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Aktion „Ehrenamt überrascht“ Marion Schneider vom Delmenhorster TV erhält viel Lob

Von Klaus Erdmann | 21.12.2018, 09:17 Uhr

Marion Schneider, die beim Delmenhorster TV vier Eltern-Kind-Turngruppen leitet, hat überraschenden Besuch erhalten. Stadtsportbund-Chef Holger Fischer und Karl-Heinz Meyer, stellvertretender Vorsitzender des DTV, überreichten Urkunde und Präsente und sparten nicht mit lobenden Worten.

„Ihr seid ja raffiniert.“ Marion Schneider war die Überraschung deutlich anzumerken, als sie in der Halle Am Stadtbad für ihre langjährige ehrenamtliche Tätigkeit geehrt wurde. Sie, die beim Delmenhorster Turnverein (DTV) gleich vier Eltern-Kind-Turngruppen leitet, wurde im Rahmen der Aktion „Ehrenamt überrascht“ ausgezeichnet. Die 55-Jährige erhielt eine Urkunde, Präsente, rund 50 Rosen (aus den Händen der Kinder und Eltern), Beifall und ganz viel Lob.

„Arbeit ist nicht mit Gold zu bezahlen“

„Ehrenamt überrascht“ ist eine gemeinsame Aktion des Landessportbundes (LSB) und der Sportregion Delmenhorst/Oldenburg-Land. Als Laudatoren fungierten Holger Fischer, der an der Spitze des Stadtsportbundes (SSB) Delmenhorst steht, und Karl-Heinz Meyer, stellvertretender DTV-Vorsitzender. Fischer überreichte der von Helferinnen unterstützten „Vereinsheldin“, die, um den Besuch vorzubereiten, zwischenzeitlich unter einem Vorwand in die Geschäftsstelle gelockt wurde, eine Urkunde und ein Überraschungspaket. Meyer, der bereits vor dem offiziellen Teil betont hatte, dass Schneiders Arbeit „nicht mit Gold zu bezahlen“ sei, sagte: „Das hast du einfach verdient.“ Dann verwies er auf „besondere Eigenschaften wie Zuverlässigkeit und Loyalität zum Verein“. Ferner hob er die „Herzenswärme“ und das „Engagement“ der Delmenhorsterin hervor.

Eigenschaften, die sie auch nach dem überraschenden Besuch der Funktionäre mit Leben erfüllte. Recht schnell wurde deutlich, dass es in ihren Stunden nicht „nur“ um sportliche Betätigung geht. Die ein- bis vierjährigen Protagonisten, in einigen Fällen mit Schnullern und Windeln ausgestattet, fühlten sich in der Stadtbadhalle pudelwohl. Einige begaben sich alleine auf „Entdeckungsreise“, andere mochten auf die Hand der Mutter oder des Vaters nicht verzichten. Ein buntes Bild. Und mittendrin: Marion Schneider, die überall zu finden war, die sich den Kindern widmete, die sich mit den Eltern unterhielt. Eine Kümmerin.

Marion Schneider leitet seit 1995 Eltern-Kind-Turnen

Schneider ist im größten Delmenhorster Sportverein, dem rund 2700 Mitglieder angehören, bereits seit dem 1. August 1995 für das Eltern-Kind-Turnen zuständig. „Ich habe mit zwei Gruppen angefangen, jetzt sind es vier“, erzählt sie. Im Schnitt bilden 25 Kinder eine Gruppe. Was reizt sie an ihrer Aufgabe? „Es ist interessant, die Entwicklung der Kinder zu beobachten“, sagt die Mutter zweier erwachsener Töchter und Großmutter einer zweijährigen Enkelin namens Ronja. Die Übungsleiterin favorisiert klare Worte. „Ich bin ziemlich offen“, betont sie. „Ich sage den Eltern meine Meinung. Damit müssen sie klarkommen.“

Schneider gehört zu jenen Ehrenamtlichen, deren Engagement die Hallentür nicht zu stoppen vermag. „Marion geht auch in Familien“, sagte Meyer. „Manchmal ist sie ein wenig eine Ersatz-Oma.“ Es begann mit dem Besuch eines Kindergeburtstags. Andere gemeinsame Unternehmungen folgten schnell. „Es ist eine kleine Clique“, sagt Schneider lachend. Und Ronja gehöre auch dazu.

Die Enkelin steht sicherlich auch im Mittelpunkt, wenn im Kreise der Familie das Weihnachtsfest gefeiert wird. Schneider: „Wir sind bei meiner jüngeren Tochter Mareike. Bei ihr ist ausreichend Platz und bei ihr findet auch die Bescherung statt.“ Die ältere Tochter, Marietta, steht ebenfalls in Diensten des Delmenhorster Turbnvereins. Sie leitet den kreativen Kindertanz.

Mit ihrer Aktion geben Landes-, Stadt- und Kreissportbund den Vereinen die Möglichkeit, Ehrenamtliche zu überraschen und zu ehren. Karl-Heinz Meyer ließ keinen Zweifel daran, dass die Verantwortlichen eine gute Wahl getroffen hatten. „Als Verein kann man stolz sein, eine solche Übungsleiterin zu haben“, richtete er ein weiteres Lob an die Adresse von Marion Schneider.