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Bezirksliga-Fußballer optimistisch VfL Wildeshausen gefällt die Rolle des Gejagten

Von Lars Pingel | 07.04.2015, 23:30 Uhr

Der neue Spitzenreiter der Fußball-Bezirksliga, der VfL Wildeshausen, geht selbstbewusst in den Saisonschlussspurt, der vielleicht bis zum letzten Spieltag dauert. Dann soll der Spitzenreiter seinen Verfolger, den SV Atlas Delmenhorst, empfangen. Der Termin ist aber zu einem Problem geworden, da in Wildeshausen das Gildefest gefeiert wird.

Erneuter Rollentausch in der Fußball-Bezirksliga: „Es ist ganz schön, dass wir wieder vorne stehen und nicht mehr die Jäger sind“, sagte Marcel Bragula, Trainer des VfL Wildeshausen, nach dem 5:0-Heimsieg über den SVE Wiefelstede. Seit dem 26. September, einem Freitagabend, war seine Mannschaft Tabellenzweiter hinter dem SV Atlas. Am Montagnachmittag zog sie wieder an den Delmenhorstern vorbei , profitierte aber auch davon, dass deren Partie beim Heidmühler FC abgesagt worden war.

Sechs Punkte innerhalb von 48 Stunden

Sechs Punkte fuhren die Wildeshauser am Wochenende innerhalb von 48 Stunden ein. Am Samstag hatten sie mit 2:1 beim drittplatzierten SV Tur Abdin gewonnen. Zwei Zähler beträgt ihr Vorsprung auf den SV Atlas, der ein Spiel weniger ausgetragen hat. Wann sich die Zahl ausgleicht, ist noch offen. „Ich werde morgen mit den Vereinen Kontakt aufnehmen“, sagte Staffelleiter Frank Schulte gestern.

Das Ergebnis des Heimspiels verschleiert, dass die Partie gegen Wiefelstede ganz sicher nicht zu den besten gehört, die der VfL in dieser Saison abgeliefert hat. „Wir hätten gerne rotiert“, erklärte Bragula. „Wir wussten, dass der eine oder andere nach dem Abdin-Spiel schwere Beine hatte. Doch wir haben derzeit einige Ausfälle, sodass es nicht möglich war.“ Daher habe sich Sascha Görke sogar mit einer Erkältung „durch die 90 Minuten geschleppt“, sagte der VfL-Trainer. „Dafür gebührt ihm ein Sonderlob.“

Steigerung in der Abwehr

Ein weiteres verteilte Bragula an seine Defensive. „Wir haben in der Hinrunde zu viele Gegentore kassiert“, erklärte er. 16 in 15 Partien. Die Rückkehr von Lukas Schneider, der Zugang von Jan Gusfeld-Ordemann und die Genesung von Daniel Pasker habe der Abwehr mehr Stabilität verliehen. „Das ist keine Kritik, an denen, die dort vorher gespielt haben“, stellte der Bragula aber sofort klar. „Doch das waren keine gelernten Abwehrspieler.“ In acht Rückrundenpartien kassierte der VfL nur einen Treffer.

VfL setzt auf seinen Nachwuchs

Bragula und Co-Trainer Marco Elia, die nächste Saison, wie berichtet, wohl als Cheftrainer-Gespann arbeiten, haben mit der Abteilungsleitung bereits mit der Planung für 2016/17 begonnen. „Man muss abwarten, ob der eine oder andere berufs- oder studienbedingt wechseln muss. Sonst wird uns niemand verlassen. Nur Nikolai Koch und Kai Schmale hören auf“, sagte Bragula. Nach Zugängen wird zuerst in den eigenen Reihen gesucht. „Wir stehen in ständigem Kontakt mit der zweiten Herren und den A-Junioren“, sagte Bragula.

Zuletzt rückte Andreas Kari aus dem Kreisliga-Team in den Bezirksliga-Kader. Einen Weg, den auch andere nehmen können und werden, glaubt Bragula. In der Kreisliga würden Spieler, die die A-Jugend verlassen, gut an das Niveau im Herrenbereich herangeführt. „Es ist besser, dort auch viel Spielpraxis zu sammeln, als bei uns nur zu trainieren. Deshalb ist es sehr wichtig, dass wir die Zweite in der Kreisliga halten“, sagte Bragula. Er versprach, dass daran auch Aktive aus seinem Team mitwirken werden.

Selbstbewusst in den Saisonendspurt

Sieben Begegnungen stehen für den VfL noch im Spielplan 2014/15. Die wird er selbstbewusst angehen. „Die Brust darf rausgehen“, bestätigte Bragula und schob eine Warnung nach. „Die Nase darf aber nicht hochgehen.“ Und einen kleinen Gruß in Richtung Delmenhorst: „Das Schöne ist, dass wir keinen Druck haben.“

Krandelstadion am 30. Mai gesperrt

Das Kuriose an dem Spielplan ist, dass er – vielleicht – ein großes Finale bereithält: Am Samstag, 30. Mai, soll der VfL den SV Atlas im Krandelstadion zum letzten Saisonspiel empfangen. Der Glücksfall für Fans gepflegter Spannung ist aber längst ein Problemfall. In der Kreisstadt wird vom 24. bis 30. Mai das Gildefest gefeiert. Am 30. steht das Kinder-Schützenfest im Krandel an, deshalb ist das Stadion gesperrt. Angesichts der erwarteten Zuschauermassen – das Hinspiel lockte 1400 Fans an – ist die Austragung auf einem Nebenplatz unmöglich. Ob das Spiel vorverlegt werden kann – vom 23. bis 25. sind keine Partien angesetzt – liegt nicht nur an den VfL- und den Atlas-Spielern: Theoretisch ist es noch möglich, dass auch der SV Tur Abdin (3.), der Heidmühler FC (4.) und der TuS Obenstrohe (5.) am letzten Spieltag Meister werden können. Sollte dies nur für eines der drei Teams gelten, dann müssen die Partien, in denen die Entscheidung fällt, zeitgleich angepfiffen werden, erklärte Schulte. Eine konkrete Lösung gibt es noch nicht. „Wir werden bis Mitte Mai abwarten, ehe wir eine Entscheidung treffen“, sagte der Staffelleiter gestern.