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Arbeitstagung des Fußballkreises Oldenburg-Land/Delmenhorst will mit Nachbarn kooperieren

Von Lars Pingel | 09.12.2016, 21:04 Uhr

Der Vorstand des Fußballkreises Oldenburg-Land/Delmenhorst strebt einen gemeinsamen Spielbetrieb der Frauen-, Mädchen- und A- und B-Junioren-Teams mit den Kreisen Vechta und Cloppenburg an. Am 4. Februar 2017 soll darüber abgestimmt werden.

Die wichtigste Voraussetzung wurde erfüllt. „Wenn drei aufeinander zugehen, die zusammenarbeiten wollen, müssen alle irgendwann anhalten“, sagte Karl-Heinz Bernich, Schriftführer im Vorstand des Fußballkreises Oldenburg-Land/Delmenhorst, am Donnerstagabend während einer Arbeitstagung im „Schützenhof“ in Kirchhatten. Die Spitze des Verbands um den Vorsitzenden Erich Meenken und Vertreter der Ausschüsse sowie ihre Amtskollegen aus den Kreisen Cloppenburg und Vechta sind sich in den vergangenen Monaten so nahe gekommen, dass zur Saison 2017/2018, die im kommenden August beginnt, ein gemeinsamer Spielbetrieb der A- und B-Junioren- und der Mädchen-Mannschaften beginnen soll und der Frauen-Teams beginnen wird.

„Wir hoffen, dass ihr uns unterstützt“, sagte Meenken zu den Vertretern der Vereine. Am Samstag, 4. Februar 2017, 10 Uhr, ist im „Harfster Krug“ in Großenkneten eine Versammlung mit Delegierten der  Clubs aus den drei Kreisen angesetzt. Dann soll über die Kooperation in den Jugendbereichen abgestimmt werden. Dieser haben Vertreter von Vereinen, die Frauen-Teams für den Punktspielbetrieb melden, bereits zugestimmt, berichtete Meenken.

Keine Fusion geplant

In allen Gesprächen mit den Verantwortlichen aus Vechta und Cloppenburg ging es nicht um eine Fusion, sondern nur um die Zusammenarbeit, erklärte Meenken. Ausgangspunkt war eine Arbeitstagung seines Kreises im Juni 2015 , in der die Vereinsvertreter eine Fusion mit den Verbänden Oldenburg-Stadt, Ammerland, Friesland, Wilhelmshaven und Wesermarsch abgelehnt hatten. „Außerdem erhielten wir den Auftrag, Kontakt zu den Nachbarkreisen Cloppenburg und Vechta aufzunehmen“, berichtete Meenken. Zunächst habe der Vorstand dann eine Analyse der eigenen Situation vorgenommen.

Kreis Oldenburg-Land/Delmenhorst hatte Probleme im Junioren-Bereich

„Als wir dann die Nachricht erhielten, dass die anderen fünf Kreise die Fusion ohne uns vornehmen werden, indem uns mitgeteilt wurde, dass unsere Beteiligung an der Junioren-Spielgemeinschaft mit dem Ammerland, Oldenburg-Stadt und der Wesermarsch nicht mehr erwünscht ist, war das für uns das Signal, die Gespräche mit den beiden Nachbarkreisen aufzunehmen“, sagte Meenken. Die hätten im März 2016 begonnen. „Wir sind erstaunlicherweise auf sehr offene Ohren gestoßen.“ Der Kreisvorstand hatte zuvor festgestellt, dass er vor allem bei den A- und B-Junioren Probleme bekommen würde, einen eigenen Spielbetrieb zu organisieren. „In der A-Jugend hätten wir wohl keine Staffel zusammenbekommen“, sagte Meenken. Sehr schnell seien die Gespräche auf den Frauen- und Mädchenbereich ausgedehnt worden.

Jeder Kreis übernimmt Aufgaben

„Wichtig war uns, dass der Aufwand und die Kosten für die Vereine in erträglichem Maß bleiben müssen“, erklärte Meenken die Vorgabe, mit der er und seine Kollegen in die vorbereitenden Treffen gegangen waren. „Die Klasseneinteilung sollte unter regionalen Aspekten vorgenommen werden“, fuhr Meenken fort. „Natürlich gibt es den einen oder anderen Verein, der geografisch nicht so gut liegt. Die Fahrten sollten aber nicht länger werden als bisher. Dem ist Rechnung getragen worden.“ Jeder der drei beteiligten Kreise wird Aufgaben im Spielbetrieb übernehmen. Bernich wird den Spielbetrieb der Mädchen leiten, David Lücker ( Vechta) den der A-und B-Junioren und Ralf Busse (Cloppenburg) den der Frauen.

Erich Meenken appelliert an Vereine

Sicher ist, dass diese Kooperation auch einige Herausforderungen und Schwierigkeiten zur Folge haben werde, vor allem im Mädchenbereich, sagte Meenken. Er ist aber optimistisch, dass Probleme in Gesprächen gelöst werden können. Die Zusammenarbeit mit den beiden Nachbarverbänden sei für die Zukunft des NFV-Kreises Oldenburg-Land/Delmenhorst aber sehr wichtig, erklärte Meenken. Da in der nördlichen Nachbarschaft im kommenden Jahr zwei Großkreise entstehen, „sind wir isoliert“. Wenn Oldenburg-Land/Delmenhorst also den Einstieg in die Kooperation nicht schaffen würde, könnte es sein, dass der Kreis irgendwann ohne eignes Zutun einem anderen Bereich zugeordnet wird. Dann, wenn er nicht mehr in der Lage sein sollte, selbstständig den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten. „Die Entwicklung in Deutschland zeigt, dass die Zahl der Mannschaften immer weiter abnehmen wird. Wir sind davon noch nicht so stark betroffen, aber es ist so.“ Meenken folgerte daraus: „Die Zusammenarbeit ist eine Chance, kreisübergreifend etwas Neues zu machen. Lasst uns das versuchen.“