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Coach Döner holt 13 neue Spieler KSV Hicretspor ist der Transferkönig der Kreisliga

Von Frederik Böckmann | 08.07.2015, 08:04 Uhr

Den Klassenerhalt schaffen, das schlechte Image verbessern: KSV-Trainer Mete Döner hat für die neue Saison bescheidene Ziele ausgerufen – und will für die Zukunft etwas aufbauen.

Zwei neue Spieler hier, drei Abgänge dort, ein Königstransfer woanders: Das Transferkarussell drehte sich bei den Fußball-Kreisligisten in diesem Sommer so rund wie schon lange nicht mehr. Eine Mannschaft, die eher still und leise als mit Pauken und Trompeten auf dem Spielermarkt aktiv war, war der KSV Hicretspor. Mit nunmehr 13 Neuzugängen (und aktuell sechs Abgängen) ist der Kultur- und Sportverein zusammen mit dem TuS Heidkrug der Transferkönig der diesjährigen Wechselperiode. Warum er das ist, erklärt Trainer Mete Döner so: „Wir wollen einen Neuanfang starten und für die nächsten zwei, drei Jahre in Ruhe etwas aufbauen.“ (Weiterlesen: Die Neuzugänge des KSV Hicretspor) 

Viele Änderungen im Kader

Nach der vergangenen Zittersaison, in der der Abstieg gerade noch abgewendet wurde, drei Trainerwechseln und viel Chaos geht der Kreisliga-Dauerbrenner die kommende Serie mit ganz viel Demut an. „Für uns zählt nur der Klassenerhalt“, ruft Döner das bescheidene Saisonziel aus. Denn von der spielstarken KSV-Mannschaft, die unter dem ehemaligen Coach Timur Cakmak in der Spielzeit 2013/2014 noch souverän den Klassenerhalt schaffte, ist 13 Monate und drei Trainer später nicht mal mehr eine Handvoll Akteure übrig.

Trainer Döner gibt seinen Spielern Zeit

Die Eindrücke, die Döner seit Ende Juni von seinem Team gewonnen hat, gefallen dem 35-Jährigen gut. „Die Spieler arbeiten hart“, sagt er. Der Coach macht aber auch keinen Hehl daraus, dass die neue Saison schwer werden wird. Denn die vielen jungen Neuzugänge kommen zum Teil aus unteren Ligen und bräuchten noch gewisse Zeit, um sich an das Kreisliga-Tempo zu gewöhnen. Döner hätte im Vergleich zu anderen Mannschaften gerne noch mehr Qualität verpflichtet. Nur, erklärt Döner, seien einige Akteure, mit denen er in guten Gesprächen war, lieber zu Ligakonkurrenten gewechselt, „die Geld bezahlen“.

Hoffnungen ruhen auf Yilmaz und Saglam

Lange nachkarten will der KSV-Trainer aber nicht. Er setzt große Stücke auf den spielstarken Angreifer Mesut Yilmaz (vom DTB) oder Allrounder Izzet Saglam (von RW Hürriyet), Hicrets Last-Minute-Transfer. Sie sollen die Lücken schließen, die hochbegabte Nachwuchskicker wie Lamin Sillah (TSV Oldenburg) und Cemil Yildiz (SV Tur Abdin) oder die Ex-Kapitäne Ümit Yildiz und Hakan Kiyicioglu (beide unbekanntes Ziel) hinterlassen haben.

„In Schönheit sterben? Gib es nicht.“

Von seiner Spielphilosophie will Döner auch in dieser Spielzeit nicht abweichen: In der Abwehr kompakt stehen, um dann im Angriff effektive Nadelstiche zu setzen. „Gegen schwache Gegner in spielerischer Schönheit sterben – das gibt es unter mir nicht mehr“, sagt Döner.

Fair-Play-Verhalten verbessern

Ein weiteres Anliegen, das sich der Trainer auf die Fahnen geschrieben hat, ist das Fair-Play. Denn mit 76 Gelben Karten, acht Platzverweisen und drei Sportgerichtsverfahren belegte Hicret in dieser Wertung den vorletzten Platz. „Es ist auch für das Image wichtig, dass wir uns in dieser Hinsicht verbessern“, sagt Döner. „Dann kommen vielleicht auch bald Spieler zu uns, die in diesem Sommer noch abgesagt haben.“