Ein Angebot der NOZ

Auswertung des Fairness-Cups Fußball-Kreis „klettert“ auf den sechstletzten Rang

Von Frederik Böckmann, Frederik Böckmann | 02.08.2016, 08:33 Uhr

Der Fußball-Kreis Oldenburg-Land/Delmenhorst hat sich in der Fairnesswertung des NFV auf 38. Platz „verbessert“ – es ist aber noch immer der sechstletzte Rang.

Seit vielen Jahren verschickt der Niedersächsische Fußball-Verband zum Ende einer Hinrunde und Ende der Saison die Auswertung seines Fairness-Cups. Welche Mannschaften waren besonders fair? Welche Teams sammelten die meisten Strafpunkte für Gelbe Karten, Ampelkarten, Rote Karten oder Sportgerichtsverfahren? Wie schneiden die 43 Fußball-Kreise im NFV im Vergleich untereinander ab? Das sind die drei Fragen, die der Fußballverband in nüchternen Tabellen, in vielen Zahlen in schwarz auf weiß auswertet – und doch zahlreiche erstaunliche Fakten liefert, dieses Mal aufgelistet auf satten 59 DIN-A4-Seiten.

Die Funktionäre des heimischen Fußball-Kreises Oldenburg-Land/Delmenhorst dürften die PDF-Dateien in den vergangenen Halbserien nur ungern geöffnet haben. Denn der hiesige Fußball-Kreis hat sich zuletzt – zumindest statistisch gesehen – nicht gerade den Ruf einer übermäßig fairen Fußball-Region erarbeitet. Im Gegenteil: Zur Halbserie der Saison 2015/2016 stürzte der Fußball-Kreis auf den drittletzten Rang in der Fairness-Wertung ab, was den Kreisvorsitzenden Erich Meenken damals „erschütterte“.

121 Platzverweise und fünf Sportgerichtsurteile

Am Montag gab die NFV-Zentrale aus Barsinghausen nun die Zahlen für die gesamte Saison bekannt. Das Ergebnis: Der heimische Fußball-Kreis hat sich in puncto Fairness leicht verbessert, er liegt als 38. (von 43 Kreisen) aber immer noch im untersten Drittel der Auswertung, die für insgesamt 1003 Mannschaften bis in die Kreisliga vorgenommen wurde.

In den 664 zu zählenden Spielen sammelten die heimischen Fußballer 1400 Gelbe Karten, 67 Gelb-Rote Karten und 54 Rote Karten. Zudem gab es fünf Sportgerichtsurteile – was einen Durchschnittswert von 2,89 Fairnesspunkten ergibt.

Positive Entwicklung bei RW Hürriyet

Fairste Mannschaft aus dem heimischen Fußball-Kreis war der Kreisliga-Vizemeister TV Munderloh (1,68 Wertungspunkte). Dass sich erfolgreicher und fairer Fußball nicht ausschließen müssen, bewiesen auch die drei dahinter platzierten Mannschaften aus Oldenburg-Land/Delmenhorst: Landesligist VfL Wildeshausen (1,78), Kreisliga-Meister FC Hude (1,87) und Bezirksliga-Titelträger SV Atlas Delmenhorst (1,96). Erfreulich war auch die Entwicklung von RW Hürriyet (2,56): Die Düsternorter – in der Spielzeit 2014/2015 noch das unfairste Team in ganz Niedersachsen – waren mit sieben Platzverweisen in der abgelaufenen Kreisliga-Saison zwar auch keine Waisenknaben, bewiesen aber, dass sie mit ihrem Coach Mete Döner den Schritt zu einem positiveren Auftreten geschafft haben.

SV Baris Delmenhorst auf Rang 993 von 1003 Mannschaften

Negative Ausreißer aus Kreissicht in der Auswertung sind fünf Mannschaften, die sich erst auf Seite 58 von 59 der Fairness-Rangliste finden: Der TSV Ganderkesee (4,26), SV Tungeln (4,28), KSV Hicretspor (4,28), TV Jahn (4,31) und der SV Baris (4,53) tummeln sich auf den Rängen 984, 985, 986, 987 und 993 – von insgesamt 1003 Mannschaften. Es gab also nur zehn unfairere Teams als den SVB.

Fairste Mannschaft wurde die TSG Seckenhausen-Fahrenhorst (Kreisliga Diepholz), die in 30 Spielen nur 15 Gelbe Karten sah und keinen Platzverweis kassierte – was einen Fairnessquotienten von 0,53 ergibt. Unfairstes Team war der SC Bosna Osnabrück (Kreisliga Osnabrück) mit 84 Gelben, fünf Gelb-Roten und acht Roten Karten sowie zwei Sportgerichtsurteilen.

Lüchow-Dannenberg stellt den Vorzeigekreis

Die Vorzeigeliga der insgesamt 68 ausgewerteten Staffeln bleibt zum dritten Mal in Folge die Kreisliga Lüchow-Dannenberg, die einen Durchschnittswert von 2,03 erzielt. Die rauesten Sitten herrschen hingegen in der Bezirksliga Lüneburg 2 (Schnitt 3,23). Kaum zu fassen: Es hat schon weitaus schlechtere Ergebnisse gegeben.