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Badminton-Landesliga Provinz-Tournee mit Happy End für Delmenhorster FC

Von Daniel Niebuhr | 20.02.2019, 11:59 Uhr

Die Badmintonspieler des Delmenhorster FC stehen vor dem Abstieg – und schaffen mehr als nur die Rettung. Der Landesligist beweist im Saisonfinale vor eigenem Publikum ebenso eiserne Nerven wie die zweite Mannschaft 90 Kilometer weiter nördlich.

Als Landesliga-Badmintonspieler bereist man für seinen Sport nicht gerade die Metropolen der Welt; tatsächlich ist Delmenhorst die größte Stadt, die man in dieser Klasse besichtigen darf. Der Delmenhorster FC besuchte in dieser Saison unter anderem die hübschen Örtchen Vollersode und Brietlingen und reiste knapp 1200 Kilometer durch die Provinz – nicht schlecht für gerade einmal fünf Auswärtsspieltage.

Man wird auch deshalb nicht undankbar gewesen sein, dass der finale Showdown in der eigenen Stadt stieg, auch wenn das Heimrecht auch im Badminton für nichts garantiert. Allerdings scheint die Delmenhorster Luft zumindest eine wohltuende Wirkung auf die Nerven gehabt zu haben: Mit zwei unerwarteten Siegen schaffte der DFC überraschend noch den Klassenerhalt und wurde mit 17:11 Punkten sogar Tabellenvierter in der zweithöchsten Klasse in Niedersachsen und der sechsthöchsten in Deutschland. Das ist die beste Platzierung einer Delmenhorster Mannschaft seit dem DFC-Rückzug aus der Regionalliga vor neun Jahren; Spitzenspielerin Anja Eilers war auch damals schon dabei. „Zufriedenstellend“, resümierte Teamkapitän Henning Cohrs nüchtern.

Überraschungscoup gegen den Meister

Sein Verein ist damit der zweitbeste Club aus dem Bezirk Weser-Ems hinter dem TV Metjendorf, brauchte dafür aber einen eisernen Willen. Weil bis zu drei von acht Mannschaften aus der Landesliga absteigen, brauchten die Delmenhorster Siege gegen den Tabellendritten SG Maschen/Lüneburg II und Spitzenreiter SG Brietlingen/Adendorf, um die Klasse zu halten.

Die Routiniers Nadine Cernohous und Torben Wachholz punkteten beim 5:3 über Maschen/Lüneburg II jeweils im Einzel und im Doppel und sorgten dafür, dass sich der DFC durch ein 5:3 sein Finale gegen den Abstieg erspielte. Brietlingen/Adendorf stand zu diesem Zeitpunkt schon als Meister fest und feierte den achten Aufstieg in zehn Jahren – die Spielgemeinschaft marschierte fast nonstop von der Kreisklasse in die Niedersachsenliga.

Der DFC ließ sich jedoch nicht einschüchtern. Erneut siegten die Doppel Cernohous/Eilers und Wachholz/Björn Behrens, danach machten die Männer im Einzel alles klar. Wachholz und Simon Wepner holten die Zähler drei und vier, ehe standesgemäß Fabian Brandt die Entscheidung herbeiführte. Er gewann gegen Enrico Jakobi mit 21:19 und 21:12 – es war sein 18. Sieg im 26. Spiel, damit ist er der beste Delmenhorster Punktesammler und der siebtbeste der Liga. „Eine sehr starke Mannschaftsleistung“ bescheinigte Cohrs dem Team. „Damit hätte man im Vorfeld nicht rechnen können. Aber die Mannschaft hat großen Kampfgeist gezeigt.“

Zweite Mannschaft gewinnt Stadtderby gegen Heidkrug

Irgendwie war es auch ein Gesamtkunstwerk des ganzen Vereins. Durch Verletzungen und Erkrankungen waren die Delmenhorster zur Rotation gezwungen und setzten zwölf Spieler im Saisonverlauf ein – kein Landesligist kam auf mehr. „Dass es keine einfache Saison werden würde, war allen klar. In der Hinrunde sind wir in Richtung Abstiegsplätze gerutscht“, erklärt Cohrs. Delmenhorst gewann nur eines der ersten acht Spiele, Platz vier sei dann am Ende doch „hervorragend“. Tatsächlich fehlten sogar nur drei Punkte zum Aufstieg.

Zeitgleich kämpfte die zweite Mannschaft eine Liga tiefer um den Klassenerhalt. Auch der DFC II stand vor dem Abstieg und musste in Wilhelmshaven beide Spiele gewinnen – was in herausragender Manier gelang. Gegen Gastgeber SVC Wilhelmshaven gab es ein 8:0, im Stadtderby gegen den TuS Heidkrug danach ein 6:2 – auch der DFC II kletterte damit auf Rang vier, einen Punkt hinter den drittplatzierten Heidkrugern, die zuvor gegen Metjendorf III 4:4 gespielt hatten. Romuald Firla und Stephan Hebel waren die stärksten Spieler, beide bringen es auf 14 Siege über die gesamte Saison, ebenso viele wie Christian Spreng, der an den letzten beiden Spieltagen fehlte. „Ein glücklicher Abschluss, sich in allerletzter Sekunde zu retten“, sagte Pressewartin Mareike Kretschmann. Auch die zweite Mannschaft setzte zwölf Spieler ein, die alle mindestens einen Punkt beisteuerten. Personell sei man „vom Pech verfolgt“ gewesen, befand Kretschmann: „Glücklicherweise haben wir die Kurve noch einmal gekriegt.“