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CHIO 2016 in Aachen Sandra Auffarth ist mit Olympia-Test zufrieden

Von Lars Pingel | 15.07.2016, 23:25 Uhr

Sandra Auffarth vom RV Ganderkesee hat am Freitag die Dressur und das Springen im Vielseitigkeitswettbewerb des CHIO 2016 in Aachen mit 38,10 Minuspunkten beendet. Mit Opgun Luouvo war sie damit Dritte. Sie wird, um ihr Pferd für die Olympischen Spiele zu schonen, am Samstag nicht im Gelände starten.

Sandra Auffarth stand am frühen Freitagabend gelassen auf dem Abreiteplatz des Reitstadions in Aachen. Das Interview mit einem Fernsehsender absolvierte sie genauso souverän wie kurz zuvor mit ihrem Wolle die 13 Hindernisse mit 15 Sprüngen im 580 Meter langen Parcours der Vielseitigkeitsprüfung des CHIO 2016. Nach der Null-Fehler-Runde zog die 29-jährige Reiterin vom RV Ganderkesee ein positives Fazit des letzten Tests vor den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro. „Ich bin zufrieden. Wolle ist in sehr guter Form“, sagte sie über ihren 14-jährigen französischen Wallach Opgun Louvo. Auffarth wird am Samstag aber nicht in den Geländeritt gehen, um ihr Pferd für Rio zu schonen. Mit 38,10 Minuspunkten aus der Dressur stieg sie als Dritte aus der Konkurrenz in der Aachener Soers aus.

Michael Jung in Führung

Auch eine der Führenden im Gesamtklassement verzichtet auf den Geländeritt der Aachener Prüfung auf Drei-Sterne-Niveau. Julia Krajewski aus Warendorf stand mit Saourai du Thot bei 37,20 Minuspunkten. Sie hatte mit dem zehnjährigen Selle Francais aber gerade erst, vom 16. bis 19. Juni, als Dritte in Luhmühlen eine starke Vier-Sterne-Premiere gefeiert. Auch sie schont ihr Pferd. Deshalb geht Michael Jung aus Horb auf fischerTakinou mit ebenfalls 37,20 Strafzählern als alleiniger Spitzenreiter in die Entscheidung an diesem Samstag (ab 10 Uhr). Mit 39,00 Minuspunkten ist Bettina Hoy aus Rheine, die nach Dressur (31,00) noch vorn lag, mit Seigneur Medicott Zweite vor dem Australier Shane Rose mit CP Qualified (41,20).

Deutsches Team auf Platz vier

Ingrid Klimke (Münster) mit SAP Escada, Jung mit La Biosthetique Sam, Dirk Schrade (Sprockhövel) mit Hop and Skip und Andreas Ostholt (Warendorf) mit So is et bilden das deutsche Nationenpreis-Team. Es ist Vierter (142,9). Platz eins belegt Australien (139,8) vor Neuseeland (142,2) und Großbritannien (142,5).

Überraschung in der Dressur

Am Vormittag mussten Wolle und seine Reiterin eine ganz besondere Situation verarbeiten. Als sie auf der Mittellinie ins Dressurviereck trabten, applaudierten einige Zuschauer den Doppel-Weltmeistern. Da dieser Teil aber schon für die Dressur gewertet wird, ist das nicht üblich. Zudem hallte der Beifall in dem großen Dressurstadion kräftig nach. Beiden war die Überraschung anzumerken. „Der Anfang war etwas schwierig“, sagte Auffarth später. Doch das Duo fing sich. „In der Aufgabe ließ er sich dann immer besser reiten“, bestätigte die Bergedorferin. Schließlich wurde der Ritt mit 74,62 Prozent benotet. Umgerechnet auf die Disziplinwertung waren das 38,10 Minuspunkte und Rang sechs in der Dressur.

Souveränes Springen

„Ohne Fehler bleiben“, erklärte Auffarth, wie sie später das Springen angegangen war. Das bedeutete auch, dass sie die vorgegebene Zeit von 90 Sekunden nicht überschreiten wollte. „Im Springen darf man sowieso nicht zu langsam sein“, sagte sie. „Außerdem muss man es immer wieder üben, das richtige Tempo zu reiten.“ Gerade in der Stadion-Atmosphäre. Beides gelang. Auffarth und Wolle galoppierten nach 86,35 Sekunden fehlerlos über die Ziellinie.

„Er ist sehr erfahren; er kann hier im Gelände nichts mehr lernen“, erklärte Auffarth, warum sie auf die dritte Teildisziplin verzichtet. Hinzu kommt: „Wolle ist sehr motiviert. Er könnte in dieser tollen Atmosphäre noch heißer werden. Wir müssen aber Rio im Kopf haben. Ich hoffe, dass wir nächstes Jahr wieder in Aachen starten.“