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Bremer Sixdays 2018 Kurze Party für Theo Reinhardt nach langen Tagen

Von Gerd Töbelmann | 17.01.2018, 18:22 Uhr

Spannender hätte der Finalabend nicht sein können – auf den letzten Metern entschieden Kenny De Ketele und Theo Reinhardt (Team swb) die 54. SIXDAYS BREMEN für sich. Zuvor erlebten die Zuschauer in der vollen ÖVB-Arena einen packenden Rennabend, in dessen Verlauf die Führung mehrmals wechselte.

Unmittelbar nach seinem Sieg bei den 54. Bremer Sixdays kündigte Theo Reinhardt an, „jetzt vielleicht noch ein Bier zu trinken“. Er hielt sich dran. Während Partner Kenny De Ketele bei der After-Race-Party im Courtyard-Hotel noch Kraft zum Feiern hatte, verschwand der 27-jährige Berliner zeitig aufs Zimmer: „Es reicht jetzt.“

Eine Stunde zuvor auf der Bahn jedoch hatte das Mitglied des deutschen Bahn-Vierers Vollgas gegeben und sechs Runden vor dem Ende mit dem entscheidenden Rundengewinn den Grundstein zu seinem ersten Sixdays-Erfolg überhaupt gelegt. Doch Reinhardt, der mit De Ketele schließlich Hand in Hand über den Zielstrich gefahren war, wusste ganz genau, bei wem er sich zu bedanken hatte: „Ich hatte den besten Partner der Welt. Kenny hat mir viele Tipps gegeben und ist selbst auch bärenstark gefahren.“ De Ketele (32) war natürlich auch happy – und selbstbewusst: „Ich wusste, dass ich mit dem Sieg in Rotterdam auch in Bremen vorn mitfahren könnte. Und dann hat Theo einen ganz starken Job gemacht.“

Die Zweitplatzierten Achim Burkart und Yoeri Havik, die in den Tagen zuvor oft in Führung lagen, waren mit Silber ganz und gar nicht unzufrieden. Der Holländer Havik war bei der Siegerehrung sogar zu Scherzen aufgelegt: „Als ich erfahren habe, dass ich mit Achim fahren würde, habe ich meiner Oma geschrieben, dass es wohl höchstens zu Platz sechs langen würde...“ Burkart antwortete höflich: „Sehr witzig. Aber mal im Ernst: Yoeri hat mir viele Tipps gegeben. Die Woche hat viel Spaß gemacht, und ich genieße den Platz auf dem Podium. Am Ende hat uns die Kraft zum Sieg gefehlt.“

Christian Grasmann zieht gemischtes Fazit

Etwas zwiegespalten fiel das Fazit von 2016er-Sieger Christian Grasmann aus, der zusammen mit dem Dänen Jesper Mörkov Dritter wurde. „Wir haben alles probiert und viele Rundengewinne herausgefahren. Doch am Ende war es zu hart.“

Und dann erklärte der 36-Jährige, der auch noch einen Profi-Rennstall (Maloja Pushbikers) führt, dass das Bremer Publikum vielleicht im kommenden Jahr auf ihn verzichten muss. Karriereende also? Nein. Grasmann sagte, „dass ich mit einem der neuen Sixdays-Gesellschafter so meine Probleme habe. Da sind in Berlin Sachen vorgefallen, die ich nicht akzeptieren kann.“ Um wen es sich dabei handelt, wollte „Grasi“ nicht explizit sagen, aber es kann nur der Harpstedter Reiner Schnorfeil sein, der über viele Jahre bei den Berliner Sixdays Verantwortung trägt, demnächst aber auch in Bremen einsteigen wird, um das Sponsoring zu verbessern.