Ein Angebot der NOZ

Angebot offiziell bestätigt SV Atlas Delmenhorst will Marcel Bragula

Von Daniel Niebuhr und Lars Pingel | 25.11.2018, 21:51 Uhr

Der Delmenhorster Fußball-Oberligist SV Atlas bestätigt ein Angebot für Marcel Bragula. Der Trainer des Bezirksliga-Spitzenreiters VfL Wildeshausen schwärmt offen von den Atlas-Strukturen. Ihm steht nun allerdings die wohl schwerste Entscheidung seiner Trainer-Karriere bevor.

Bastian Fuhrken hat in diesen Tagen wenig Zeit, sich mit anderen Themen als dem SV Atlas Delmenhorst zu beschäftigen. Der 2. Vorsitzende und Leiter Leistungsfußball des Vereins bildet seit der überraschenden Trennung von Trainer Jürgen Hahn mit Daniel von Seggern, Coach des Kreisliga-Teams, und Manager Benno Urbainski das Trio, das die Oberliga-Mannschaft bis zur Winterpause sportlich führt. Am Samstag feierte man im Stadion vor 820 Zuschauern mit dem 2:0 (0:0) über den FC Hagen/Uthlede im letzten Heimspiel des Jahres den ersten gemeinsamen Erfolg.

Nicht einmal 24 Stunden später war wieder der Atlas-Funktionär Bastian Fuhrken gefragt, der bis Ende des Jahres einen Nachfolger für Hahn präsentieren will. Seit Sonntag ist Marcel Bragula, Trainer des Bezirksliga-Spitzenreiters VfL Wildeshausen, auch offiziell erster Anwärter. „Marcel ist der einzige, mit dem ich bisher gesprochen habe“, bestätigte Fuhrken, dass Bragula ein Angebot des SV Atlas vorliegt. „Wir sind gut befreundet“, erklärte Fuhrken. „Marcel kennt den Verein, er weiß, wie man junge Spieler stärker macht und er lebt für den Fußball. So eine Person suchen wir.“ Schmunzelnd fügte er mit Blick auf zurückliegende sportliche Duelle zwischen Atlas und den Wildeshausern hinzu: „Er hat immer ein gutes Mittel gehabt, uns zu besiegen.“

VfL-Abteilungsleitung wenig begeistert

Das Gespräch der beiden fand am Mittwochabend statt. Fünfeinhalb Stunden habe man diskutiert, erklärte Bragula: „Bastian hat mich richtig auf links gedreht. Er wollte ein Konzept von mir. Was ich ihm dargestellt habe, hat ihm gefallen.“ Ihm steht jetzt wohl die schwerste Entscheidung seiner Trainer-Karriere bevor. Wildeshausen ist die Heimat des 44-Jährigen, sein Herz hängt an der Stadt und seinem Club: „Ich muss mit einigen Leuten sprechen, angefangen mit meiner Frau.“

Dazu wird auch VfL-Abteilungsleiter Ottmar Jöckel gehören. Fuhrken hat ihn bereits vom Delmenhorster Interesse in Kenntnis gesetzt, Jöckel sei „natürlich“ nicht begeistert gewesen. „Nun muss der VfL intern klären, wie es weitergeht“, sagte Fuhrken. Sollte der Wunschkandidat nicht zusagen, „haben wir natürlich auch über andere Lösungen nachgedacht. Alles andere wäre ja auch fahrlässig.“

Von Seggern im Winter zurück zur Reserve

Der neue Atlas-Trainer soll die Oberliga-Mannschaft in der Winterpause auf den zweiten Saisonteil vorbereiten. „Es wird keine Übergangslösung geben“, erklärte Fuhrken. „Ich möchte die Mannschaft für die Saison 2019/20 gemeinsam mit dem Coach frühzeitig zusammenstellen.“ Das „große Ziel“ in der laufenden Saison sei das Halbfinale im NFV-Pokal der Amateure am Ostermontag, 22. April, 15 Uhr. Dann erwartet der SV Atlas seinen Ligarivalen 1. FC Wunstorf im Stadion – und möchte unbedingt das Finale erreichen.

Dass das letzte Punktspiel des Jahres beim VfV Hildesheim am Sonntag (14 Uhr) das letzte für das „Interimstrainer-Trio“ der Oberliga-Mannschaft sein wird, hänge auch damit zusammen, dass von Seggern seine Arbeit bei der Zweiten fortsetzen soll. „Wir haben lange dafür gearbeitet, die Mannschaft aufzubauen. Das wollen wir nicht gefährden“, sagte Fuhrken. Dessen Weitsicht bei der Führung des Vereins schätzt wiederum Bragula. „Bei Atlas arbeiten Leute, die wissen, was sie tun“, sagt der Wildeshauser. „Für mich ist dieser Verein nach dem VfB Oldenburg das Zugpferd der Region.“ Bragula, der als Oberstabsfeldwebel in Delmenhorst stationiert ist, will sich bis Mitte nächster Woche äußern: „Ich habe in meinem Beruf deutlich schwerwiegendere Entscheidungen treffen müssen – hier reden wir nur über die schönste Nebensache der Welt.“

Oliver Rauhs Doppelpack

So oder so wird er sich über das 2:0 des SV Atlas am Samstag gefreut haben. Beim siebten Saisonsieg, der den Sprung auf Platz vier bedeutete, stach ein Joker: Stürmer Oliver Rauh, der in der 62. Minute eingewechselt worden war, erzielte beide Treffer. Zunächst stand er nach einem weiten Einwurf von Leon Lingerski von der rechten Seite in den Fünfmeterraum goldrichtig. FC-Torwart Yannick Becker hatte versucht, den Ball zu fangen, er rutschte ihm im Fallen aber aus den Händen. Rauh schoss die Kugel aus acht Metern ins Netz: 1:0 (73.). In der Nachspielzeit vollendete er einen klasse Konter. Nach einem Steilpass des ebenfalls eingewechselten Dominik Entelmann umspielte Rauh den FC-Keeper und schob den Ball aus spitzem Winkel zum 2:0 ins Tor (90.+4). „Das ist ein hervorragendes Gefühl“, sagte Rauh, der seine Saisontreffer zwei und drei geschossen hatte: „Ich freue mich, dass ich der Mannschaft damit helfen konnte.“