzten Tag des Spring- und Dressurturniers, der schon um 7.30 Uhr beginnt, ab 14.45 Uhr ausgetragen.

Dann ist auch Kendra Claricia Brinkop vom ZRV Borken mit der Stute Caramia wieder mit dabei. Am Samstag hatte sie im Stechen des Weltranglisten-Springens ebenfalls einen Hindernisfehler verzeichnet, war aber sechs Hundertstelsekunden schneller (36,03) als Auffarth und belegte so Rang drei.

Andreas Kreuzer reitet Quinley im Großen Preis

Der Samstags-Sieger wird am Sonntag Calvilot nicht erneut vorstellen. „Er kann sich ein wenig auf den Lorbeeren ausruhen“, erzählte Kreuzer. Er hatte sich schon im Sattel des elfjährigen Oldenburger Sportpferds die Runde von Twomey angesehen. „Danach wusste ich, was ich machen musste“, sagte Kreuzer. Er ging nicht volles Risiko. „Ich bin aber zügig geritten, um Sandra Auffarth ein bisschen unter Druck zu setzen“, erklärte er weiter. „Sandra musste alles riskieren, und so ist dann der Sport: Sie hatte Pech.“ Kreuzer geht mit Quinley in den Großen Preis.

Sandra Auffarth mit Nupafeed‘s La Vista Dritte

Auffarth startete am Samstag zweimal erfolgreich. Vor dem Weltranglisten-Wettbewerb hatte sie mit der Stute Nupafeed‘s La Vista in einer internationalen Springprüfung (CSI3*), die nach Fehlern und Zeit gewertet wurde, den dritten Platz belegt. Sie beendete ihre Null-Fehler-Runde in 58,29 Sekunden. Schneller waren nur der Niederländer Jur Vrieling mit Baltic (56,48) und Johannes Ehning vom ZRFV Borken (57,71).

Talente des RC Hude haben Pech

Pech hatten derweil zwei Talente des RC Hude. In der Future-Trophy, die in einer Springprüfung der Klasse M mit Stechen vergeben wurde, zeigten Moritz Baum mit All in und Frederik Geue mit Confiance flüssige, souveräne Ritte. Beide machten aber trotzdem einen Fehler - Geue am letzten Hindernis. Sie erreichten daher nicht das Stechen, in dem fünf der 14 Paare aus dem Wettbewerb starteten. Die Huder wurden Sechster (Geue) und Siebter (Baum). Über Rang eins freute sich Chiara Reyer vom RFV Westerkappeln-Velpe-Lotte-Werse, die mit Cedric im Stechen in 40,62 Sekunden als Einzige fehlerlos durch den Parcours kam.

Marcus Hermes gewinnt Grand Prix

Hochklassigen Sport boten am Samstag auch die Dressur-Profis in der FEI-Grand-Prix-Prüfung (CDI4*). Den Sieg sicherte sich Marcus Hermes vom ZRV Appelhülsen mit Abbegglen. Sein Ritt wurde mit 73,170 Prozent bewertet. An diesem Sonntag, 12.40 Uhr, steht die Grand-Prix-Kür im Zeitplan des Agravis-Cups.