Ein Angebot der NOZ

Coach beim TSV Ganderkesee René Künnemeyer: Youngster mit viel Erfahrung

Von Klaus Erdmann | 06.09.2016, 21:50 Uhr

Renè Künnemeyer traniert seit diesem Jahr die Bezirksliga-A-Jugend des TSV Der 23-jährige Student auf Gymnasiallehramt aus Oldenburg lobt die „zusammengewürfelte“ Mannschaft.

Für einen 23-Jährigen verfügt René Künnemeyer über einen ungewöhnlich gut ausgestatteten Erfahrungsschatz. Das ist vornehmlich der Tatsache geschuldet, dass der Youngster, der seit dem Frühjahr die Fußball-A-Junioren des TSV Ganderkesee, aktuelle Nummer vier der Bezirksliga, coacht, bereits seit einigen Jahren als Trainer tätig ist. Es liegt aber gewiss auch daran, dass Künnemeyer seinen Schützlingen nicht nur beim Fußball, sondern auch im richtigen Leben weiterhilft.

Künnemeyer, der (wieder) in seiner Geburtsstadt Oldenburg lebt, hat sich „in sämtlichen Sportarten ausprobiert“. Die fußballerischen Jugendjahre verbringt er beim VfL und SV Eintracht Oldenburg. Nach dem Abi zieht er nach Osnabrück und wird Student auf Gymnasiallehramt. Sport, Germanistik und Biologie („Ich befinde mich in der Masterarbeitsphase“). Für den VfR Voxtrup und SV 16 Osnabrück spielt Künnemeyer in der Kreis- und Bezirksliga. Während eines Orientierungspraktikums trainiert er die Frauen und A-Jugend der TSG Burg Gretesch. Die Arbeit des Trainers macht ihm Spaß. Er hat Erfolge, nimmt sich stets viel Zeit für die Jugendlichen. Er führt intensive Gespräche; auch solche, die nichts mit Fußball zu tun haben. „Es hat mir viel gegeben“, sagt er.

Wissenschaftliche Mitarbeiter und pädagogische Lehrkraft

2013 wechselt Künnemeyer den Studienort. Er geht zurück nach Oldenburg. Immer spielt die Praxis eine wichtige Rolle. Er betätigt sich als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni Oldenburg, als pädagogische Lehrkraft an der KGS Rastede.

In Oldenburg lernt er Patrick Meyer und über den Leistungsträger des Herrenteams den TSV Ganderkesee kennen. Nach einer Pause meldet sich Meyer bei Künnemeyer. Dieser geht in einer Zeit zum Immerweg, die für den Großverein keine leichte ist. Der Trainer spricht von einer „schwierigen Situation“. Einige A-Junioren beschäftigen sich mit Abwanderungsgedanken. Die Motivation ist „nicht mehr so hoch“. Coach Sven Apostel kündigt seinen Wechsel zum VfL Wildeshausen an.

Seit kurzem Leiter der Fitness-Abteilung beim TSV Ganderkesee

Trotz anderer Angebote entscheidet sich Künnemeyer, der als ausgebildeter Fitnesstrainer beim TSV inzwischen diesen Bereich übernommen hat, für den Verbleib bei den Ganderkeseern. „Der TSV ist ein Projekt, das sich entwickelt“, unterstreicht er und lobt die gute Zusammenarbeit mit den Trainerkollegen.

Lob hält der Übungsleiter, der mittlerweile durch Betreuer Luca Stuckmann unterstützt wird, auch für Mitglieder seiner Mannschaft, die größtenteils aus ehemaligen B-Jugendlichen und A II-Akteuren besteht, parat: „Einige Spieler besitzen schon Potenzial für die Herren.“ Das „zusammengewürfelte“ Team harmoniere „relativ gut“ und pro Trainingseinheit zähle er 16 bis 18 Spieler. Konditionell sei die Mannschaft auf einen guten Stand. Automatismen gelte es hingegen noch zu verbessern.

Künnemeyer bezieht die Spieler in seine Entscheidungen mit ein

Künnemeyer („Ich mache jede Einheit mit“) analysiert Dinge während des Trainings – gerne mit den Spielern. Er bezieht sie in Entscheidungsprozesse ein. „Ich übertrage gerne Verantwortung“, betont er. Der Trainer sagt, dass er den Spielern nicht nur Fußball vermitteln wolle. Wenn er „zwei oder drei“ erreiche, sei das schon ein Erfolg. Motivation? Kein Problem! „Die Jungs geben mir viel wieder“, sagt René Künnemeyer.