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Bezirkliga-Finale aufgearbeitet Wildeshausen und Atlas Delmenhorst planen für 2015/16

01.06.2015, 20:00 Uhr

Nach dem dramatischen Finale in der Fußball-Bezirksliga schauen die beteiligten Mannschaften nach vorn: Der Neu-Landesligist VfL Wildeshausen und der Bezirksligist SV Atlas Delmenhorst planen für die Saison 2015/2016.

Einen Blick zurück gestattete sich Marcel Bragula gestern noch. „Das war das Wochenende unseres Lebens“, sagte der Trainer der Fußballer des VfL Wildeshausen. Das hatte am Freitagabend vor 4000 Zuschauern im heimischen Krandelstadion mit dem 1:1 (0:0) gegen den SV Atlas Delmenhorst begonnen, das der Mannschaft die Bezirksliga-Meisterschaft und den Landesliga-Aufstieg einbrachte, und endete nach einem Party-Marathon am Sonntagabend. Dann blickte Bragula nach vorn. „Die wichtigsten Entscheidungen für die kommende Saison haben wir natürlich schon getroffen.“

Atlas-Manager Bastian Fuhrken lobt Spieler und Funktionäre

Ganz ähnlich begann die Woche nach dem denkwürdigen Bezirksliga-Finale in Delmenhorst: Mit der Aufarbeitung des Erlebten begann die Vorbereitung auf die Spielzeit 2015/2016. Bastian Fuhrken, der beim SV Atlas gemeinsam mit Tammo Renken ein Manager-Duo bildet, sagte, dass er „ziemlich ruhig“ sei. Schließlich habe die Mannschaft eine „geile Saison gespielt“. Er sagte aber auch: „Wenn du nur einmal verlierst, schmerzt es, wenn du nicht aufsteigst.“ Fuhrken, so scheint es, befindet sich in einer Übergangsphase, in einer Phase zwischen Frust über den verpassten Aufstieg in die Landesliga und einer „Jetzt-erst-recht“-Stimmung.

Ein Blick zurück. „Spieler und Funktionäre haben sensationelle Arbeit geleistet“, sagte Fuhrken. Er habe viele Nachrichten erhalten. „Es wird gesagt, dass wir Werbung für den Fußball gemacht haben. Auch andere Vereine haben sich gemeldet“, freute sich der engagierte Funktionär. Aber natürlich denke er auch an Spiele, die nicht gewonnen worden waren: Dabei habe er nicht die 0:2-Heimniederlage gegen Absteiger STV Voslapp vor Augen. „In Wiefelstede darfst du keine Punkte lassen“, erklärte er, „und im Hinspiel gegen Tur Abdin auch nicht.“ In Wiefelstede hieß es 0:0, gegen Tur Abdin 1:1.

Delmenhoster beginnen Ende Juni mit dem Training

Jetzt müsse erst einmal Ruhe einkehren. Das ist leicht gesagt, denn getreu dem Motto „Nach der Saison ist vor der Saison“ beschäftigen sie sich beim SVA schon mit der (Bezirksliga-)Spielzeit 2015/2016. Für eine Pause ist eigentlich keine Zeit. Es gilt, Trainings- und Testspieltermine festzulegen und den Kader zusammenzustellen.

Ende Juni kehrt der Vizemeister in das Training zurück. Atlas hat eine Einladung aus Elsfleth positiv beantwortet und bestreitet – wie berichtet – Testspiele gegen den Bundesligisten Eintracht Frankfurt (11. Juli) und den Bremen-Ligisten Brinkumer SV (26. Juli). „Wir wollen während der Vorbereitung wiederholt samstags oder sonntags im Stadion spielen“, sagte der Manager und fügte hinzu: „Wir wollen dann mit breiter Brust rausgehen.“

Fuhrken kam auch auf das gute Verhältnis zu Bragula zu sprechen: „Marcel und ich standen dauerhaft in Kontakt.“ Der Coach habe ihn am Wochenende nach Wildeshausen eingeladen, aber: „Ich bin nicht hingegangen.“ Spätestens Mitte des Monats sehen sie sich jedoch wieder. Fuhrken: „Wir sind ab dem 13. Juni mit 13, 14 Leuten auf Mallorca. Wildeshauser sind dann auch dort. Wir wollen einen Abend gemeinsam verbringen.“

Treffen auf Mallorca

Nach der Reise haben die Wildeshauser Fußballer noch ein paar Tage trainingsfrei. „Am 4. Juli beginnt die Vorbereitung“, sagte Bragula. Er bildet dann mit Marco Elia, bisher Co-Trainer, ein im Grunde gleichberechtigtes Trainergespann. Der Grund ist, dass Bragula ab dem 1. Juli berufsbedingt etwas weniger Zeit hat. Er und Elia arbeiten in der Planung und Vorbereitung der nächsten Saison sehr eng und sehr gut mit Abteilungsleiter Ottmar Jöckel zusammen, berichtete Bragula.

Wildeshausen verliert drei Führungsspieler

Drei Akteure aus dem Kader, der die Meisterschaft gewonnen hat, werden am 4. Juli nicht dabei sein: Kai Schmale, der am Freitag das VfL-Tor geköpft hatte, Nikolai Koch und Daniel Pasker. „Das waren Führungsspieler“, lobte Bragula. Es werde schwer, sie zu ersetzen. Alle anderen hätten für die kommende Saison zugesagt.

„Wir werden unserem Prinzip treu bleiben“, sagt Bragula auf die Frage, ob und wie das Team für die Landesliga verstärkt wird. „Es wird sich sicher etwas in unserem Kader bewegen. Wir setzen aber wieder auf unsere A-Jugend und die zweite Mannschaft. Es gibt schon ein paar Ideen.“

VfL hofft auf Rückenwind von den Fans

Bragula und seine Mitstreiter wissen, dass sie vor einer großen Herausforderung stehen. Sie hoffen, dass sie diese auch mit Hilfe der Begeisterung bestehen werden, die die Mannschaft in Wildeshausen geweckt hat. „Ich würde mich freuen, wenn wir etwas von der Euphorie mitnehmen könnten“, sagte Bragula. „Es würde mir unheimlich viel bedeuten, wenn wieder viele Menschen mit rot-weißen Schals ins Stadion kommen.“