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Atlas-Vorsitzender im Interview „In der Oberliga schlägt schon ein anderer Beat“

Von Frederik Böckmann, Frederik Böckmann | 15.10.2017, 08:47 Uhr

Jörg Borkus ist nicht nur (noch) Vorsitzender des SV Atlas Delmenhorst, sondern auch Fan. Vor dem Heimspiel am Sonntag (16.15 Uhr) gegen Lupo Martini Wolfsburg schildert Borkus im dk-Interview, wie er aus sportlicher Sicht das Geschehen beim Fußball-Oberligisten einordnet.

 Herr Borkus, etwas weniger als ein Drittel der Saison in der Fußball-Oberliga ist bereits vorbei. Wie fällt Ihr sportliches Fazit bislang aus? 

Ich finde, dass wir gefühlt besser da stehen, als es die Punkte und Tabellenplatz aussagen. Zu Beginn der Saison haben wir ein paar Zähler liegen gelassen. Jetzt haben wir zuletzt gegen den VfL Oldenburg (1:2) und beim MTV Gifhorn (1:1) nur einen Punkt geholt. Ich bin mir sicher: Wenn wir nicht gerade diese Personalprobleme hätten und in diesen beiden Begegnungen mit voller Kapelle aufgelaufen wären, dann würden wir auf Rang eins oder zwei der Tabelle stehen. (Weiterlesen: SV Atlas hat Bock auf die Regionalliga) 

 Und möglicherweise um den Aufstieg mitspielen? 

Ich befürchte, dass das der Mannschaft noch gar nicht so gut tun würde. Die Mannschaft hat Qualität, keine Frage. Aber es gibt in der Oberliga doch jedes Wochenende kuriose Ergebnisse. Fast jeder kann jeden schlagen. Wie schon im Sommer gesagt: Einmal eine stressfreie Saison wäre auch nicht verkehrt, damit sich der Verein in Ruhe weiterentwickeln kann. (Weiterlesen: Jörg Borkus im dk-Interview) 

 Wie würden Sie die Ober- und Landesliga vergleichen? 

Die Oberliga ist stark und attraktiv. Bekannte Mannschaften, neue Stadien – das machte doch auch für die Fans richtig Spaß. Fußballerisch finde ich, dass in der Oberliga schon ein deutlich anderer Beat schlägt als noch in der Landesliga. Das gilt auch in der Budget-Frage. In der Landesliga waren schon nicht in den Top 6, in der Oberliga sind wir, was den Etat betrifft, wahrscheinlich auch eher im unteren Bereich angesiedelt.

 Welcher Spieler hat Sie bislang am meisten überzeugt oder überrascht?  

Ich will da niemanden hervorheben, die gesamte Mannschaft verkauft sich bislang super. Ich finde, das größte Kompliment kam diese Saison von Gifhorns Trainer Uwe Erkenbrecher, der sagte, dass wir Männerfußball spielen würden. Da ist doch ein hervorragendes Zeugnis für die Arbeit von Trainern und Spielern. Dass wir spielerisch stark sind, wissen wir. In der Oberliga sind aber eben auch andere Komponenten gefragt.

 Wie beurteilen Sie die Fairness-Tabelle? Dort ist Atlas Letzer. 

Das ist nicht ganz so schön. Aber: Wir sind ja keine Kloppertruppe. Diese Tabelle relativiert sich schon wieder, wenn man die beiden Roten Karten für Patrick Degen und Dennis Janssen ausklammert. Die beiden wissen, dass ihre Tätlichkeiten nicht in Ordnung waren. Patrick und Dennis haben ihre Strafen bezahlt und sich dafür entschuldigt. Damit ist die Sache dann auch erledigt. Dass Spieler Gelbe Karten bekommen, wenn sie sich in den Dienst der Mannschaft stellen, passiert.

 Im kommenden Jahr sind Sie nicht mehr Vorsitzender, sondern dürfen als Fan von der Tribüne mitfiebern. Gibt es irgendetwas, auf das Sie schon besonders freuen? 

Ich wünsche mir, dass Scholli (Lars Scholz) und MP9 (Marco Prießner) verletzungsfrei und topfit durch die Wintervorbereitung kommen. Wenn die beiden in Topform sind, werden sie den gegnerischen Abwehrreihen sicherlich einige Knoten in die Beine schlagen. (Borkus schmunzelt)