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Bi-Ria kommt, Lohmann und Kulikow bleiben Iman Bi-Ria kommt zum SV Atlas Delmenhorst

10.06.2015, 17:14 Uhr

Ex-Nationalspieler Iman Bi-Ria wechselt vom Bremer SV zum SV Atlas Stefan Kulikow und David Lohmann verlängern. Von Daniel Niebuhr und Frederik Böckmann

Sechs Länderspiele für den Iran? Erfahrung im DFB-Pokal? Zweimal Bremens Fußballer des Jahres? Alles ganz nett. Doch Jörg Rosenbohm sprach nach der Verpflichtung von Iman Bi-Ria am Mittwoch weniger über dessen sportliche Vita, sondern vor allem über eines: den Charakter seines prominenten Neuzugangs. „Iman ist ein Super-Typ, ein reifer und hoch motivierter Spieler“, schwärmte der Sportliche Leiter des SV Atlas, merklich begeistert davon, den im Iran geborenen Top-Stürmer des Bremer SV als neuen Delmenhorster Mann für die Offensive vermelden zu können. „Er hat einen guten Namen in der Region, so einen Spieler zu bekommen, ist schon etwas Besonderes“, erklärte Rosenbohm.

Bi-Ria dreimal Bremen-Liga-Torschützenkönig

Bi-Ria ist schon der achte und bisher namhafteste neue Spieler, den Atlas für die kommende Saison in der Fußball-Bezirksliga vermeldet hat. Man darf das – nach dem so bitter verpassten Landesliga-Aufstieg – vielleicht einerseits als Mittel gegen den Kater verstehen, andererseits aber auch als Kampfansage für die kommende Saison. Die Mannschaft werde dann besser sein als die, die in der abgelaufenen Spielzeit nur eines von 30 Spielen verloren hatte, prophezeit der Sportchef. Mit dem gebürtigen Iraner Bi-Ria kommt jedenfalls ein ausgesprochen sehenswerter Angreifer zu den Gelb-Blauen. Der 30-Jährige hat in der Bremen-Liga eine fast schon unheimliche Bilanz hingelegt und in 125 Pflichtspielen 155 Treffer erzielt. Dreimal nacheinander war er für den Bremer SV Torschützenkönig, dieses Mal reichten 30 Tore dazu nicht ganz. Mit dem Bremen-Liga-Meister verpasste er in der Relegation den Sprung in die Regionalliga hauchdünn – vermutlich zum Glück für Atlas. Denn dass Bi-Ria im Aufstiegsfall auch gegangen wäre, ist höchst unwahrscheinlich. Seine Karriere enthält auch ein Gastspiel beim iranischen Profiklub Paykan FC, mit dem er 2006 in die erste Liga aufstieg. Für sein Geburtsland bestritt er sechs Länderspiele, in denen er zweimal traf.

Bezirksliga statt DFB-Pokal

Bi-Ria verzichtet für den Wechsel in die Bezirksliga sogar auf ein weiteres Highlight: Mit dem BSV hat er sich zum zweiten Mal nacheinander für den DFB-Pokal qualifiziert – statt auf der großen Bühne spielt Bi-Ria nun am ersten Augustwochenende aber zum Bezirksliga-Auftakt gegen Wiefelstede, Abbehausen oder Esenshamm. Was andere als Abstieg auf der fußballerischen Karriereleiter begreifen würden, sieht der Stürmer ganz anders, wie Rosenbohm versichert: „Er weiß viel über uns und die Atmosphäre in unserem Verein. Darauf hat er Lust. Das zeigt doch, dass wir vielleicht kein ganz normaler Bezirksligist sind.“

Ergänzung zu Dominik Entelmann

Auf jeden Fall hat Atlas keine ganz normale Offensive. Mit Bi-Ria und Bezirksliga-Torschützenkönig Dominik Entelmann haben die Delmenhorster das seltene Glück, zwei Spieler im Sturm zu haben, die in den vergangenen Jahren mehr Treffer als Spiele gesammelt haben. „Wir sind jetzt weniger von Dominik abhängig und haben ganz neue Möglichkeiten“, glaubt Rosenbohm.

Lohmann und Kulikow verlängern

Überhaupt ist der Bezirksliga-Vizemeister in seinen Planungen schon vorbildlich weit. Gestern wurde auch bekannt, dass Stefan Kulikow sein Engagement ebenso verlängert wie Torwart und Publikumsliebling David Lohmann. „Wir sind froh, dass wir schon eine gute Basis geschaffen haben. Diese Mannschaft muss nun zu einem echten Team werden“, fordert Rosenbohm. Denn einen Alleingang zur Meisterschaft erwartet er trotz der nun unstrittigen Favoritenrolle für Atlas nicht. Andere hätten auch was vor, glaubt er zu erkennen und meinte damit offensichtlich den Heidmühler FC. Der Vierte der abgelaufenen Spielzeit hat Atlas zumindest im Transfer-Ranking schon überholt: Die Friesländer stehen aktuell bei zehn Neuzugängen. Zumindest diesen Titel wird Atlas voraussichtlich nicht mehr gewinnen.