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Arrowhead-Turnier 2017 Bogensport-Prominenz gibt sich in Schlutter ein Stelldichein

Von Richard Schmid | 03.07.2017, 17:34 Uhr

Wichtige Ranglistenpunkte sammeln, sich für die EM qualifizieren oder auf die DM vorbereiten: Das war das Ziel der Bogensport beim internationalen Arrowhead-Turnier in Ausrichter Bogensport Delmenhorst hinterlässt einen hervorragenden Eindruck – sowohl sportlich als auch organisatorisch.

Nahezu alles, was im deutschen Bogensport Rang und Namen hat, aber auch lokale Größen gaben sich am Wochenende auf dem Bogensportgelände in Schlutter beim internationalen Arrowhead-Turnier ein Stelldichein. Der Grund: Für die meisten Teilnehmer ging es um wichtige Ranglistenpunkte und um die Qualifikation zu der in zwei Wochen in Slowenien stattfindenden Europameisterschaft. Mit dabei und erwartungsgemäß überlegene Siegerin mit dem Recourvebogen war die Olympiazweite von Rio de Janeiro, Lisa Unruh, die bereits 2014 Feldbogen-Weltmeisterin wurde.

Das vom Bogensport Delmenhorst ausgetragene Feldbogenturnier kann am ehesten, so der beim Deutschen Schützenbund verantwortliche Disziplintrainer Peter Lange, mit einem Querfeldeinlauf mit Schießunterbrechnungen verglichen werden. „Mit dem Unterschied, dass unsere Schützen nicht laufen.“ Gleichwohl, die Aufgaben haben es in sich. (Weiterlesen: Borgensport Delmenhorst richtet EM-Qualifiktion aus)

24 Scheiben im Schlutter Wald verteilt

Am ersten Tag mussten die rund 70 Teilnehmer, die in verschiedene Wettkampfgruppen mit jeweils vier Schützen eingeteilt wurden, auf 24 im Waldgelände verteilte Scheiben schießen. Eine besondere Schwierigkeit besteht darin, dass die Sportler die Entfernung der aufgestellten Ziele nicht kennen, also auf ihre Erfahrung, ihr Können und ihr Gespür angewiesen sind. Zudem sind zahlreiche Zielscheiben nicht ebenerdig angebracht, sondern stehen teilweise erhöht oder schräg zum Schützen.

Am zweiten Tag sind die Abstände der Ziele zwar festgelegt, doch deutlich weiter entfernt. „Das sieht alles leicht aus, ist aber harter Wettkampfsport. Die Schützen sind am Tag sechs Stunden ohne Pausen unterwegs und müssen dabei voll konzentriert sein“, erläutert Lange die Schwierigkeiten beim Feldbogenturnier. „Man darf nicht vergessen, das hier sind alles Amateure. Lediglich Lisa Unruh, die bei der Bundespolizei angestellt ist, wird als deutsche Spitzensportlerin für den Sport weitgehend freigestellt.“

Drei Wettkampfbogen werden unterschieden

Vor dem Start müssen sich die Teilnehmer bereits festlegen, mit welchem Bogen sie die Wettkämpfe bestreiten. Dabei werden drei Wettkampfbogen unterschieden: Der Recourvebogen ist ausgestattet mit Stabilisatoren und einem Visier, der Blankbogen, der – wie der Name schon sagt – keinerlei optische oder sonstige Hilfsmittel aufweist sowie der Compoundbogen, der an den Bogenenden drehbare Räder hat, über die die Sehne aufgerollt wird.

Alle Bögen wurden vor Wettkampfbeginn durch das Kampfgericht akribisch geprüft, denn auch hier gelten bestimmte Vorschriften. „Wir prüfen was dran sein darf am Bogen und was nicht, das ist je nach Bogenart unterschiedlich“, erläutert Simone Schönemann, die Sprecherin des vierköpfigen Kampfgerichts. Beanstandungen gab es keine.

Bogensport Delmenhorst mit Ausrichtung und Ergebnissen zufrieden

Trotz zwischenzeitlicher Regenschauer war es über beide Tage ein gelungener Wettkampf. Entsprechend zufrieden zeigte sich Eike Christian Böse, Vorsitzender des ausrichtenden Vereins Bogensport Delmenhorst. „Alles ist ganz großartig gelaufen, nur das Wetter hätte vielleicht besser sein können“, sagte er. „Die Delmenhorster können es halt“, bestätigte auch Lange, der sich sowohl über Ablauf und Organisation der Veranstaltung sehr zufrieden zeigte.

Zufrieden sein können auch die fünf Starter aus Delmenhorst, die sich in dem hochklassigen Feld durchaus behaupten konnten. Rainer Bettermann wurde mit dem Recourvebogen in der Masterklasse (das ist ab der Altersklasse Ü 50) Erster und hätte mit seiner erzielten Ringzahl in der Hauptklasse einen hervorragenden sechsten Platz belegt. Sascha Allhorn, der erst seit 2013 das Bogenschießen wettkampfmäßig betreibt, belegte mit dem Blankbogen in der Männerklasse einen sehr guten fünften Rang. „Die Ringzahl ist ganz solide, ich bin ganz zufrieden. Für mich war es eine gute Vorbereitung für die Deutschen Meisterschaften“, meinte er nach seinem Wettkampf. Zusammen mit dem für die Organisation zuständigen Rainer Kenneke sowie Rainer Bettermann wird er bei diesen deutschen Titelkämpfen die Farben von Bogensport Delmenhorst vertreten.

Peter Buchholz und Helmut Wachtendorf vorne dabei

Die beiden Blankbogenschützen Peter Buchholz und Helmut Wachtendorf wurden in der Masterklasse Sechster und Achter. Björe Helmke trat mit dem Compoundbogen am zweiten Wettkampftag nicht mehr an, so dass für ihn nur das Ergebnis des ersten Tages in die Wertung kam.

Neben den Bogensportlern aus Delmenhorst konnten sich auch zwei Wildeshauser Schützen platzieren. Bodo Pell wurde Vierter und sein Vereinskollege Erwin Meier landete auf Rang zehn (beide Blankbogen Masters).