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Aus im Niedersachsenpokal SV Atlas Delmenhorst fehlt nur die Krönung

Von Klaus Erdmann | 22.07.2017, 01:42 Uhr

Fußball-Oberligist SV Atlas Delmenhorst zeigt im Niedersachsenpokal gegen den BSV Rehden eine starke Vorstellung – scheitert aber im Elfmeterschießen.

Raus mit Applaus! In der Qualifikationsrunde des Krombacher Niedersachsenpokals haben die Fußballer des SV Atlas vor 1800 Zuschauern am Freitagabend im Stadion gegen den BSV Rehden eine starke Vorstellung geboten, der am Ende nur die Krönung fehlte. Nach einem Elfmeterschießen hieß es 7:8 (3:1, 3:3). Der Aufsteiger in die Oberliga bot dem Regionalligisten BSV Paroli und brachte den Favoriten in einer dramatischen Auseinandersetzung an den Rand einer Niederlage. Nach der 3:0-Führung der Delmenhorster kam der Gast noch vor der Pause zum Anschlusstor. Nach dem Wechsel machte es sich bemerkbar, dass sich Rheden länger in der Vorbereitung befindet als der Hausherr. Der BSV zeigte sich in dem hochklassigen Treffen kräftemäßig überlegen und erreichte in der regulären Spielzeit das 3:3. Im Entscheidungsschießen trafen alle Rhedener, während Patrick Degen das Ziel verfehlte.

Trainer Hahn ist stolz

„Wir können stolz sein. Schade, dass es kein Happy End gab“, meinte Atlas-Cheftrainer Jürgen Hahn nach dem spannenden Pokalspiel. Sein Spieler Lars Scholz bedauerte die Niederlage ebenfalls, betonte aber auch: „Es war trotzdem ein geiler Abend.“

Rehden gab eingangs den Ton an, doch den ersten Treffer erzielten die Hausherren. Degen traf in der 12. Minute. Kevin Njie versuchte, noch zu retten, lenkte den Ball jedoch mit der Hand ins Netz. Eine überraschende Führung, Atlas wirkte fortan selbstbewusster. In der 25. Minute erhöhte SVA auf 2:0. Nach einer Ecke von Scholz bemühten sich viele Spieler beider Parteien vergeblich um die Kontrolle des Balls. Aus dem Gewühl heraus markierte Mannschaftsführer Stefan Bruns das zweite Tor. Nur eine Minute später zwang Rehdens Routinier Addy Waku Menga, der seine Klasse einige Male unter Beweis stellte, SVA-Keeper David Lohmann zu einer Glanzparade. Großer Jubel herrschte in der 30. Minute, als Marco Prießner auf 3:0 erhöhte. Er drückte eine Maßflanke von Lars Scholz über die Linie. In der 32. Minute setzte Marko Stojanovic das Spielgerät neben das Gehäuse, ehe er zweimal in Lohmann seinen Meister fand (37., 42.). Nach einem Zuspiel von Menga gelang Abdullah Dogan in der 45. Minute der 3:1-Anschlusstreffer.

3:0-Führung verspielt

Im Verlaufe der Pausengespräche fragten sich die Zuschauer, ob Rehden, das in Abschnitt eins unübersehbare Abwehrschwächen zeigte, durch dieses Tor noch einmal zurück ins Spiel käme und ob beim SVA die Kraft reiche. Nach Wiederanpfiff gaben die Mannschaften die Antworten.

Sechs Minuten nach der Pause verpasste Scholz eine Hereingabe knapp, doch ansonsten sah sich der vorbildlich kämpfende Außenseiter mehr und mehr in die Defensive gedrängt. In der 57. Minute ließ Menga eine Großchance liegen. In der 68. Minute kam dann endlich auch Stojanovic zum Erfolg. Er überwand Lohmann mit einem 20-Meter-Freistoß. „Das zweite Gegentor war nicht ganz unhaltbar“, kommentierte Hahn nach dem Schlusspfiff das 3:2. Nur fünf Minuten später zeichnete Stojanovic auch für das 3:3 verantwortlich. Nach Vorarbeit von Menga und Ouly Magouhi tauchte er frei vor Lohmann auf und vollendete. Es blieb beim 3:3. Entscheidungsschießen. Beim BSV Rehden, der am Dienstagabend im Achtelfinale gegen den VfL Osnabrück antritt, trafen alle fünf Auserwählten. Bei den Delmenhorstern setzte Schütze Nummer zwei, Patrick Degen, den Ball über das Tor. Somit endete ein „geiler Abend“ für den SV Atlas, der das Erreichen des Entscheidungsschießens als Erfolg werten kann, ohne Krönung. Doch er kann stolz auf sich und seine Leistung sein, denn die Mannschaft, die sich noch inmitten der Vorbereitung befindet, trumpfte stark auf und begeisterte ihre Anhängerschaft. „Die Jungs hätten ein Happy End verdient gehabt.“ Mit dieser Meinung stand Teammanager Bastian Fuhrken nicht alleine da.

Rehden körperlich weiter

„Die erste Halbzeit war natürlich grottenschlecht, aber wir haben dann Charakter gezeigt“, meinte Rehdens Cheftrainer Wolfgang Schütte, der während der Pause nur wenige Minuten in der Kabine des BSV blieb. Sein Kollege Hahn, der im zweiten Abschnitt den grippegeschwächten Musa Karli für Dauerläufer Scholz, Dominik Entelmann für Prießner und Thomas Mutlu für Dennis Janßen brachte, nahm viele Glückwünsche in Empfang. Die Niederlage gegen eine gute Regionalliga-Mannschaft fühle sich bitter an, sagte er. Der BSV Rehden sei natürlich körperlich weiter. „Wir nehmen aus diesem Spiel viel Positives mit“, beendete Hahn seine Ausführungen.

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