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Bahnrad-WM Masters in Manchester Ganderkeseer Heinz Bandener dreimal unter besten Zehn

Von Elisabeth Wontorra | 21.10.2015, 00:30 Uhr

Bei den UCI Track Cycling Masters World Championships 2015 in Manchester belegte der Ganderkeseer Bahnradfahrer Heinz Bandener, der für den RV Huchting startet, in seiner Altersklasse 65 bis 69 Jahren in den Disziplinen Scratch, Pursuit und Punkterennen die Plätze vier, fünf und neun.

Als einziger deutscher Teilnehmer trat der Ganderkesseer Heinz Bandener (RV Huchting) bei der Masters-Weltmeisterschaft der Bahnradfahrer an. Bei den „ UCI Track Cycling Masters World Championships“ in Manchester (England) belegte er den vierten, fünften und neunten Platz.

Erster und letzter Versuch

Die Weltmeisterschaft, die für Frauen und Männer ab 35 Jahre vorgesehen ist, teilt sich in verschiedene Altersklassen und Disziplinen auf. Bandener war in der Altersklasse 65 bis 69 gemeldet. Zum letzten Mal, denn ab dem kommenden Jahr fährt er in der höheren Klasse 70 bis 74 Jahre mit. Er ging in den Disziplinen Pursuit, Scratch und Punkterennen an den Start. Beim Pursuit, auf Deutsch Verfolgung, starten zwei Fahrer von den gegenüberliegenden Graden der Rennbahn und versuchen, einander zu überholen. Gewonnen hat derjenige, der seinen Gegner einholt oder nach Ende der 2000 Meter-Distanz, die bessere Zeit erzielt. Bandener landete mit 2:47,119 Minuten auf Platz neun. Es war sein erster Versuch und auch sein letzter: „Ich habe festgestellt: Das kann ich lassen.“

Pursuit als Zeitvertreib

Er hatte sich für das Rennen zum Zeitvertreib angemeldet, denn seine zwei Spezial-Disziplinen Scratch und das Punktefahren wurden am Montag und Freitag ausgetragen. Zunächst startete er im Scratch, in dem viele Fahrer antreten und derjenige Sieger ist, der die Distanz von 20 Runden (fünf Kilometer) als erstes beendet. Bandener ging mit großen Hoffnungen in das Rennen, da er vergangenes Jahr in der Disziplin den fünften Platz belegt hatte. Er verpasste den erhofften Platz auf dem Siegertreppen knapp – und mit großem Pech.

Argentinier stört

An erster Stelle fuhr der Franzose Gerard Louis Robert, der in jeder Disziplin als Favorit ins Rennen ging. An ihn hatte sich Graham Weigh (Großbritannien) geheftet, doch auf Bronzekurs folgte Bandener. Der 69-Jährige erarbeitete sich sogar Chancen auf Platz zwei, die ein Argentinier kurz vor dem Ende zunichte machte. Enrique Edelmiro versuchte, den Deutschen im Innenraum zu überholen, was verboten ist. Um einen Sturz zu vermeiden, nahm sich Bandener etwas zurück. Er kam hinter Edelmiro als Fünfter ins Ziel, da Malcolm Clasohm (Australien) sich die Unruhe zunutze machte und Bronze holte. Edelmiro wurde disqualifiziert und Bandener rutschte auf Rang vier. Sauer auf den Konkurrenten ist er allerdings nicht. „Enttäuscht wegen der Platzierung bin ich schon“, gibt er zu. Immerhin wäre mehr drin gewesen.

„Das Kuriose ist, dass ich erst einen Tag nach den ersten Wettbewerben in Manchester ankam. Da war kein einziger Deutscher, und alle Boxen waren belegt. Ich kam bei den Argentiniern unter“, erzählt Bandener. Er habe mit Edelmiro „vorher noch herumgekaspert“. Immerhin kannte man sich von vergangenen Weltmeisterschaften bereits. Genau wie fast alle anderen Teilnehmer. Man respektiert einander. Bandener gilt unter den Kollegen als „der Schreckliche“, weil er beim Scratch gerne am Reifen des Vordermanns klebt und in Positionskämpfen nicht zimperlich, aber dennoch fair zu Werke geht.

Dritter in Wertungsspurt

Bandener ist mit seinem Ergebnis zufrieden: „Ich habe das zeigen können, was ich drauf habe und konnte alle Möglichkeiten voll ausschöpfen.“ Das tat er auch im Punkterennen, in dem in seiner Altersklasse 22 Fahrer zehn Kilometer in 40 Runden fuhren. Alle zehn Runden wurden für den Erstplatzierten (fünf), den Zweiten (drei), den Dritten (zwei) und den Vierten (einen) Punkte vergeben. Bandener fuhr in den ersten zwei Wertungsspurts als Dritter in die Wertung und erreichte so den fünften Platz. Sieger wurde wieder Robert. Obwohl der Franzose wie im Vorjahr jedes Rennen gewann, herrscht kein Frust bei Bandener. Robert ist für ihn eher ein Ansporn.

Hochgesteckte Ziele für das kommende Jahr

Mit ihm und anderen Weltmeistern aus anderen Nationen wohnte Bandener im gleichen Hotel. Er war der Einzige, der diesen Titel noch nicht errungen hat. Das will er 2016 in der neuen Altersklasse ändern. Unbedingt. „Dieses Jahr war ich der Älteste, nächstes Jahr bin ich der Jüngste“, sagt er und setzt auf seine Stärke: „Ich bin ein Renn-Typ, der im Wettkampf Gas gibt und sich im Training etwas hängen lässt.“ Dennoch trainiert er hart. Fünf Mal die Woche setzt er sich aufs Fahrrad, das ganze Jahr über. Vor einem Rennen trainiert er auch gerne mehr und absolviert Vorbereitungsrennen. „Man muss sich Ziele setzen und einen Plan haben. Man muss eben wissen, was man tun muss“, sagt er. Einen Plan hat er und ein Ziel auch: Weltmeister werden.