Ein Angebot der NOZ

Beim 1:7 mehr Treffer möglich „Team Delmenhorst“ verkauft sich gegen Werder teuer

01.06.2015, 10:34 Uhr

Das „Team Delmenhorst“ erntet vor 2500 Zuschauern vom Bundesligisten viel Lob fürs seinen couragierten und leidenschaftlichen Auftritt.

Das Freundschaftsspiel zwischen Werder Bremen und der Delmenhorster Stadtauswahl war schon einige Minuten beendet, da trafen sich in den Katakomben drei fußballerische Weggefährten wieder, die sich schon lange nicht mehr gesehen hatten: Christoph Pospich, Hanno Hartmann und Florian Kohfeldt. Der Stürmer des VfL Stenum, der Innenverteidiger des SV Atlas und der Bremer Co-Trainer umarmten sich, scherzten und ließen das vor allem in der ersten Halbzeit unterhaltsame 7:1 (4:1) der Bundesliga-Profis gegen das „Team Delmenhorst“ kurz Revue passieren. Über eine Szene diskutierten die einstigen Teamkollegen, die Mitte der Nuller Jahre bei Werder III in der Bremen-Liga zusammenspielten, aber dennoch etwas länger: nämlich die 80. Spielminute. Nach einer klasse Kombination über Marvin Osei und Hayri Sevimli stand Routinier Pospich plötzlich frei vor Werder-Torwart Tom Pachulski – und vertändelte vor 2500 Zuschauern die Riesenchance zum 2:6.

Pospich nimmt vergebene Chance gelassen

„Gut, dass Christoph das Ding verstolpert hat“, sagte Kohfeldt und lachte. „Sonst hätte ich mir einige blöde Sprüche anhören müssen.“ Pospich, der in dieser Kreisliga-Saison ein eiskalter Vollstrecker war, flatterten plötzlich die Nerven. „So wenig Zeit für eine Torchance hatte ich schon lange nicht mehr“, schmunzelte der 32-Jährige, der in der zweiten Halbzeit als Kapitän aufgelaufen war. „Plötzlich stand da ein riesen Torwart vor mir.“

Sevimli ärgert sich über vergebene Chancen

So gelassen wie Beinahe-Torschütze Pospich seine vergebene Torchance nahm, so sehr ärgerte sich Hayri Sevimli über seine zwei vergebenen Möglichkeiten. In der Nachspielzeit setzte er einen Distanzschuss an die Latte, der größere Aufreger war aber sein Kopfballheber in der 33. Minute, den Werders Luca-Milan Zander mit einem Fallrückzieher an die Latte beförderte. Von dort, so die Vermutung im Delmenhorster Lager, landete die Kugel hinter der Linie; das Schiedsrichtergespann um Theodor Potiyenko ließ allerdings wieterspielen. „Ich bin mir sicher, dass das ein Tor war“, sagte Sevimli. Zander grinste sich auf Nachfrage eins: „Ich sage dazu lieber nichts. Das habe ich gar nicht so genau gesehen.“ Servet Zeyrek zwar auch nicht, dennoch kritisierte der Coach aus dem Stadtauswahl-Trainer-Trio den Unparteiischen augenzwinkernd: „Da kann er auch einfach mal auf Tor entscheiden.“

Celik freut sich über Ausgleichstreffer

Einmal hatte Potiyenko das da bereits getan. In der 27. Minute hatte der im Ligaalltag für den TB Uphusen auflaufende Thomas Celik eine Sevimli-Vorlage aus kurzer Distanz zum zwischenzeitlichen 1:1 über die Linie gedrückt – ein unvergesslicher Moment für den Oberliga-Spieler. „Das Tor war relativ einfach. Ich musste nur stehen bleiben“, meinte Celik: „Aber egal, vor so einer Kulisse gegen Werder zu treffen, besser geht’s nicht.“

Skripnik lobt Delmenhorster Auftritt

Nicht wegen Celiks Treffer hinterließ die von Zeyrek, Matthias Kaiser und Önder Caki betreute Auswahl einen bleibenden Eindruck. Couragiert, spielfreudig und einsatzwillig – das imponierte auch Werder-Trainer Viktor Skripnik. „Mit etwas Glück können sie hier noch mehr Tore machen als nur das eine. Sie hatten in manchen Szenen Pech“, sagte der Ukrainer. Kapitän Clemens Fritz hatte die Stärke der Delmenhorster auf dem Platz erlebt und meinte anerkennend: „Man merkt, dass sie alle guten Fußball spielen können.“