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Aufsteiger verliert Torfestival 4:5 - Bitterer K.o. für Stenum nach verrücktem Spiel

Von Frederik Böckmann | 23.08.2015, 21:10 Uhr

1:0, 1:4, 4:4, 4:5: Fußball-Bezirksligist VfL Stenum hat ein verrücktes Spiel beim TuS Obenstrohe verloren. Besonders bitter: der entscheidende Gegentreffer fiel erst in der sechsten (!) Minute der Nachspielzeit.

Die Mannschaft hatte gerade den Bus bestiegen, die dritte Niederlage im dritten Spiel steckte noch allen in den Köpfen, da richtete Thomas Baake den Blick schon wieder nach vorne. „Wir werden am kommenden Wochenende das ernten, was wir uns bislang erarbeitet haben. Da bin ich mir sicher. Die Mannschaft hat einen unglaublichen Charakter“, sagte der Fußball-Trainer des Bezirksligisten VfL Stenum eine halbe Stunde nach der ebenso bitteren wie verrückten 4:5 (1:4)-Niederlage beim Spitzenreiter TuS Obenstrohe, die erst durch einen Gegentreffer in der sechsten (!) Minute der Nachspielzeit besiegelt wurde.

Stenumer Trainer Thomas Baake stolz auf seine Mannschaft

Baake machte aus seinem Gemütszustand nach der Partie keine Mördergrube: „Das fühlt sich jetzt richtig brutal an.“ Doch das, was der VfL-Übungsleiter von seinen Schützlingen gesehen hatte, freute ihn ungemein. „Großes Kompliment. Wir hatten einen weiteren Titelkandidaten am Rande eines Punktverlusts“, sagte Baake über den Auftritt seiner Spieler, die wie zuvor schon gegen den Heidmühler FC (2:4) und den SV Atlas (1:3) eine starke Leistung zeigten. „Wir können jetzt noch lange Gesichter ziehen, doch am Dienstag beim Training wird es wieder richtig zur Sache gehen“, richtete der Coach schon den Blick auf das Heimspiel am kommenden Sonntag (15 Uhr) gegen Mitaufsteiger WSC Frisia Wilhelmshaven (2.) – der nächsten Top-Mannschaft im harten Auftaktprogramm der Stenumer.

Frühe 1:0-Führung, doch zur Pause 1:4 hinten

In Obenstrohe erwischten die Gäste einen super Start. Der VfL kontrollierte das Geschehen in den ersten 20 Minuten. Der Lohn: Die 1:0-Führung durch den starken Helge Petershagen (4.). Stenum ließ in der Anfangsphase keine einzige Obenstroher Torchance zu. Doch dann schlug der TuS mit seiner starken Offensive eiskalt zu. Er nutzte seine vier Chancen durch seine schnellen Angreifer Florian Jochens (30., Foulelfmeter/42./45.+1) und Matthias Lamche (33.) eiskalt aus – und ging plötzlich mit einem 4:1 in die Kabinen.

VfL stellt in der Pause taktisch um

In der des VfL gingen in der Pause die Köpfe nach unten. Baake fragte seine Spieler: „Wollen wir weiter so offensiv spielen und in Konter laufen?“ Wollten die Stenumer Akteure nicht. Das Motto hieß stattdessen: Sich mit kontrollierter Offensive zurück in die Partie kämpfen. Das gelang den Gästen – und wie!

K.o. in der Nachspielzeit

Erst traf Julian Dienstmaier nach einem indirekten Freistoß im Strafraum zum 2:4 (61.), dann verkürzte Dennis Karsten nach einer Vorlage des ebenfalls eingewechselten Kevin Soyke auf 3:4 (71.), ehe Michael Marten tatsächlich kurz vor Schluss nach einer Ecke den umjubelten 4:4-Ausgleich köpfte (85.). „Wir haben uns fantastisch zurück gekämpft“, sagte Baake. Stenum hatte im Torfestival die Hand an einem Punkt – und sollte doch mit leeren Händen dastehen. Lamche nutzte einen VfL-Fehler zum Obenstroher 5:4 aus.