Ein Angebot der NOZ

Bundesliga-Nordduell Werder und HSV im Derby unter Druck

Von Daniel Niebuhr | 18.04.2015, 22:00 Uhr

Das Bundesliga-Nordduell steht für Werder Bremen und den Hamburger SV unter einem besonderen Stern. Die Bremer Verantwortlichen fordern Konzentration auf das eigene Spiel. Das ist angesichts der Hamburger Chaos-Tage allerdings schwierig.

Bremen. Es ist nicht so, dass Werder Bremen nicht eigene Probleme hätte. Verschenkte Punkte in den letzten Spielen, ein Maulkorb für die Profis – doch all das geriet vor dem Bundesliga-Nordderby am Sonntag (15.30 Uhr) gegen den Hamburger SV selbst an der Weser in den Hintergrund. Die Chaos-Wochen beim HSV mit dem nur wenige Tage haltenden Treueschwur an Trainer Peter Knäbel, dessen Zurück-Versetzung auf den Posten des Sportdirektors und die Verpflichtung von Bruno Labbadia als neuem Coach bestimmten die Schlagzeilen auch in Bremen – da konnte Werder-Trainer Viktor Skripnik über seine Elf sagen, was er wollte. „Wir müssen an uns denken“, erklärte Skripnik zwar, doch er wusste auch: „Sie haben einen neuen Trainer, das ist auch für uns eine neue Situation.“

Labbadias Kampfansagen

Im Vorfeld des Derbys versuchten Skripnik, dem am Samstag im Abschlusstraining nur Innenverteidiger Luca Caldirola fehlte, und Sportchef Thomas Eichin etwas Kurioses: Sie wollten dem HSV, der als Tabellenletzter abstiegsgefährdeter ist denn je, etwas vom Siegesdruck abnehmen. Nach dem 2:3 beim VfB Stuttgart am vergangenen Wochenende forderte Skripnik eine Reaktion: „Wir spielen gegen den Tabellenletzten. Ich erwarte, dass wir gewinnen. Hamburg kann ja in der Tabelle nicht weiter herunterfallen – wir schon.“ Eichin formulierte es ähnlich: „Wir müssen uns auf uns selbst konzentrieren.“

Das haben auch die Hamburger versucht, die sich in einem Kurz-Trainingslager in Rotenburg auf das Schlüsselspiel im ausverkauften Weserstadion vorbereitet haben. Labbadia meldete sich mit Kampfansagen zurück und verkündete, er sei „heiß auf das Derby“. Seine Mannschaft solle „eine Festung werden“: „Wir müssen zusammen angreifen und verteidigen.“ Vor allem die Sache mit Angreifen funktioniert in dieser Saison nicht wirklich: Das Schlusslicht brachte in 28 Spielen nur 16 Tore zustande.

In Sachen Personal haben beide Trainer klare Ansagen gemacht. Labbadia setzt auf Torhüter Réne Adler, Pierre-Michel Lasogga und Rafael van der Vaart, Skripnik erklärte, dass bei Werder Raphael Wolf weiter das Tor hüten und Janek Sternberg als Linksverteidiger auflaufen wird.