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Bolzplatz-WM in Delmenhorst Spieler und Organisatoren haben großen Spaß

Von Klaus Erdmann | 18.06.2018, 20:38 Uhr

Auf dem Gelände des Jugendhauses Horziont in Delmenhorst wurde eine Bolzplatz-WM ausgetragen. Kinder und Jugendliche spielten in zufällig zusammengestellten Teams Fußball. Die Aktiven und die Organisatoren hatten großen Spaß.

Im ersten Treffen, dem Eröffnungsspiel sozusagen, hat Russland die Brasilianer mit 1:0 bezwungen. Die Rede ist natürlich nicht von der „großen“ Weltmeisterschaft in Russland, sondern von der Bolzplatz-WM auf dem Gelände des Kinder- und Jugendhauses Horizont an der Elbinger Straße. Bei diesem Event spielte die Sportart Nr. 1 natürlich eine wichtige Rolle, aber es ging um mehr als „nur“ Fußball.

„Es sind verschiedene Nationalitäten zusammengekommen. Das war der Sinn der Sache“, brachte Marco Castiglione das erfreuliche Ergebnis des Tages auf einen Nenner. Der Abteilungsleiter der Fußballer des TV Jahn stand gemeinsam Oliver Hoyer (Diakonisches Werk Delmenhorst/Oldenburg-Land), Jugendhaus-Leiter Dhurjati Roychoudhury und dessen Stellvertreterin Heike Steiner an der Spitze des Organisationsstabes. Ebenso wie den Aktiven bereitete ihnen die Bolzplatz-WM viel Spaß.

Teams werden zufällig zusammengestellt

Vor den Spielen wurden die Kinder und Jugendlichen mit Flaggen der Teilnehmer der „großen“ WM und entsprechenden Leibchen ausgestattet. Dabei wurden die Mannschaften nach schöner Bolzplatz-Tradition zufällig zusammengestellt. Bereits beim ersten Wettstreit, der Acht- bis Zehnjährige zusammenführte, ging es bei der Leibchen-Vergabe, die Castiglione mit den Worten „Ihr seid gleich Länder“ einleitete, hoch her. „Hast du auch Deutschland?“, „Ich will Deutschland sein“. Die Frage nach dem Favoriten der Mädchen und Jungen war schnell beantwortet. Ob die Mannschaft von Joachim Löw bei den jungen Protagonisten heute immer noch so hoch im Kurs stehen würde, ist nicht bekannt.

Mangels weiterer Mitstreiter bestritten die Spieler der ersten Partie auch das zweite Treffen – natürlich unter anderen Ländernamen. „Einen Sieger gab es bei diesem Turnier nicht“, erklärte Castiglione. Zu den Zuschauern gehörten auch die Jahn-Leistungsträgerinnen Magdalena Flug und Anna Mirbach, die Fragen der Kinder beantworteten.

Schiedsrichter begeistert

Beim zweiten Turnier, bei dem Elf- bis 13-Jährige an den Start gingen, erreichten drei Mannschaften jeweils zwölf Punkte. Aufgrund des besseren Torverhältnisses behauptete sich Spanien vor Japan und dem Senegeal. Bei den 14- bis 16-Jährigen setzte sich der Senegal durch. Hier sei es „leistungsmäßig eng“ gewesen und es habe knappe Ergebnisse gegeben, sagte Castiglione. „Auch die großen Jungs haben sich über den Pokal sehr gefreut“, sagte er ferner. Sein Fazit, so Jahns Fußballchef, falle „absolut positiv“ aus. Bei den Teilnehmerzahlen gebe es allerdings noch Luft nach oben. Castiglione hob hervor, dass die Spiele sehr fair verlaufen seien. Als Schiedsrichter fungierten Sixten Voigt, Nico Hoyer, Belgin Kenar und Kevin Wunderlich (alle TV Jahn).

„Ich bin absolut begeistert“, sagte Hoyer gegen Ende der Bolzplatz-WM, die auch ein Rahmenprogramm (BMX-Räder, Basketball) beinhaltete. Das leibliche Wohl kam ebenfalls nicht zu kurz. Hoyer hob hervor, dass sich auch Jugendliche aus anderen Stadtteilen an den Spielen beteiligt hätten. So sei die Zusammenarbeit mit dem Jugendhaus Sachsenstraße, das einen Shuttle-Bus eingesetzt habe, gut gewesen. Und: „Der Spaß hat im Mittelpunkt gestanden.“

Er sei sehr zufrieden, unterstrich Roychoudhury. „Es sind sich Leute begegnet, die sich sonst nicht begegnen“, freute er sich. Sie seien beispielsweise aus dem Viertel, vom TV Jahn oder aus dem Jugendhaus Sachsenstraße gekommen.

Castiglione hatte auf ein „kleines WM-Volksfest“ gehofft. Die Hoffnung erfüllte sich. Wünschenswert ist eine Neuauflage dieses Treffens der Fußballer, bei dem es um mehr als „nur“ Fußball geht.