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Basketball-Oberliga Delmenhorster TV spaziert leichtfüßig zum Sieg

Von Daniel Niebuhr | 07.02.2016, 23:14 Uhr

Die Basketballer des Delmenhorster TV bauen überraschend locker ihre Siegesserie aus. Fünf Spieler punkten beim 85:66 gegen Georgsmarienhütte zweistellig.

Was Ahmet Ildem sich dabei dachte, wusste er wohl selbst nicht, vielleicht war es einfach der Übermut im Gefühl des sicheren Sieges. Jedenfalls fühlte sich der nicht gerade als Wurfwunder berüchtigte Basketball-Veteran des Delmenhorster TV in den letzten Sekunden des Oberliga-Spiels gegen den TV Georgsmarienhütte – während sich seine Mitspieler schon abklatschten – zu einem Dreierversuch inspiriert, den er sich wohl lieber verkniffen hätte. Sein von kurz hinter der Mittellinie mit aller Inbrunst geworfener Ball verfehlte den Korb um solide zwei Meter und kam noch im Feld wieder herunter, zur Belustigung seines Teamkollegen Kostas Stoikos, der ihn sofort tröstend in die Arme schloss. Man konnte gemeinsam darüber lachen, denn am Delmenhorster 85:66 (48:33)-Sieg änderte Ildems Airball am Sonntagnachmittag nichts mehr.

Sillektis überrascht vom guten Saisonverlauf

Es war ein Bild, das die ausgelassene Stimmung in den Reihen der Devils recht gut wiedergab. Mit dem dritten Sieg in Folge haben sich die Delmenhorster aller Abstiegssorgen entledigt und können die restlichen vier Spiele nun ganz entspannt angehen. Niemals hätte er geglaubt, dass die Saison so gut verlaufen würde, bekannte Spielertrainer Stacy Sillektis hinterher: „Jetzt können wir Vierter werden und unseren unerfahrenen Spielern noch viele Einsatzzeiten geben.“

Damit konnte er gestern schon beginnen, denn Georgsmarienhütte – zuvor fünfmal in Folge siegreich – war ohne Topscorer Ingo Voß nur ein Viertel lang konkurrenzfähig. So spazierten die Devils verblüffend leichtfüßig zum achten Saisonsieg. Nach einem 16:19-Rückstand nach den ersten zehn Minuten legten sie einen 18:0-Lauf bis zum 34:19 hin, elf dieser Punkte erzielte Sillektis höchstpersönlich. Besonders aus der Distanz wurden die Gastgeber immer sicherer, zwölf Dreier gelangen ihnen über die vollen 40 Minuten. „Erst haben wir viele Fahrkarten geschossen, aber dann waren plötzlich fast alle drin“, sagte Sillektis, der mit sechs Dreiern mit gutem Beispiel voranging.

Woolery mit Double-Double

Bester Mann auf dem Parkett war allerdings Terryl Woolery, der in seinem dritten Spiel neben 19 Punkten auch elf Rebounds und acht gestohlene Bälle beisteuerte – und dabei seinen Bewegungsdrang offenbar nicht annähernd stillte. Wenn er mal nicht spielte, stand US-Amerikaner meistens neben der Bank, feuerte seine Kollegen an und trippelte nervös mit den Füßen – er wirkte eher wie ein nimmermüder Jugendspieler als wie ein abgebrühter Ex-Profi. Seine Begeisterung steckte sichtbar an, denn die sonst manchmal zum Eigensinn neigenden Devils zeigten exzellenten Teambasketball: Acht Spieler punkteten, fünf davon zweistellig. Nur Ildem ging – nach seinem eher kläglichen Versuch zum Spielende – leer aus, brachte sich aber mit Rebounds und Assists gut ein. „Wir haben stark gespielt, vom ersten bis zum letzten Mann“, befand Sillektis.

Nach dem Halbzeitstand von 48:33 durften sich die jungen Spieler wie Julian Roßkamp und Muhammed Tozan intensiver austoben und taten ihren Teil dazu, dass ihr Team über 66:45 nach dem dritten Viertel bis zum 87:66-Endstand nie in Gefahr geriet.