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Bezirksliga-Abstiegskampf Tur Abdin und Hude zwischen Zuversicht und Zittern

Von Frederik Böckmann, Frederik Böckmann | 26.05.2017, 18:45 Uhr

Wer schafft den Klassenerhalt in der Fußball-Bezirksliga II? Wer bleibt drin? Aus dem Trio SV Tur Abdin, FC Hude und FC Rastede steigt eine Mannschaft in die Kreisliga ab.

Die einen müssen für den Ligaverbleib zwingend gewinnen, die anderen sind im Abstiegskampf zum Zuschauen verdammt, während der dritte Vertreter aus dem Fußball-Kreis unter besonderer Beobachtung steht. Wenn am Samstag – bis auf eine Ausnahme – um 16 Uhr der letzte Spieltag der Fußball-Bezirksliga II angepfiffen wird, sind die Situationen für den den SV Tur Abdin Delmenhorst (beim STV Wilhelmshaven), den FC Hude (spielfrei) und den VfL Stenum (beim FC Rastede) völlig unterschiedlich. Das dk hat sich bei den drei Vereinen umgehört.

 SV Tur Abdin 

Die Ausgangslage ist für den SV Tur Abdin ganz eindeutig. Mit einem Sieg beim STV Wilhelmshaven bleiben die Arämer in der Bezirksliga, bei allen andern Ergebnissen geht es für den Sportverein nach fünf Jahren in der Bezirksliga mit mehr als 170 Partien wieder in die Kreisliga. Interimstrainer Daniel Yousef ist sehr optimistisch, mit einem Sieg den spielfreien FC Hude in der Tabelle am letzten Spieltag doch noch zu überholen. „Wir sind vor allem spielerisch stark genug, um in Wilhelmshaven zu gewinnen“, sagt der Tur-Abdin-Trainer. Er ist sogar derart überzeugt vom Leistungsvermögen seiner Jungs, dass er trotz der 1:3-Hinspiel-Niederlage gegen den SVT sagt: „Das wird nicht mehr schiefgehen.“ Seine Elf könnte mit einem Sieg im letzten Spiel eine völlig verkorkste Saison mit insgesamt fünf verschiedenen Trainern – Stefan Keller, Paul Leis, Edib Özcan, Helmut Klußmann und eben Yousef – „doch noch gerade biegen“.

Nach der Pleite Mitte April gegen STV Wilhelmshaven schien Tur Abdin schon fast abgestiegen, bewies danach aber Nervenstärke und gewann sechs seiner acht „Endspiele“ um den Klassenerhalt. „Wir haben jetzt die Form, die wir fast die ganze Saison nicht hatten“, erklärt Yousef. Im Traning am Mittwoch wurde gut gearbeitet, am Freitag sollte noch einmal locker ausgeschwitzt werden. Sorgen, dass Spieler auf Grund des Siegdrucks verkrampfen, hat Daniel Yousef nicht. Im Gegenteil: „Die Jungs brennen.“ Der Tur-Abdin-Kader ist vollzählig. Nur Antreiber Artjom Prieb ist weiterhin angeschlagen.

Im Stadion an der Flutstraße 130 wird Abdin von zahlreichen Fans unterstützt. Ein bis zwei Fanbusse werden nach Wilhelmshaven reisen, dazu haben sich viele Anhänger per Auto angekündigt.

 FC Hude 

Noch steht der FC Hude auf einem Nichtabstiegsplatz, doch das könnte sich für den Aufsteiger am Samstagabend um kurz vor 18 Uhr ändern. Wenn sowohl Tur Abdin als auch der FC Rastede gewinnen, dann ist der Fußball-Club abgestiegen – weil er ausgerechnet am letzten Spieltag spielfrei hat. „Das ist natürlich kein schönes Gefühl“, beschreibt Hudes Coach Lars Möhlenbrock seine Gemütslage.

Er selbst wird Samstagnachmittag weder in Rastede noch in Wilhelmshaven am Platz stehen, hoffen und bangen, sondern Swing-Golf spielen – auf dem Junggesellenabschied eines Kumpels. Per Smartphone wird sich Möhlenbrock natürlich über die Zwischenstände informieren lassen. Abwehrmann Tolga Üzüm wird beim Abdin-Spiel in Wilhelmshaven zugucken, einige andere Spieler in Rastede.

Möhlenbrocks Prognose für die beiden Begegnungen seiner Abstiegskonkurrenten sieht so aus: „Ich bin fest davon überzeugt, dass Tur Abdin in Wilhelmshaven und Stenum in Rastede gewinnen wird.“ Bei dieser Konstellation wäre auch Hude gerettet – und der Fußball-Kreis wäre in der kommenden Bezirksliga-Spielzeit mit fünf Teams (VfL Stenum, SV Tur Abdin und FC Hude sowie Absteiger VfL Wittekind Wildeshausen und Aufsteiger SV Baris) vertreten.

 VfL Stenum 

An Christi Himmelfahrt hatte Stenums Trainer Thomas Baake seine Mannschaft traditionell zu sich nach Hause eingeladen. Es wurde gefrühstückt, es gab gekühlte Getränke – und es wurde natürlich vor allem über Fußball gesprochen. Denn der Tabellenfünfte ist als Gastmannschaft beim FC Rastede plötzlich noch indirekt im Abstiegskampf involviert.

„Wir freuen uns richtig auf das Spiel“, sagt Baake und betont: „Wir werden das Spiel nicht abschenken. Wir werden alles geben.“ Er werde „definitiv“ seine bestmögliche Mannschaft aufs Spielfeld schicken. Zwar fehlen ihm mit den verletzten Bastian Morche und Fynn Dohrmann sowie Marc-Andre Klahr (verhindert) und Waldemar Kelm (Urlaub) vier potenzielle Stammspieler, doch Baake betont auch: „Unser Kader ist breit genug. Das haben wir in den vergangenen Spielen bewiesen. Wir wollen gewinnen.“ Zumal der VfL nach dem Spiel seinen Saisonabschluss im Vereinsheim feiern wird.