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Bitteres EM-Aus in der Vorrunde Delmenhorster enttäuscht vom Auftritt der Türkei

Von Yannicik Richter | 24.06.2016, 09:17 Uhr

Mit großen Erwartungen ist die Türkei in die EM gestartet, mehr oder weniger sang- und klanglos ist sie ausgeschieden. Dementsprechend enttäuscht und bedient zeigen sich die beiden türkischstämmigen Delmenhorster Fußballlehrer Timur Cakmak und Mete Döner.

Bei aller Kritik, die der neue EM-Modus hervorruft, muss man ihm eines lassen: Für Spannung sorgt er allemal. Tagelang hatten die Fans der Türkei und von Albanien vor den Bildschirmen gezittert, mitgefiebert und gehofft, dass ihr dritter Platz in der Vorrunde doch noch für den Einzug ins Achtelfinale reicht – vergeblich.

Frustration nach EM-Aus

„Die Enttäuschung ist groß“, spricht Timur Cakmak, Spielertrainer vom TV Jahn Delmenhorst, vielen türkischen Anhängern aus der Seele. Fünf Minuten vor dem Abpfiff der letzten Gruppenspiele sah es noch so aus, als würde es für die Türkei reichen. Doch der späte Siegtreffer der Iren gegen die bereits qualifizierten Italiener begrub am späten Mittwochabend alle Hoffnungen, die sich innerhalb der türkischen Fangemeinde trotz einer insgesamt eher dürftigen Vorstellung beim Turnier aufbauten. „Der Umstand des Ausscheidens ist bitter, aber wir haben es uns selbst zuzuschreiben, da wir in den ersten beiden Spielen richtig schlecht waren“, will Mete Döner, Trainer von Rot-Weiß Hürriyet, von einem unfairen Modus und Wettbewerbsverzerrung nichts wissen.

(Weiterlesen: Timur Cakmak: „Für die Türkei ist alles drin“)

Verdientes Ausscheiden

Insgesamt sei ein Weiterkommen aufgrund der Leistung nicht verdient gewesen, findet auch Cakmak. Durch unglückliche Aufstellungen habe man zu viele unnötige Gegentore kassiert und selbst kaum Torchancen kreieren können, greift Cakmak den türkischen Nationaltrainer Fatih Termin an: „Hinten spielte ein Sechser in der Innenverteidigung und vorne agierten mehrere Spielmacher zusammen, sodass der Flügel nicht besetzt war. Das hat alles nicht gepasst.“

Auch Döner ist mit der gewählten Taktik nicht ganz einverstanden: „Im Nachhinein hätte man sich zum Auftakt gegen Kroatien mit einem Remis zufriedengeben müssen und generell effektiver spielen sollen.“ Letztendlich habe genau der eine Punkt zum Achtelfinaleinzug gefehlt, hadert Döner nach dem bitteren EM-Aus mit der Leistung der türkischen Nationalmannschaft.

(Weiterlesen: Mete Döner: „Fußball ist nicht immer nur Spaß“)

Emre Mor als positive Überraschung

Positiver Lichtblick der EM aus Sicht der Türken sei der unbekümmerte Auftritt von Emre Mor gewesen: „Er hat ohne Angst gespielt und im Angriff für ordentlich Alarm gesorgt. Damit war er in meinen Augen die positive Überraschung des Turniers“, lobt Cakmak den 18-jährigen Wirbelwind, der in der kommenden Saison in der Bundesliga für Borussia Dortmund auflaufen wird. Und auch Döner richtet den Blick schon wieder nach vorne. „Das Potenzial ist an sich da. Ich hoffe, dass wir zum nächsten großen Turnier aus den Fehlern lernen“, so der Hürriyet-Coach.