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Auf Erfolgskurs in der Männerwelt Marion Grotheer gibt das Amt der Vorsitzenden des TuS Heidkrug ab

Von Klaus Erdmann | 25.04.2019, 23:58 Uhr

Nach zwölf Jahren an der Spitze des TuS Heidkrugs hört Marion Grotheer auf. Die scheidende Vorsitzende blickt auf ihre Amtszeit zurück.

„Ich bin wesentlich freier geworden“, sagt Marion Grotheer, Vorsitzende des Turn- und Sportvereins (TuS) Heidkrug von 1919. Grund für diese Feststellung ist die Frage, was die Arbeit als Chefin des Großvereins ihr persönlich gebracht habe. Anlass für diese Frage ist die Tatsache, dass sie das Amt, dass sie 2007 übernommen hat, während der Jahreshauptversammlung am Freitag abgibt. Ihre Nachfolge strebt Sascha Voigt, der als stellvertretender Hauptkassierer fungiert, an. Die Versammlung beginnt um 20 Uhr im Vereinsheim am Bürgerkampweg.

Zwischen Freude und Trauer

Mit der Aussage, dass sie wesentlich freier geworden sei, ist die Antwort nicht beendet. „Ich habe gezeigt, dass ich mich behaupten kann“, betont Grotheer. „Auch in der Männerwelt“, fügt sie hinzu. Die letzten Worte werden von einem Lachen begleitet, aber sie meint es, so scheint es, ernst. Und sie sagt noch etwas: „Die Arbeit als Vorsitzende hat mein persönliches Leben bereichert.“

Gibt sie die TuS-Führung mit zwei lachenden Augen ab? „Eines wird tränen“, antwortet sie in Erwartung eines emotionsreichen Abends. Natürlich, führt sie aus, habe sie auch schöne Seiten erlebt, an die sie sich gerne erinnere. Aber, und auch das wird während des Gesprächs deutlich, sie freut sich auch auf weniger Verantwortung, Druck und auf mehr Freizeit.

Nach siebenjähriger Abwesenheit trat Marion Grotheer 1994 wieder in den TuS Heidkrug ein. Von 1996 bis 2000 war sie als Frauenwartin tätig, seit 2000 arbeitete sie als Geschäftsführerin.

Positive und Negative Erinnerungen bleiben

„Wir haben den Verein in einem desolaten Zustand übernommen“, blickt sie zurück. Nicht zuletzt die Fußballer bereiteten ihr Sorgen. Das erste Herrenteam stieg 2011 in die Landesliga auf. Nach vielen negativen Vorkommnissen wurde die Mannschaft am 26. März 2012 vom Spielbetrieb abgemeldet. Längst bietet sich wieder ein anderes Bild: Die Jugendabteilung arbeitet erfolgreich und das erste Herrenteam klopft als Kreisliga-Erster an die Tür zur Bezirksliga an. „Jetzt stehen die Fußballer wieder gut da“, freut sich Grotheer.

Fragt man die 63-Jährige nach der positiven Seite, so fällt ihr spontan die Deutsche Faustball-Meisterschaft der Frauen und Männer ein, die ihr Verein 2010 auf der Anlage am Bürgerkampweg ausrichtete. „Durch diese Meisterschaft haben wir bundesweit auf uns aufmerksam gemacht“, erinnert sich die Gesprächspartnerin. „Zur Ausrichtung gehörte Mut, denn wir betraten absolutes Neuland.“

„Die größte Sache“, so Grotheer, „ist, dass wir trotz einiger Hürden, die es in früheren Zeiten gab, einen finanziell gesunden Verein übergeben.“ In diesem Zusammenhang verweist sie darauf, dass viele Anschaffungen getätigt worden seien. Grotheer: „Ich kann sagen, dass das größtenteils mein Verdienst ist.“ Mit welchen Worten charakterisiert sie den TuS Heidkrug, den modernen Hundertjährigen, dem Anfang des Jahres 1914 Mitglieder angehörten? Marion Grotheer: „Wir sind unserem Prinzip treu geblieben, die Bevölkerung im Delmenhorster Osten und darüber hinaus zu bewegen. Bei uns wird Sport ohne großes negatives Aufsehen betrieben. Wir sind ein bodenständiger Verein.“ Sie betont, dass sie weiterhin dabei bleibe. So wolle sie sich beispielsweise um die Pflege der Mitglieder kümmern.

Neben der Clubchefin geben auch Christoph Ernst (zweiter stellvertretender Vorsitzender) und Heinrich Grotheer (Geschäftsführer) ihre Ämter ab. Kassenwart Harald Froese kandidiert erneut. Ferner strebt Jens Hiller, ehemaliger Leiter der Jugendfußballer, ein Amt innerhalb der Führungsriege des TuS Heidkrug an. Im Gespräch ist auch Faustballer Björn Gottschalk.